Wenn Träume zur Realität werden

Sport / 12.01.2020 • 20:08 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Totale Konzentration in der Anlaufspur: Die Dornbirnerin Eva Pinkelnig auf dem Weg zu ihrem ersten Weltcupsieg.gepa/3
Totale Konzentration in der Anlaufspur: Die Dornbirnerin Eva Pinkelnig auf dem Weg zu ihrem ersten Weltcupsieg.gepa/3

Premierensieg im Weltcup für Eva Pinkelnig ein ganz besonderer Moment.

Sapporo „Ich bin fast sprachlos. Das kommt bei mir nicht oft vor. Es waren echt lässige Sprünge und als ich dann die Hymne gehört habe, da habe ich echt mit den Tränen gekämpft“, meinte Pinkelnig, die als Spätstarterin in den Weltcupzirkus eingestiegen war und auch schon mit langwierigen Verletzungen zu kämpfen gehabt hat.

„Nach allem, was in den letzten Jahren passiert ist und man mir schon prophezeit hat, dass ich nie wieder wirklich gut Skispringen werde, dass ich aufhören soll, bin ich allen megadankbar, die hinter mir gestanden sind. Ich werde das jetzt richtig genießen.“ In der Vorsaison hatte Pinkelnig bereits einige Podestplätze geschafft, in Sapporo war sie bereits am Samstag Dritte geworden. In der zweiten Konkurrenz führte sie dank eines 135,5-m-Sprungs bereits nach dem ersten Durchgang klar vor Weltmeisterin Maren Lundby. „Der erste Durchgang war ein Wahnsinn.“ Im Finale wehrte sie den Angriff der Norwegerin, die nach 121,5 m ihren Vortages-Schanzenrekord auf 139,5 m verbesserte, mit einem Satz auf 130 m souverän ab. „Dass ich im zweiten Durchgang so klar über die grüne Linie gesprungen bin, taugt mir sehr.“ Die 1,59-m-kleine WM-Fünfte siegte satte 11,2 Punkte vor Lundby. Ex-Weltmeisterin Iraschko-Stolz (117,5/135,5) lag bereits 23,4 Punkte zurück.

Sapporo ist ein gutes Pflaster

„Einfach unglaublich, ich habe es so genossen“, erzählte die 31-Jährige nach ihrem Premierensieg im Gespräch mit den VN. Und die Vorarlbergerin drückte vor allem ihre Dankbarkeit aus, weil „so viele so brutal hart dafür arbeiten, dass ich meinen Traum leben kann“.

Glücklich ist Pinkelnig auch darüber, dass ihre neuen Augment-Ski wirklich hervorragend funktionierern. „Ich habe mich von Beginn an darauf wohlgefühlt. Drei Podiumplätze in diesem Winter sind der beste Beweis.“ Auch Sapporo liebt die frischgebackene Weltcupsiegerin. Nach vierten und fünften Plätzen in den Vorjahren, ist sie dieses Wochenende gleich zweimal auf das Podest gesprungen. Als weiteren Baustein des momentan so erfolgreichen ÖSV-Damenteams nannte Pinkelnig den „sensationellen Teamspirit“. Der gemeinsame Jubel nach den beiden Weltcupsiegen der österreichischen Skispringerinnen in Sapporo wertet sie als sichtbaren Ausdruck. „Ohne die Trainer und unseren Team-Spirit ist so ein Erfolg nicht möglich. Wir freuen uns miteinander und füreinander.“

Mehr als nur Reis

Was Sapporo betrifft, so meinte Pinkelnig: „Japan ist immer eine Reise wert.“ Und mit einem Lächeln sagte sie: „Es gibt halt immer viel Reis. Dafür sind die WC-Brillen hier beheizt und das ist bei der Kälte in Sapporo auch nicht so schlecht.“ Das Weltcupprogramm der Damen wird am kommenden Wochenende in Zao (JPN) fortgesetzt. Dort steht neben zwei Einzelspringen auch ein Teambewerb am Programm. Österreichs Damen führen im Nationen Cup mit 1140 Punkten klar vor Verfolger Norwegen (604).

„Danke an alle, die so viel für mich arbeiten, damit ich meinen Traum leben kann.“

Der erste Jubel nach dem gelungenen Sprung.
Der erste Jubel nach dem gelungenen Sprung.
Die Hymne, ganz speziell für Eva Pinkelnig.
Die Hymne, ganz speziell für Eva Pinkelnig.

Skispringen

2. Weltcupspringen der Damen in Sapporo

Normalschanze

 1. Eva Pinkelnig (AUT) 250,8 (135,5/130,0)

2. Maren Lundby (NOR) 239,6 (121,5/139,5)

 3. Daniela Iraschko-Stolz (AUT) 227,4 (117,5/135,5)

 4. Chiara Hölzl (AUT) 221,1 (123,5/132,0)

 5. Sara Takanashi (JPN) 214,9 (121,5/130,0)

 8. Marita Kramer (AUT) 210,0 (123,5/130,0)

11. Jacqueline Seifriedsberger (AUT) 196,0 (121,0/118,5)

1. Weltcupspringen der Damen in Sapporo

Normalschanze

 1. Marita Kramer (AUT) 279,6 (131/135)

2. Maren Lundby (NOR)  275,0 (127/139)

 3. Eva Pinkelnig (AUT) 271,1 (127,5/134)

4. Sara Takanashi (JPN) 262,3 (126/132,5)

 5. Daniela Iraschko-Stolz (AUT) 256,4 (120/131,5)

 6. Chiara Hölzl (AUT) 256,0 (123,5/127,5)

15. Jacqueline Seifriedsberger (AUT) 212,4 (111,5/120,5)

Weltcup-Gesamtstand (5 von 21 Bewerben)

1. Maren Lundby (NOR) 405

 2. Chiara Hölzl (AUT) 330

 3. Eva Pinkelnig (AUT) 309

4. Sara Takanashi (JPN) 234

 5. Ema Klinec (SLO) 215

 6. Marita Kramer (AUT) 203

 9. Daniela Iraschko-Stolz (AUT) 169

12. Jacqueline Seifriedsberger (AUT) 108