Positive Erinnerungen an Auftaktgegner

Sport / 09.01.2020 • 22:26 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Robert Weber war beim 30:20-Erfolg 2014 mit sieben Toren Topskorer.Reuters
Robert Weber war beim 30:20-Erfolg 2014 mit sieben Toren Topskorer.Reuters

Österreich trifft zum EURO-2020-Start auf Tschechien.

Wien Von höchster Stelle wurden Österreichs Handballer auf ihre Reise bei der EURO 2020 geschickt. Bundespräsident Alexander Van der Bellen gab der Equipe von Teamchef Ales Pajovic die besten Wünsche mit und stellte in Aussicht, dass er sich nach Möglichkeit ein Spiel ansehen wird. Im Auftaktspiel am Freitag (18.15 Uhr, live ORF 1) gegen Tschechien wird Österreichs Oberhaupt aber aufgrund von privaten Verpflichtungen nicht unter den erwarteten 10.000 Zuschauern in der Wiener Stadthalle weilen.

Hochspannung bis zur Hymne

Dass Auftaktspiele bei Großevents, noch dazu vor eigenem Publikum, einen ganz besonderen Charakter haben, bestätigt Robert Weber. Der 34-jährige Harder, mit 176 Länderspielen und 766 Tore der dienstälteste ÖHB-Akteur, war als einziger bei allen vorangegangen sechs Startspielen bei einer Endrunde mit dabei: „Die Anspannung und Nervosität weicht eigentlich erst in dem Moment in den Hintergrund, wenn die Nationalhyme erklingt“, erklärt Weber. „Der Erwartungsdruck ist natürlich als Gastgeber noch etwas größer als normal. Wir haben uns seriös vorbereitet und sind alle froh, dass es nach der intensiven Vorbereitung nun endlich losgeht.“

Wie wichtig ein erfolgreicher Start ist, bestätigt auch Teamchef Pajovic: „Die Tatsache, dass nur zwei der vier Teams in der Vorrunde weiterkommen und für die beiden anderen nach fünf Tagen die EM Geschichte ist, ist natürlich brutal. Doch genau für solche Momente bereiten wird uns seit vielen Tagen und Monaten vor und wollen nun den Lohn unserer harten Arbeit ernten.“

Der 41-jährige Slowene stuft Tschechien nach intensivem Videostudium als Gegner auf Augenhöhe ein: „Sie sind richtig schnell, gehen oft ins Eins-gegen-eins“, erklärt Pajovic und sieht in der stabilen Leistung seiner 6:0-Abwehr den Schlüssel zum Erfolg. „Mit Pavel Horak, Tomas Babak und Stanislav Kasparek haben sie eine gute Rückraumachse. Dazu kommt 2018-EM-Torschützenkönig Ondrej Zdrhala. Sie haben auf jeden Fall viel Qualität und es wird viel von der Tagesform abhängen.“

So wie im direkten Vergleich gegen den EM-Sechsten von 2018, hat Österreich auch in den bisherigen sechs Auftaktspielen eine negative Bilanz. 2010 unterlag man Dänemark 29:33, 2015 gegen Kroatien 30:32, 2018 gegen Weißrussland 26:27 und bei der 2019-WM Chile 24:32. Was die Hoffnungen auf einen perfekten Start näht, ist der Blick auf die Habenseite: 2014 gab es gegen Tschechien mit 30:20 den höchsten Sieg bei einer Endrunde und 2011 bei der WM wurde Brasilien mit 34:24 bezwungen. „Natürlich ist es möglich, dass uns mit der Euphorie noch einmal der selbe Coup wie vor sechs Jahren gelung. Doch ich rechne mit einem Duell auf Augenhöhe und wäre natürlich überglücklich, wenn wir nach 60 Minuten ein Tor mehr auf dem Konto haben und damit wichtige Schritte in Richtung Aufstieg machen würden“, so der ÖHB-Teamchef.

Robert Weber war beim 30:20-Erfolg 2014 mit sieben Toren Topskorer.Reuters
Robert Weber war beim 30:20-Erfolg 2014 mit sieben Toren Topskorer.Reuters
Bundespräsident Alexander Van der Bellen bei der Verabschiedung in der Hofburg mit ÖHB-Teamchef Ales Pajovic (l.) und Kapitän Nikola Bilyk.GEPA
Bundespräsident Alexander Van der Bellen bei der Verabschiedung in der Hofburg mit ÖHB-Teamchef Ales Pajovic (l.) und Kapitän Nikola Bilyk.GEPA