Der Traum vom Wintermärchen soll auch 2020 wahr werden

Sport / 08.01.2020 • 20:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Handball-Männerteam will bei der zweiten Heim-EM
die magischen Momente von 2010 neu entfachen.

Wien Dream today, Win Tomorrow, Remember forever – der Slogan der heute mit je zwei Partien in Graz und Trondheim beginnenden 14. Handball-EM der Männer ist vielversprechend: Zum ersten Mal in der Geschichte werden bei einem EHF-Championat nicht wie bisher 16, sondern 24 Nationen vertreten sein. Dass mit Österreich, Norwegen und Schweden drei Länder als Ausrichter in Erscheinung treten, ist ebenfalls eine Premiere. Wenig Neues gibt es hingegen beim engsten Favoritenkreis: Neben 2016-Olympiasieger und Weltmeister Dänemark, Serien-Champion Frankreich, Rekordtitelträger Schweden, Norwegen, Kroatien, Deutschland sowie Titelverteidiger Spanien sind es die üblichen Verdächtigen, die am Finalwochenende (24. bis 26. Jänner) in der 22.000 Zuschauer fassenden Arena in Stockholm im Kampf um die Medaillen mitmischen werden.

Ausgeglichene Gruppe

Österreich ist zum zweiten Mal nach 2010 Gastgeber und absolviert seine drei Gruppenspiele gegen Tschechien (Freitag), die Ukraine (Sonntag)und Nordmazedonien (Dienstag, jeweils 18.15 Uhr) in der Wiener Stadthalle. Parallel dazu treffen in Graz Kroatien, Weißrussland, Montenegro und Serbien aufeinander.

Ob Robert Weber und Teamkollegen ihr Wintermärchen vor zehn Jahren, als man mit Rang neun die bisher beste Platzierung der ÖHB-Neuzeit schaffte, wiederholen oder gar übertreffen können, wird sich weisen. Für die Mannschaft des seit April letzten Jahres als ÖHB-Teamchef agierenden Ales Pajovic scheint zumindest in der Vorrundengruppe alles möglich. Der einstige slowenische Weltklassespieler ist sich nicht zuletzt durch die Erfahrung als Spieler der Schwere des Aufgabe bewusst. „Es ist eine gefährliche, weil sehr ausgeglichene Gruppe. Wir können jeden Gegner schlagen, genauso aber auch gegen alle verlieren“, erklärt der 41-jährige Slowene. Daran, dass das erklärte Ziel aber ganz klar der Aufstieg ist, ließ Pajovic keinen Zweifel aufkommen. Die Ausgeglichenheit der vier Teams sei einserseits ein Vorteil, gleichzeitig aber auch die Herausforderung, die es gilt zu bewältigen. „Als Heimteam hat man etwas mehr Druck und die Erwartungshaltung ist etwas größer als normal. Wir müssen die zu erwartende Rückendeckung der Fans in positive Energie für uns umwandeln. Ich habe dies selbst 2004 bei der Heim-EM erlebt, als wir Silber holten. Wenn wir unser maximales Potenzial abrufen, bin ich überzeugt, dass wir die Hauptrunde schaffen“, betont der dreimalige Champions-League-Sieger.

Dass die ersten paneuropäischen Titelkämpfe im Handball neue Maßstäbe setzen, liegt auf der Hand. 75 TV-Stationen übertragen live oder On-Demand in 175 Ländern und weltweit werden zwei Milliarden Zuseher die Spiele verfolgen. Daneben sorgen 1200 Journalisten und über 300.000 im Vorfeld verkaufte Tickets dafür, dass die EURO 2020 schon vor Beginn zu einem weltweiten Spektakel wird. VN-JD

„Wir können jeden der drei Gegner schlagen, genauso aber auch gegen alle verlieren.“

Der Harder Robert Weber ist bei seiner vierten EM-Teilnahme der dienstälteste ÖHB-Spieler und führt mit 176 Länderspielen und 766 Treffern auch die rot-weiß-rote Bestenliste an. GEPA
Der Harder Robert Weber ist bei seiner vierten EM-Teilnahme der dienstälteste ÖHB-Spieler und führt mit 176 Länderspielen und 766 Treffern auch die rot-weiß-rote Bestenliste an. GEPA
Lukas Herburger ist zum dritten Mal in Folge bei einer Endrunde dabei.ÖHB/Diener
Lukas Herburger ist zum dritten Mal in Folge bei einer Endrunde dabei.ÖHB/Diener