Scheyer war die letzte Siegerin

Sport / 08.01.2020 • 22:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für Christine Scheyer und ihre Kolleginnen beginnt heute in Zauchensee das Training auf der Abfahrtsstrecke.gepa
Für Christine Scheyer und ihre Kolleginnen beginnt heute in Zauchensee das Training auf der Abfahrtsstrecke.gepa

ÖSV-Damen peilen in Zauchensee den ersten Heimsieg seit drei Jahren an.

Altenmarkt-Zauchensee Mit Abfahrt und Kombi am Wochenende in Zauchensee sowie dem Nachtslalom am Dienstag in Flachau bekommen Österreichs Alpinski-Damen drei Chancen, eine Durststrecke zu beenden. Im Jänner 2017 hat Christine Scheyer die Sprint-Abfahrt in Zauchensee gewonnen und damit den bisher letzten Erfolg der ÖSV-Damen auf heimischem Boden geholt. Die Vorarlbergerin kehrt diese Woche nach Verletzung zurück. „Cool, dass ich jetzt genau hier das Comeback feiern kann“, freut sich Scheyer, dass sie – wenn auch mit einer hohen Startnummer um die 30 – ausgerechnet auf einer ihrer Lieblingspisten wieder mit dabei ist. Und das als Titelverteidigerin. „Ich hab mir gleich gedacht, geil wieder hier zu sein. Diese Strecke liegt mir einfach.“

Voller Vorfreude auf das Training

Hatte Scheyer 2017 nach tagelangem Schneechaos auf verkürzter Strecke sensationell ihren ersten Sieg – und bisher einzigen Podestplatz – eingefahren, sollte das Wetter diesmal einen Start vom supersteilen Gamskogel (in fünf Sekunden von 0 auf 100) erlauben. „Den Start kenne ich nur vom Sehen. Ich bin schon sehr gespannt“, blickte auch Scheyer dem ersten Training am Donnerstag aufgeregt entgegen. „Die Strecke hier hat mir immer schon sehr gut gefallen. Außerdem ist die Familie da. Heimrennen sind einfach immer was ganz Besonderes.“

Scheyer war 22 und hatte bereits zwei Kreuzbandrisse hinter sich, als sie am 15. Jänner 2017 als Speed-“Quereinsteigerin“ unerwartet zum Sieg in Zauchensee raste und danach in St. Moritz WM-Sechste wurde. Dass es nicht in dieser Tonart weiterging, lag auch an einer Gehirnerschütterung, die sie im Sommertraining in Chile erlitt und die sie lange stark beeinträchtigte. Als es endlich wieder lief, passierte im Dezember 2018 beim Super-G von Lake Louise der dritte Kreuzbandriss.Doch die mittlerweile 25-jährige Frohnatur aus Götzis hat auch das überwunden. „Ich will wieder Rennen gewinnen“, hat sie sich vorgenommen, wieder siegreicher Teil des aktuell so erfolgreichen Damen-Speedteams rund um Abfahrts-Weltcupsiegerin Nicole Schmidhofer zu werden.

Scheyer will sich Zeit geben

Dass es für die Rückkehr auf das Podest aber Zeit braucht, ist Scheyer bewusst. „Mir fehlt ja ein ganzes Jahr. Und mein größtes Ziel ist sowieso, geduldig zu bleiben. Ich bin Sportlerin, am liebsten ist mir, wenn alles schon gestern passiert wäre.“ Die Lösung: Loslassen. „Ich habe schon bemerkt, dass es bei mir am besten funktioniert, wenn ich nicht unbedingt gleich alles will.“

„Ich bin Sportlerin, am liebsten ist mir, wenn alles schon gestern passiert wäre.“