Riccardo die Fünfte? „Ich gebe alles“

Sport / 08.01.2020 • 22:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die ersten Meter können entscheidend sein: Riccardo Rädler beim Start im Vorjahr.Rhomberg
Die ersten Meter können entscheidend sein: Riccardo Rädler beim Start im Vorjahr.Rhomberg

Auch nach vier Siegen beim Weißen Ring hat Riccardo Rädler nicht genug.

Möggers Wo erreicht man einen wie Riccardo am ehesten? Natürlich auf der Piste. „Ich bin gerade auf dem Diedamskopf am Skifahren“, sagt der viermalige Triumphator des größten Volksskirennens der Welt, als ihn der VN-Anruf erreicht. Er trainiere jetzt aber nicht für den Weißen Ring. „Ich fahre einfach sehr gerne und oft Ski. Das ist die beste Voraussetzung für ein Rennen wie den Weißen Ring.“ Nachsatz: „Natürlich solltest du auch körperlich fit sein. Aber das bin ich eh.“

18. beim ersten Mal

Riccardo Rädler und der Weiße Ring ist eine einzige Erfolgsgeschichte. Als der 27-Jährige zum ersten Mal in Zürs/Lech an den Start ging, beendete er das Rennen auf dem 18. Rang. Es war dies wie eine Art Aufwärmen für das, was kommen sollte. Schon im Jahr darauf lachte der großgewachsene ehemalige ÖSV-Rennläufer von ganz oben auf seine Konkurrenz herab. Es folgten drei weitere Erfolge beim ganz besonderen Skirennen.

Riccardo fährt im Team Klimmer-Bau zusammen mit einem gewissen Josef („Pepi“) Strobl. Der ehemalige Sieger in mehreren Weltcupabfahrten wird auch heuer wieder versuchen, die Erfolgsserie des Vorarlbergers zu beenden. So wie all die anderen auch, die sich am Naturburschen aus dem Bergdorf in den vergangenen Jahren die Zähne ausbissen.

Kreuzbandriss

Dabei hat es Riccardo heuer seiner Schwester Ariane nachgemacht, der als hoffnungsvoller Weltcupläuferin zu Saisonbeginn zum fünften Mal das Kreuzband riss. Riccardo zog sich exakt diese Verletzung im vergangenen März beim Tiefschneefahren zu. Ein Handicap für heuer? „Ach nein, ich bin topfit und bereit.“

Der gelernte Zimmermann wird sich beim großen Volksskirennen auch heuer vor allem wieder auf sein Gefühl und seine Erfahrung verlassen. „Mir sind die Verhältnisse eigentlich egal.“

Schüttelt Frau Holle bis zum Renntag nicht noch ordentlich viel Schnee auf Lech und Zürs, warten heuer auf die rund 1000 Teilnehmer vor allem harte Pisten. „Man wird sehen müssen, ob das Madloch zu fahren ist“, meint Rädler. „Wenn’s nicht mehr schneit, wird das wohl nicht möglich sein.“ Egal wie’s kommt: Der Möggerer wird sich auf jede Situation einstellen und sein Bestes geben.

Die Liebe zur Heimat

„Als ehemaliger Rennläufer hast du eine gewisse Erfahrung. Da kann dich nicht mehr so schnell etwas überraschen.“ Rennläufer war Riccardo Rädler bis zu seinem 20. Lebensjahr. Dann geriet die Karriere des Talents ins Stocken. Riccardo entschied sich dafür, seine berufliche Zukunft zu forcieren. „Vielleicht hätte ich nicht so schnell aufgeben sollen“, denkt sich der Sportler heute. Unglücklich ist er dennoch nicht. Der 27-Jährige ist in seinem Dorf fest verankert, nimmt aktiv am Vereinsleben teil und freut sich seines Lebens. Möggers ist für Riccardo Rädler auch ein Ort der Kraft. „Ehrlich gesagt kann ich mir kaum vorstellen einmal nicht mehr dort zu leben“, sagt er offen.

Die Kraft für den Weißen Ring, das Rennen 2020 findet am 18. Jänner statt, hat er sich schon wieder während der letzten Monate erarbeitet. „Ich bin bereit. Nicht nur fürs Rennen, sondern für die Partys danach. Der Weiße Ring ist schließlich viel mehr als nur ein Skirennen.“ VN-HK