Dem Slalom zugetan

Sport / 09.01.2020 • 19:47 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Erleichterung bei Johannes Strolz. Nach drei Ausfällen in den bisherigen Weltcupslaloms war der Warther in Madonna auf Platz zehn der beste ÖSV-Läufer.gepa
Erleichterung bei Johannes Strolz. Nach drei Ausfällen in den bisherigen Weltcupslaloms war der Warther in Madonna auf Platz zehn der beste ÖSV-Läufer.gepa

Johannes Strolz legt nach Platz zehn in Madonna den Fokus auf die Torlaufbewerbe.

Madonna di Campiglio Johannes Strolz will sich nach seiner ersten Top-Ten-Platzierung im alpinen Ski-Weltcup vorerst ganz auf den Slalom konzentrieren. „Ich bedanke mich bei allen Trainern, die mir immer wieder die Chance gegeben und an mich geglaubt haben“, freute sich der 27-jährige Warther über seinen zehnten Platz im Nachtslalom in Madonna di Campiglio. „Wir können es aber besser, bleiben weiter auf dem Gas“, spricht er auch für die Kollegen. „Es wissen alle, dass sie ein guten Grundspeed haben. Es ist halt kein Wunschkonzert, speziell bei den Rennen, wo es so eng hergeht wie hier in Madonna.“

Wie hat Strolz die Ausfälle in den ersten drei Saisonslaloms weggesteckt? „Es hat mich gewurmt, aber ich habe aus der Vergangenenheit positive Erfahrung gesammelt. Ich habe gewusst, wenn ich mich auf meine Kernsachen konzentriere, dann passt es. Man braucht auch eine gewisse Gelassenheit, und ein Vertrauen, dass es passiert. Ich muss dazusagen, dass ich sportpsychologisch im Olympiazentrum in Dornbirn sehr gut betreut bin. Da bekomme ich eine unglaubliche Unterstützung.“

Riesentorlauf ist gestrichen

Nach Junioren-WM-Bronze im Super-G 2012 hatte Strolz lange zu kämpfen, um den Sprung in den ÖSV-A-Kader zu schaffen. „Dass man für Österreich Skirennen bestreiten darf, hat mir den Mut gegeben, nicht aufzugeben“, betonte Strolz, der gestern bereits um sieben Uhr morgens mit seinen Teamkollegen in Madonna wieder trainierte. Der Europacup-Gesamtsieger von 2018 will außer in seiner Spezialdisziplin Slalom im Jänner nur noch in der Kombination in Wengen antreten.

Neben Strolz verzichtet auch Manuel Feller morgen auf den Riesentorlauf in Adelboden. „Ich habe überhaupt nicht Riesentorlauf trainiert, daher macht derzeit ein Start keinen Sinn“, erklärte der 27-jährige Tiroler, der im Dezember von einem akuten Bandscheibenvorfall gestoppt worden war und am Mittwochabend in Madonna mit Rang 48 die Qualifikation für den Finaldurchgang der Top 30 klar verpasst hatte. Deshalb ging es für ihn wieder sofort zurück in die Heimat, wo ihm sein Physiotherapeut „das Gestell in Ordnung bringen“ sollte.

Neben Feller, der mit den Bedingungen in Madonna gar nicht zurechtkam, verpasste auch sein Landsmann Michael Matt als 33. den Sprung in den zweiten Lauf. „Michi gibt mir derzeit Rätsel auf. Das war nur verkrampft“, meinte ÖSV-Slalom-Gruppentrainer Marko Pfeifer zur schwachen Vorstellung des Vizeweltmeisters. „Im Training war er pro Lauf eine Sekunde schneller als alle anderen. Man muss schauen, ob er sich psychisch zu sehr unter Druck setzt. Das könnte ein Grund sein, warum er im Rennen so abstürzt.“

Die Materialfrage stört

Allerdings mache sich Matt auch zu viele Gedanken über das Material. „Er sollte sich wieder mehr aufs Skifahren konzentrieren und dann erst auf die Abstimmung. Das hat bei ihm eine viel zu große Dimension“, meinte Pfeifer. Zweitbester Österreicher in Madonna war der WM-Dritte Marco Schwarz als 15. Der Kärntner will natürlich mehr, weiß aber auch, dass „das Projekt Kreuzbandriss noch nicht abgeschlossen ist. Seither sind erst zehneinhalb Monate vergangen, von da her ist diese Platzierung okay.“

Aus Vorarlberger Sicht sind im Riesentorlauf Magnus Walch und Patrick Feurstein dabei, beide konnten sich in dieser Saison bei ihren Einsätzen aber noch nicht für die Teilnahme an einem zweiten Durchgang qaulifizieren.

„Ich habe gewusst, wenn ich mich auf meine Kernsachen konzentriere, dann passt es.“

SKI-weltcup

So geht es weiter

Samstag

Herren-RTL Adelboden 10.30/13.30 Uhr

ÖSV-Team: Magnus Walch, Patrick Feurstein, Matthias Mayer, Marco Schwarz, Roland Leitinger, Stefan Brennsteiner, Dominik Raschner, Michael Matt. 

Damenabfahrt Altenmarkt 11.45 Uhr

Sonntag, 12. Jänner

Herrenslalom Adelboden 10.30/13.30 Uhr

ÖSV-Team: Johannes Strolz, Matthias Graf, Marco Schwarz, Michael Matt, Manuel Feller, Marc Digruber, Adrian Pertl, Fabio Gstrein 

Damen-Kombi Altenmarkt 9.15/11.45 Uhr