„Combinazione Brignone“

Sport / 12.01.2020 • 20:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach Rang 15 in der Abfahrt beendete die Lecherin Nina Ortlieb die Kombination (Super-G, Slalom) in Zauchensee auf dem guten elften Rang. gepa
Nach Rang 15 in der Abfahrt beendete die Lecherin Nina Ortlieb die Kombination (Super-G, Slalom) in Zauchensee auf dem guten elften Rang. gepa

Italienerin gewann im Super-G ihre vierte Kombi – Siebenhofer Vierte in Zauchensee.

Zauchensee Österreichs Skidamen haben auch im zweiten Zauchensee-Rennen keinen Podestplatz geschafft. War das in der Abfahrt noch eine Riesenenttäuschung gewesen, war Platz vier für Ramona Siebenhofer in der Alpin-Kombination ein versöhnlicher Abschluss. Der Sieg ging an die Italienerin Federica Brignone, die 0,15 Sek vor Wendy Holdener einen weiteren Sieg für die Schweiz verhinderte.

Die bestbesetzte Damen-Kombination seit Jahren hatte es in sich. Italien-Coach Giovanni Feltrin hatte einen schnellen und tückischen Super-G ins Kälberloch gesetzt, der sogar viele der Topläuferinnen überforderte. So schieden gleich 16 der 47 Fahrerinnen aus, darunter die Topfavoritinnen Mikaela Shiffrin (USA) und Petra Vlhova (SVK), Abfahrts-Olympiasiegerin Sofia Goggia (ITA), Abfahrts-Weltmeisterin Ilka Stuhec (SLO), Kombi-Olympiasiegerin Michelle Gisin (SUI), Viktoria Rebensburg (GER) sowie auch Zauchensee-Titelverteidigern Marie-Michele Gagnon aus Kanada.

Bei Brignone ging die „Azzurri“-Rechnung hingegen auf. „Fede“ ging als Speed-Schnellste der
neuen Startregel entsprechend auch mit Nummer eins in den
Slalom. Die zweitbeste Zeit vor Holdener genügte, um ihren 12. Weltcupsieg einzufahren. Es war der dritte Kombi-Triumph in Folge für die immer mehr zur Spezialistin werdende Italienerin sowie der vierte insgesamt, aber der erste nicht in Crans-Montana. Mit vier Siegen in der Kombi nach neuem Format (ein Slalomdurchgang) ist Brignone zusammen mit Maria Höfl-Riesch nun die zweiterfolgreichste Fahrerin im Weltcup hinter Lindsey Vonn.

Die ÖSV-Damen verteidigten mit sechs Läuferinnen in den Top 30 auch ohne Podestplatz in Zauchensee ihre Führung in der Mannschaftswertung vor Italien erfolgreich. Etwas, das vor allem ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel mit Argusaugen verfolgt, liegt man doch im Nationencup derzeit klar zurück.

Siebenhofer blieb konstant

Siebenhofer ging auf dem Zielhang der Abfahrt als Halbzeit-Vierte, Nina Ortlieb als Sechste und Elisabeth Reisinger als Achte in den Kombi-Slalom. Nur Siebenhofer konnte im Slalom aber ihren Platz halten und wurde hinter Brignone, Holdener und Marta Bassino (ITA) wie schon bei der WM Vierte. Reisinger (10.) schaffte es noch in die Top Ten, Ortlieb wurde 11. Weiter geht es für die Ski-Damen ein Tal neben Altenmarkt-Zauchensee morgen Abend mit dem Flutlichtslalom in Flachau.

„Ich habe zunächst nicht gedacht, dass es genügt. Wendy war ja nur ganz knapp hinter mir.“

SKI-weltcup

Damen-Kombination Zauchensee (Super-G, Slalom)

1. Federica Brignone (ITA) 2:03,45 Min. 1:13,80 49,65

2. Wendy Holdener (SUI) 2:03,60 +00,15 1:14,30 49,30

3. Marta Bassino (ITA) 2:04,27 +00,82 1:14,02 50,25

4. Ramona Siebenhofer (AUT) 2:04,84 +01,39 1:14,32 50,52

5. Elena Curtoni (ITA) 2:05,95 +02,50 1:14,74 51,21

6. Ester Ledecka (CZE) 2:06,51 +03,06 1:14,66 51,85

7. Romane Miradoli (FRA) 2:06,65 +03,20 1:15,92 50,73

8. Nathalie Gröbli (SUI) 2:06,70 +03,25 1:15,32 51,38

9. Ida Dannewitz (SWE) 2:06,71 +03,26 1:15,34 51,37

10. Elisabeth Reisinger (AUT) 2:06,80 +03,35 1:14,82 51,98

11. Nina Ortlieb (AUT) 2:06,86 +03,41 1:14,73 52,13

12. Roni Remme (CAN) 2:07,32 +03,87 1:15,72 51,60

13. Ricarda Haaser (AUT) 2:07,50 +04,05 1:15,60 51,90

14. Rosina Schneeberger (AUT) 2:07,63 +04,18 1:15,58 52,05

15. Tifany Roux (FRA) 2:07,68 +04,23 1:16,20 51,48

16. Nadine Fest (AUT) 2:07,77 +04,32 1:15,77 52,00

19. Lisa Grill (AUT) 2:08,28 +04,83 1:17,49 50,79

Ausgeschieden im Super-G u.a.: Mikaela Shiffrin (USA), Petra Vlhova (SVK), Ilka Stuhec (SLO), Michaela Wenig, Kira Weidle (beide GER), Michelle Gisin, Priska Nufer (beide SUI), Marie-Michele Gagnon (CAN), Sofia Goggia (ITA), Kajsa Vickhoff Lie (NOR) – insgesamt 16 Ausfälle

Nicht gestartet im Slalom: Tina Weirather (LIE)