Stolze Mama gratulierte als Erste

Sport / 12.01.2020 • 21:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Amanda Salzgeber und ihre Mama Anita Wachter-Salzgeber jubeln nach dem Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Jugend-Winterspielen. <span class="copyright">gepa</span>
Amanda Salzgeber und ihre Mama Anita Wachter-Salzgeber jubeln nach dem Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Jugend-Winterspielen. gepa

Amanda Salzgeber ließ auf Gold in der Super-Kombi Bronze im Riesentorlauf folgen.

Lausanne „Ich weiß gar nicht, was hier passiert. Ich bin einfach nur megahappy.“ Amanda Salzgeber konnte ihr Glück kaum in Worte fassen. Da machte es ihr auch nichts aus, dass sie am Sonntagabend etwas länger auf die Medaillenübergabe warten musste. Der Grund: Die letzten sechs Läuferinnen waren in der Gondel, die nach einem technischen Gebrechen nicht fuhr, festgesessen. Nach ihrer Befreiung mussten sie mit dem Ski-Doo zum Start gebracht werden.

Freude viel größer als Ärger

Mit der zweiten Medaille im Gepäck war es der 17-Jährigen schließlich auch egal, dass sie Silber nur um eine lächerliche Hundertstel verpasste und auch Gold mit einem Rückstand von 15 Hunderstel zum Greifen nahe war. Vielmehr funkelten die Augen der jungen Montafonerin, die im zweiten Durchgang mit der drittschnellsten Zeit von Rang fünf auf das Podium fuhr. Deshalb wirkte sie auch überzeugend, als sie sagte: „Es waren immer sehr enge Rennen, alles liegt eng beisammen. Und ganz ehrlich: Die Freude über Bronze ist deutlich größer als das Ärgern über die verpassten Hundertstel.“ Schon am ersten Tag hatte Salzgeber zum Auftakt der Jugend-Winterolympiade im Super G als Vierte Rang drei um vier Hundertstel und Gold um 13 Hundertstel verpasst. Nach ihrem dritten Rennen an den ersten drei Wettkampftagen folgt heute nun ein Ruhetag, ehe dann am Dienstag der Slalom folgt.

Zur Person

Amanda Salzgeber

Im Dezember 2019 ist sie bei Rennen ihres Jahrgangs bei acht Einsätzen auf fünf Platzierungen unter den besten Vier gekommen.

Geboren 26. Februar 2002

Verein WSV Bartholomäberg

Ausbildung Sportgymnasium Dornbirn

Familie Mutter Anita Wachter-Salzgeber, Vater Rainer Salzgeber; Schwester Angelina


Dass sie ihr Vorhaben nach der ersten Medaillenzeremonie so gut umzusetzen vermochte, erfüllte nicht nur Amanda Salzgeber mit Stolz. „Ich habe mir nach der gestrigen Siegerehrung vorgenommen, dass ich befreit fahre. Das ist mir heute gelungen.“ Davon durfte sich auch Mama Anita Wachter-Salzgeber überzeugen. Schon am Samstag war die Olympiasiegerin von 1988 erste Gratulatin gewesen, als ihre Tochter Österreich das erste Gold bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2020 bescherte. „Ich habe mich schon beim Einfahren wohl gefühlt und diesen Flow zum Start und in die ersten Tore mitgenommen“, sprudelte es nach dem Sieg in der Super-Kombination aus Amanda heraus.“ Danach habe sie nur gepusht und die Ski laufen lassen. Die Belohnung für das Risiko, das die Vorarlbergerin auf der Piste Willy Favre vom Start weg nahm, war schlussendlich die verdiente Goldmedaille.

Zweites Kombi-Gold im Hause Wachter

Exakt 31 Jahre, zehn Monate und 22 Tage nach ihrem Olympiasieg in der alpinen Kombination in Calgary (1988) vergoss Anita Wachter-Salzgeber ein zweites Mal „goldene Tränen“. Denn Tochter Amanda war bei den Jugend-Winterspielen in Lausanne in der Kombination eine Klasse für sich und deklassierte den Rest der Welt. „Ich bin sehr stolz und glücktlich, dass Amanda hier endlich gelungen ist, wovon sie geträumt hat.“ Im Vorjahr hatte sie bei den EYOF-Spielen in Sarajevo mit dem Team Silber geholt.
Das Rennen, den Slalom ihrer Tochter, hat die Gesamtweltcupsiegerin von 1992/93 nicht im Zielraum von Les Diblerets mitverfolgen wollen. „Ich war oben am Berg, weil ich beim Zuschauen nervöser bin als meine Tochter. Daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern.“ Dabei ist die 52-Jährige in Sachen Siegen erfahren, hat sie selbst doch drei Olympia- und fünf WM-Medaillen sowie 19 Weltcuprennen gewonnen, sich zudem je einmal den Gesamt- sowie den Riesenslalomweltcup gesichert. Jetzt sorgte ihrte Tochter für einen ganz besonderen Glücksmoment. „Ich weiß nur, dass sie geweint hat“, beschrieb Amanda die familiäre Euphorie.

Für Valentin Lotter war der Kombi-Slalom nach wenigen Toren vorbei. <span class="copyright">gepa</span>
Für Valentin Lotter war der Kombi-Slalom nach wenigen Toren vorbei. gepa

Der Frust ist schon verflogen

Für ein kurioses Hoppala sorgte Valentin Lotter. Als der Vorarlberger nämlich beim Kombi-Slalom ins Rennen gehen hätte sollen, war das Starthaus leer geblieben. „Ich habe mich noch vorbereitet und die Zeit übersehen. Das war leider ein Fehler von mir.“ Der 17-Jährige vom WSV Andelsbuch durfte zwar nachstarten, doch das Rennen war für den 24. aus dem Super G nach wenigen Toren vorbei. „Durch den Stress am Start war die ganze Konzentration weg und ich bin zu gerade in die Haarnadel“, war der Bregenzerwälder natürlich enttäuscht. Nachdem aber der erste Frust verflogen war, gab es vom heimischen Nachwuchsfahrer im Zielraum ein Versprechen: „Das passiert mir garantiert nie wieder.“