EURO 2020: Routiniers, Dauerbrenner und Jungspunde

Sport / 09.01.2020 • 13:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kapitän und Goalie Thomas Bauer soll mit seinen Paraden für den notwendigen Rückhalt bei der EURO 2020 sorgen. <span class="copyright">GEPA</span>
Kapitän und Goalie Thomas Bauer soll mit seinen Paraden für den notwendigen Rückhalt bei der EURO 2020 sorgen. GEPA

Gastgeber Österreich will mit guter Mischung bei Heim-Europameisterschaft ins Rampenlicht treten.

Wien Erfolgshungrige Routiniers, ambitionierte Dauerbrenner, couragierte Jungspunde und ein repräsentatives Trainerteam – so könnte man das rot-weiß-rote Aufgebot zusammenfassen, das die Farben Österreichs ab Freitag bei der zweiten Heim-EM in der Geschichte vertritt. Unweigerlich werden Erinnerungen an 2010 wieder wach, als Östereichs Männerteam erstmals groß ins Rampenlicht des Interesses trat. Bei seiner EM-Premiere überstand der Gastgeber mit einem Sieg gegen Serbien, dem Remis gegen Island und einer knappen Niederlage gegen Titelverteidiger Dänemark als Dritter die Vorrunde und zog in die Hauptrunde ein. Die Euphorie wurde durch einen Sieg über Russland gekrönt und am Ende wurde man sensationell Neunter. „Das war richtig geil“, betont der Harder Robert Weber, „aber das ist lange her und die Zeit ist reif, um das nächste Kapitel unseres Wintermärchens zu schreiben.“ Der aktuelle Rekordspieler und -torschütze im EURO-2020-Kader ist neben Kapitän Thomas Bauer der letzte Verbliebene aus dem 2010er-Kader. „Wir werden gemeinsam versuchen, die Jungs ein bisschen an der Hand zu nehmen, um ihnen die Nervosität für die Auftritte vor heimischem Publikum zu nehmen.“

Hochdekoriertes Trainerteam

Beim ÖHB-Team von einer Rasselbande zu sprechen, wäre angesichts der acht in Deutschland, der Schweiz und in Portugal bei Topklubs spielenden Legionäre nicht angebracht. Selbst die von Neo-Teamchef Ales Pajovic seit April 2019 initiierte Verjüngungskur soll sich nicht als Nachteil erweisen: „Ich denke, wir haben eine sehr gute Mischung aus erfahrenen, arrivierten und jungen, hungrigen Spielern, die das Herz am rechten Fleck haben und alles geben werden“, betont Pajovic kämpferisch. Zusammen mit Ex-Weltklassegoalie Matthias Andersson soll das als Spieler hochdekorierte Duo dafür sorgen, dass das Handballfieber zumindest bis in die Hauptrunde lebt.

1029 Länderspiele haben die 16 ÖHB-Spieler im EM-Kader zu Buche stehen. Seit seinem Debüt am 19. November 2004 hat Robert Weber insgesamt 176 Mal das rot-weiß-rote Teamtrikot übergestreift und ist damit längstdienender Aktiver. Die 100er-Marke haben zudem Kapitän Thomans Bauer (152), Janko Bozovic (149) und Fabian Posch (102) überschritten. In der ewigen ÖHB-Rekordliste nimmt Weber Position fünf hinter Ewald Humberger (246), Patrick Fölser (218) und Andreas Dittert sowie Viktor Szilagyi (je 203) ein, die allesamt ihre Karriere bereits beendet haben.

2416 Länderspieltore haben die 16 ÖHB-Spieler im Verlauf ihrer Karriere bereits erzielt. Klare Nummer eins auch hier Robert Weber mit 766 Volltreffern, gefolgt von Janko Bozovic (398), Raul Santos (302) und Nikola Bilyk (276). In der ewigen ÖHB-Rekordliste ist Weber hinter Andreas Dittert (1089) und Viktor Szilagyi (907) dritterfolgreichster Torschütze in der Historie.

440 Jahre haben Robert Weber und Teamkollegen gemeinsam auf dem Buckel. Mit 34 Jahren und 180 Tagen ist Janko Bozovic der älteste Spieler und damit fast doppelt so alt wie Youngster Lukas Hutecek, der 19 Jahre und 192 Tage alt ist.

129 Kilogramm schwer ist Kreisläufer Tobias Wagner und kommt damit auf das höchste Kampfgewicht im ÖHB-Aufgebot. Insgesamt werfen die 16 Schützlinge von Teamchef Ales Pajovic 1519 Kilo (Schnitt 95 kg) bei der EURO 2020 ins Rennen. Mit Janko Bozovic (2,04) und Nikola Bilyk (2,00) knacken zwei Spieler die Zwei-Meter-Marke. Kleinster Spieler ist Debütant Jakob Jochmann (1,78) und Robert Weber ist mit 77 Kilo das Fliegengewicht im Kader.