Deshalb hat das Sportjahr Spuren hinterlassen

Sport / 13.01.2020 • 20:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sportlandesrätin Martina Rüscher mit Sebastian Manhart, dem Geschäftsführer des Olympiazentrums Dornbirn. HARTINGER

Olympiazentrum Dornbirn blickt auf erfolgreichstes Jahr der Dekade zurück. Neue Sportstrategie in Entwicklungsphase.

Dornbirn Bernadette Mennel, Barbara Schöbi-Fink, Martina Rüscher – der Sport in Vorarlberg ist fest in Frauenhänden, wobei seit 2018 die Zuständigkeit des Ressorts drei Mal wechselte. Was auch Neo-Landesrätin Martina Rüscher zu einem etwas süffisanten Einstieg anlässlich der Präsentation des Jahresberichts des Olympiazentrums (OZ) Vorarlberg verleitete. Im selben Atemzug schickte die gebürtige Tirolerin ein Riesenkompliment an die Arbeit von Sebastian Manhart und seinem stetig wachsenden Team in Dornbirn nach. Um schließlich schnell die Überleitung für zukünftige Vorstellungen und Planungen zu finden.

Bekenntnis zum Spitzensport

Strukturell steht dabei die Findungsphase für die neue Sportstrategie 2025 im Vordergrund. Darin involviert sind neben dem Sportreferat des Landes und dem Olympiazentrum auch die Fachverbände. Zumal die Vertreter von Handball und Rodeln in den Status eines leistungsorientierten Fachverbandes drängen und so die Spitzenförderung einfordern. Es werde durchaus einen neuen Evaluierungsprozess geben, so Rüscher. Und laut OZ-Geschäftsführer Sebastian Manhart könnte es durchaus zu Verschiebungen bezüglich der zu fördernden Verbände kommen. Zumal, wie Rüscher schon bei ihrem Antritts-Interview gegenüber den VN feststellte, alle Ressorts im Land zu Sparmaßnahmen angehalten sind.
Das betreffe aber nicht dringliche bauliche Veränderungen am Standort des Olympiazentrums in Dornbirn. Zumal die Ballsporthalle längst nach einem Um- bzw. Neubau schreie. Aber damit nicht genug: Die Kampfflächen für Karate und Judo erhalten eine Verdoppelung, die Küche des Hauses wird in eine Produktionsküche inklusive Betreuung umgewandelt. Gut 20 Millionen Euro will sich das Land in den nächsten Jahren die Verbesserungen in die Infrastruktur für die heimischen Spitzensportler und -sportlerinnen kosten lassen. Die Gesamtfläche erfährt dabei eine Aufstockung von derzeit 4200 m2 auf gut 6000 m2. Eine weitere Maßnahme ist die Ausgliederung der Rhythmischen Sportgymnastik. Die Sportlerinnen werden von Dornbirn nach Götzis siedeln, wo zuvor die Turnhalle für die sportspezifischen Voraussetzungen adaptiert wird.
Zu den weiteren Herausforderungen des Landes zählt laut Rüscher auch der Weltcup in Zürs (14./15. November 2020), wo nun mit dem Österreichischen Skiverband ein Fünfjahresvertrag abgeschlossen wurde. Auch da gilt es die notwendige Infrastruktur für das Großereignis zu schaffen.

Von A bis Z . . .

Seitens des Olympiazentrums gibt es derzeit Betreuungsvereinbarungen mit 79 Athleten bzw. Athletinnen – neu hinzugekommen ist Amanda Salzgeber (17) – und das Spektrum reicht von A wie Abdel-Aziz Noah (Snowboard) bis Z wie Zugg Daniel, seines Zeichens frischgebackener österreichischer Sprint-Meister im Skibergsteigen. Auf gut drei Millionen Euro beläuft sich das Jahresbudget des Sportkompetenzzentrums des Landes. Waren es 2019 rund 1,6 Millionen Euro, die vom Land beigesteuert wurden, so wurden die Zuwendungen für 2020 auf 1,775 Millionen aufgestockt.
Sportlich jedenfalls blickt Manhart, seit März 2013 Leiter des Olympiazentrums, nach eigenen Worten auf „das erfolgreichste Jahr der vergangenen Dekade“ zurück. Der 44-jährige gebürtige Salzburger nennt dafür auch stichhaltige Argumente:
WM-Medaillen: Neben Doppel-Vizeweltmeisterin Eva Pinkelnig durften sich auch Katharina Liensberger und Christian Hirschbühl je eine Silberne umhängen lassen. Rennrodler Jonas Müller schmückte sich gleich mit Sprint-Gold, Thomas Steu rodelte mit Partner Lorenz Koller zu Bronze.
Weltcup: Alessandro Hämmerle gewann die Gesamtwertung bei den Snowboardcrossern, Raceboarder Lukas Mathies feierte nach fünf Jahren Pause wieder einen Weltcupsieg, und Skibergsteiger Daniel Zugg bejubelte seinen Premierenerfolg.
European Games: Karate-As Bettina Plank sicherte sich in Minsk die Goldmedaille. Zuletzt hatte die 27-Jährige nicht so viel Glück. Denn ihr Tripp zum Serie-A-Turnier in Santiago de Chile endete in einer Grippe. Trotz Fieber versuchte sich die Europaspiele-Siegerin, doch in Runde zwei kam das Aus – die 25.000 Flugkilometer waren somit umsonst.
EYOF-Sieger: Im Winter sorgte Magdalena Egger für Gold, im Sommer überraschte Oluwatosin Ayodeji dann in Baku selbst die Experten.
Judo Grand Slam: Laurin Böhler belegte bei seinem Combackturnier in Düsseldorf Rang drei.
Olympische Sommerspiele 2020: Dank Elisa Hämmerle und 49er-Segler Benjamin Bildstein/David Hussl sind schon zwei Tickets fix in Ländle-Hand.
Insgesamt zählt Manhart die Sommerspiele in Japan zu den großen sportlichen Herausforderungen in diesem Jahr. Zum einen ist es das Klima, zum anderen die sportpsychologische Betreuung. Letztere wurde am Standort Dornbirn massiv ausgebaut und ist dank digitaler Technik weltweit einsetzbar.