Strolz Zehnter, Yule wiederholte Sieg

Sport / 08.01.2020 • 22:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Schweizer gewann vor Kristoffersen, Madonna sah den vierten Slalomsieger dieser Saison.

Madonna di Campiglio Österreichs Athleten müssen auch nach dem vierten alpinen Saisonslalom auf den ersten Podestplatz warten. Johannes Strolz verhinderte in Madonna die Campiglio als Zehnter immerhin ein ÖSV-Debakel. Der Warther hatte bei seiner besten Weltcupplatzierung 1,40 Sekunden Rückstand auf Daniel Yule. Der Schweizer holte nach 2018 auch seinen zweiten Weltcupsieg in Madonna.

Es setzte sich ein Trend fort, im vierten Saisonrennen gab es den vierten verschiedenen Sieger. Der Norweger Henrik Kristoffersen wurde knapp hinter Yule Zweiter (+0,15) und übernahm zwei Punkte vor Clement Noel die Führung im Slalom-Weltcup. Der Franzose belegte Rang drei (0,25). Mit Marco Schwarz holte nur ein zweiter ÖSV-Athlet als 15. (1,68) Weltcup-punkte. Die ÖSV-Asse Michael Matt und Manuel Feller hatten sich überraschend nicht für den zweiten Durchgang qualifiziert.

Nummer vier brachte Glück

Yule behielt im zweiten Durchgang die Nerven, nachdem er schon zur Halbzeit 0,19 Sekunden vor Kristoffersen gelegen war. „Es ist hier immer steil, der Schnee passt sehr gut für mich, das Material funktioniert sehr gut darauf“, erläuterte der 26-Jährige im ORF-Interview. Rang 27 von Zagreb machte er mehr als vergessen. „In Zagreb war ich immer am Kämpfen, heute ist alles leicht von der Hand gegangen. Ich habe Vollgas von oben bis unten gegeben und es freut mich, dass es so geklappt hat“, sagte der in der Disziplin-Wertung auf Position drei vorgestoßene Schweizer. Wie am 22. Dezember 2018 brachte ihm die Startnummer vier Glück.

Kristoffersen schrammte nur knapp an seinem dritten Madonna-Triumph vorbei. „Zagreb war nicht mein Tag, heute Zweiter. Das passt gut“, sagte der Norweger. Der 25-Jährige mischt auch im Gesamt-Weltcup ganz vorne mit, hat da als Dritter nur noch vier Zähler Rückstand auf Alexis Pinturault, der Fünfter wurde. „Das spielt alles jetzt keine Rolle, es kommen so viele Rennen auf uns zu, die Saison ist noch lang“, so Kristoffersen.

Er präsentierte sich wie Yule nach einer Zagreb-Enttäuschung (Rang 19) diesmal von seiner besten Seite.

Im ÖSV-Team traf das nur auf Strolz zu, der von Rang 14 in der Entscheidung noch den Sprung unter die Top Ten schaffte. „Ich bin sehr erfreut nach den letzten Rennen. Es war sehr wichtig für mich, dass ich es diesmal ins Ziel gebracht habe“, lautete die Analyse des 27-Jährigen. Zuvor war er dreimal ausgeschieden. Nun stellte er nicht nur sein bestes Slalom-Resultat (15. in Levi 2018) in den Schatten, sondern unterbot auch seine bisher beste Platzierung im Weltcup (Kombinations-12. in Bansko 2019). „Ich hoffe, dass es eine Initialzündung war“, so Strolz.

Hoffen auf Besserung

„Johannes mit Nummer 42 Zehnter, das ist sehr positiv. Von der restlichen Mannschaft ist das Ergebnis nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben. Das gilt es zu analysieren und weiterzuarbeiten“, sagte ÖSV-Slalom-Gruppentrainer Marko Pfeifer. „Es ist ganz wichtig, Ruhe zu bewahren, die haben wir in der Mannschaft. Es kann schnell gehen“, hofft Pfeifer auf Besserung.

„Ich bin schon zufrieden. Aber es geht auch besser, als auf den zehnten Platz.“

Ski weltcup

Herren-Nachtslalom Madonna di Campiglio

1. Daniel Yule (SUI)  1:35,60 47,56 48,04

2. Henrik Kristoffersen (NOR)  1:35,75 +00,15 47,75 48,00

3. Clement Noel (FRA)   1:35,85 +00,25 48,36 47,49

4. Sebastian Foss-Solevaag (NOR)  1:35,90 +00,30 48,09 47,81

5. Alexis Pinturault (FRA)  1:36,20 +00,60 48,47 47,73

6. Tanguy Nef (SUI)  1:36,45 +00,85 48,43 48,02

7. David Ryding (GBR)   1:36,94 +01,34 48,55 48,39

Stefan Hadalin (SLO)   1:36,94 +01,34 48,89 48,05

9. Manfred Mölgg (ITA)   1:36,99 +01,39 48,79 48,20

10. Johannes Strolz (AUT)   1:37,00 +01,40 48,62 48,38

11. Erik Read (CAN)   1:37,05 +01,45 48,84 48,21

12. Sandro Simonet (SUI)  1:37,06 +01,46 49,21 47,85

13. Alex Vinatzer (ITA)  1:37,09 +01,49 48,51 48,58

14. Alexander Choroschilow (RUS)  1:37,25 +01,65 47,98 49,27

15. Marco Schwarz (AUT)  1:37,28 +01,68 48,32 48,96

Nicht für den 2. Durchgang qualifiziert: 33. Michael Matt (AUT) 49,25 +1,69, 38. Fabio Gstrein (AUT) 49,38 +1,82, 40. Adrian Pertl (AUT) 49,41 +1,85, 43. Marc Digruber (AUT) 49,46 +1,90, 48. Manuel Feller (AUT) 49,63 +2,07

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Ramon Zenhäusern (SUI), Andre Myhrer (SWE)