100 Prozent Genuss-Skifahren

Sport / 10.01.2020 • 20:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ramona Siebenhofer sah trotz ihrer Trainingsbestzeit in Altenmarkt/Zauchensee für das Abfahrtsrennen heute noch Luft nach oben.gepa
Ramona Siebenhofer sah trotz ihrer Trainingsbestzeit in Altenmarkt/Zauchensee für das Abfahrtsrennen heute noch Luft nach oben.gepa

Ramona Siebenhofer mit Bestzeit im Abschlusstraining für die Abfahrt in Zauchensee.

Altenmarkt Österreichs Speed-Damen greifen bei der Weltcup-Abfahrt am Samstag in Altenmarkt-Zauchensee nach dem Heimsieg. Im Abschlusstraining erzielte Ramona Siebenhofer am Freitag Bestzeit, 0,11 Sekunden vor der Tschechin Ester Ledecka sowie 0,23 vor Landsfrau Tamara Tippler. Nicole Schmidhofer, erste Verfolgerin Ledeckas im Abfahrts-Weltcup, überstand eine gefährliche Schrecksekunde unversehrt.

Nichts passiert

Der Österreicherin, im ersten Training trotz einiger Bremsschwünge Zweite, schlug es vor dem letzten Drittel ihrer Fahrt bei Höchsttempo die Bindung des linken Skis auf. Die Weltcup-Gewinnerin der Abfahrtswertung musste danach zwar zu Boden, war aber bald wieder guten Mutes.

„Gut, dass nichts passiert ist“, atmete Schmidhofer im Ziel auf. „Ich habe in einem ungünstigen Winkel einen blöden Schlag bekommen und habe eh kurz gedacht, ich dersteh es und kann auf einem Ski weiterfahren wie damals Bode Miller“, berichtete sie. Ihren ersten Ärger („Ich muss so was gleich rauslassen, sonst frisst es mich auf“) hatte sie rasch weggesteckt.

Offenbar hatte sie es irgendwie kommen gesehen, denn gegen die eigenen Regeln hatte sie gestern den Sieger-Rennanzug von Lake Louise angehabt. „Einen Anzug, mit dem man einmal gewonnen hat, zieht man kein zweites Mal an“, erklärte Schmidhofer. „Ich habe halt geglaubt, im Training geht das schon.“ Heute wird mit dem Rennanzug gefahren, in dem sie Donnerstag Zweite geworden war. Prognosen für das Rennen wollte Schmidhofer keine abgeben. „Mein Ziel ist, gut zu fahren und beide Ski an den Beinen zu behalten“, scherzte sie vielmehr. Sie gab aber auch zu: „Ich war bis zu dem Vorfall sehr schnell. Bei einem Heimrennen vor einem derartigen Fahnenmeer zur Siegerehrung zu gehen, wäre schon lässig.“

Österreichs so erfolgreiche Speed-Damen können heute den ersten Heimsieg seit drei Jahren landen. In die Favoritenrolle schob sich im Abschlusstraining auch Siebenhofer, die einen verpatzten Dezember hinter sich hat. „Hier gibt‘s aber viele, die gewinnen können“, winkte die Steirerin zunächst ab und sah sich höchstens in einer Mitfavoritinnenrolle. „Es war keine perfekte Fahrt, da ist noch Luft nach oben.“

„Ich grinse vom Start bis ins Ziel“

Grundsätzlich tue ihr eine Bestzeit aber schon gut. „Ich muss jetzt nur aufpassen, dass ich am Samstag nicht zu viel will.“ Die anspruchsvolle Gamskogel-Abfahrt sei aber so oder so zu 100 Prozent Genuss-Skifahren. „Ich grinse hier vom Start bis ins Ziel.“

Tippler ist die einzige aus der starken ÖSV-Speed-Gruppe, der ein Abfahrtspodest noch fehlt. „Von Platz drei heute kann ich mir nix kaufen. Es ist aber auf alle Fälle besser, als hinten nach zu rodeln“, sagte die Steirerin und gab zu: „Ein Stockerl in der Abfahrt ist ein großes Ziel von mir.“

„Mein Ziel ist, gut zu fahren und beide Ski an den Beinen zu behalten.“

SKI-weltcup

2. Damen-Abfahrtstraining Altenmarkt

1. Ramona Siebenhofer (AUT)  1:47,92 Min.

2. Ester Lececka (CZE)  +0,11 Sek.

3. Tamara Tippler (AUT)  +0,23

4. Joana Hählen (SUI)  +0,28

5. Sofia Goggia (ITA)  +0,31

6. Lara Gut-Behrami (SUI)  +0,44

7. Corinne Suter (SUI)   +0,59

8. Tina Weirather (LIE)   +0,72

Viktoria Rebensburg (GER)  +0,72

10. Kira Weidle (GER)   +0,78

13. Stephanie Venier (AUT)  +1,03

15. Christine Scheyer (AUT)  +1,12

17. Elisabeth Reisinger (AUT)  +1,27

20. Mirjam Puchner (AUT)   +1,49

24. Nina Ortlieb (AUT)  +1,82

30. Ricarda Haaser (AUT)   +2,62

36. Nadine Fest (AUT)  +3,08

50. Rosina Schneeberger (AUT)  +4,24

52. Lisa Grill (AUT)  +4,71

Ausgeschieden: Nicole Schmidhofer (AUT), Ilka Stuhec (SLO)