Der Pechvogel von Adelboden

Sport / 12.01.2020 • 20:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Gegen den Fehlstart half Feurstein auch Hirscher-Know-how nicht.

adelboden Der Weg zu seinen ersten Weltcuppunkten gestaltet sich für Skirennläufer Patrick Feurstein zäh. In Adelboden war es fast so weit. Als Riesentorlauf-18. klassiert, fand sich später ein DSQ hinter seinem Namen. Weil er zu früh gestartet war, wurde der Bregenzerwälder disqualifiziert. Unterstützt wird der 23-Jährige auf der Suche nach Konstanz seit ein paar Wochen auch von Ferdinand Hirscher.

Der Arbeitstag für Feurstein auf dem Chuenisbärgli begann mit einer ungeplanten Einlage. Er war im ersten Durchgang mit Nummer 50 stark unterwegs, wurde aber wegen eines Sturzes und ob der kurzen Startintervalle abgewunken. „Man erlebt immer wieder coole Sachen, hier in Adelboden wird einem nie langweilig“, nahm er es locker. Als vorletzter Läufer ging er als 65. nochmals über die Piste und erreichte als 25. und zweitbester Österreicher das Ziel. Und im Finale ging es noch weiter nach vor. Verständlich war die Freude und erste Reaktion. „Ein Meilenstein, den sich jeder Skifahrer wünscht, das erlebt man nur einmal im Leben, die ersten Weltcuppunkte! Bei der Kulisse ist das unglaublich cool“, sagte Feurstein im Zielraum. Es war das sechste Weltcuprennen seiner Laufbahn, und nach Adelboden vor einem Jahr erst die zweite Finalteilnahme. Verganges Jahr wurde ihm ein Ausrutscher auf dem Zielhang zum Verhängnis, heuer die Regel 613.7 des Internationalen Skiverbands (FIS). Sie besagt, dass der Läufer fünf Sekunden vor oder fünf Sekunden nach dem offiziellen
Signal aus dem Starthaus muss. Feurstein war laut Informationen des ÖSV eine halbe Sekunde zu früh.

Hirscher sen. als Ratgeber

Feurstein gehört dem B-Kader des Österreichischen Skiverbands an, er trainiert in der Gruppe „Weltcup Riesentorlauf“ unter der Leitung von Benjamin Pranter mit seinen Kollegen Stefan Brennsteiner, Roland Leitinger und Daniel Meier. Spezielle Unterstützung erhält er von Hirscher sen., der nach dem Rücktritt seines Sohnes Marcel Hirscher im ÖSV als Trainer arbeitet und sich die 1:1-Betreuung eines Athleten wünschte. „Die Zusammenarbeit passt sehr gut, es funktioniert top“, erzählte Feurstein. „Er hilft mir extrem
vor allem auch im Materialbereich, weil er so viel Erfahrung aus seiner Zeit mit Marcel hat. Er hat mir geholfen, dass ich auf dieses Niveau komme.“

„Ich bin froh, dass er mir hilft, und dass alle anderen Trainer mir helfen. Das läuft super.“

SKI-weltcup

Herren-Riesentorlauf in Adelboden

1. Zan Kranjec (SLO) 2:27,90 Min. 1:12,49 1:15,41

2. Filip Zubcic (CRO) 2:28,19 +00,29 1:12,51 1:15,68

3. Victor Muffat-Jeandet (FRA) 2:28,54 +00,64 1:12,99 1:15,55

. Henrik Kristoffersen (NOR) 2:28,54 +00,64 1:12,70 1:15,84

5. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 2:28,56 +00,66 1:13,00 1:15,56

6. Roland Leitinger (AUT) 2:28,81 +00,91 1:13,55 1:15,26

7. Ted Ligety (USA) 2:28,85 +00,95 1:12,82 1:16,03

8. Mathieu Faivre (FRA) 2:28,91 +01,01 1:12,38 1:16,53

9. Fabian Wilkens Solheim (NOR) 2:29,09 +01,19 1:13,02 1:16,07

10. Alexis Pinturault (FRA) 2:29,11 +01,21 1:12,76 1:16,35

11. Matts Olsson (SWE) 2:29,28 +01,38 1:13,02 1:16,26

. Marco Schwarz (AUT) 2:29,28 +01,38 1:13,29 1:15,99

13. Lucas Braathen (NOR) 2:29,34 +01,44 1:12,64 1:16,70

14. Giovanni Borsotti (ITA) 2:29,41 +01,51 1:12,29 1:17,12

15. Stefan Brennsteiner (AUT) 2:29,56 +01,66 1:13,67 1:15,89

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Magnus Walch (AUT), Gino Caviezel, Thomas Tumler (beide SUI), Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR), Tommy Ford (USA)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Luca de Aliprandini, Manfred Mölgg (beide ITA), Thibaut Favrot, Cyprien Richard (beide FRA)

Disqualifiziert im 2. Durchgang: Patrick Feurstein (AUT)

Herren-Slalom in Adelboden

1. Daniel Yule (SUI) 1:48,73 Min. 53,15 55,58

2. Henrik Kristoffersen (NOR) 1:48,96 +00,23 53,82 55,14

3. Marco Schwarz (AUT) 1:49,01 +00,28 53,74 55,27

4. Ramon Zenhäusern (SUI) 1:49,09 +00,36 53,48 55,61

5. Victor Muffat-Jeandet (FRA) 1:49,14 +00,41 53,87 55,27

6. Linus Straßer (GER) 1:49,23 +00,50 54,48 54,75

7. Fabio Gstrein (AUT) 1:49,31 +00,58 54,16 55,15

8. Alexis Pinturault (FRA) 1:49,32 +00,59 54,03 55,29

9. Loic Meillard (SUI) 1:49,34 +00,61 53,63 55,71

10. Sebastian Foss-Solevaag (NOR) 1:49,35 +00,62 54,46 54,89

11. Erik Read (CAN) 1:49,39 +00,66 54,42 54,97

12. Andre Myhrer (SWE) 1:49,43 +00,70 54,38 55,05

13. Albert Popow (BUL) 1:49,49 +00,76 54,54 54,95

14. Stefan Hadalin (SLO) 1:49,53 +00,80 54,02 55,51

15. Jean-Baptiste Grange (FRA) 1:49,58 +00,85 54,11 55,47

21. Marc Digruber (AUT) 1:50,10 +01,37 54,50 55,60

24. Michael Matt (AUT) 1:50,70 +01,97 53,91 56,79

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Armand Marchant (BEL), Istok Rodes (CRO), Alex Vinatzer (ITA), Lucas Braathen (NOR)

Ausgeschieden im 2. DG: Manuel Feller (AUT), T. Nef (SUI), Atle McGrath (NOR), C. Noel (FRA)