Handball EURO 2020: Österreich will Moment genießen und fokussiert bleiben

Sport / 13.01.2020 • 21:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Robert Weber düpiert mit einem Wuzzler den ukrainischen Goalie Komok beim 34:30-Erfolg. GEPA

Österreich will bei Heim-EM am Dienstag gegen Nordmazedonien mit drittem Sieg alle Eventualitäten beseitigen.

Wien Österreich hat Tschechien mit 32:29 und unserer Landesnachbar Nordmazedonien mit 27:25 bezwungen. Folglich scheint es realistisch, dass Österreich das abschließende Vorrundenspiel am Dienstag (18.15 Uhr, live ORF Sport+) gewinnt und in die Hauptrunde einzieht. Theoretisch kann noch alles passieren in der Gruppe B, auf Rechenspielchen will man sich im rot-weiß-roten Lager aber gar nicht einlassen. „Sport ist bekanntlich kein Wunschkonzert, und trotz der makellosen Ausgangsposition wartet auf uns das dritte Endspiel in Serie“, erklärt ÖHB-Teamchef Ales Pajovic. „Wir dürfen den Moment genießen, gleichzeitig aber den notwendigen Fokus für das Wesentliche nicht verlieren. Es wäre fatal zu glauben, Nordmazedonien in Schongang besiegen zu können. Für mich sind sie zwar Favorit, ein Sieg von uns aber das klare Ziel“, fasst Pajovic kurz und bündig zusammen.

Achse Lazarov-Stoilov entschärfen

Die jüngere Vergangenheit brachte mehrere Duelle, in denen Österreich den Kürzeren zog. 2013 reichete es in der WM-Quali nach einem 21:26 in Skopje trotz eines 30:27 in Wien nicht, bei der EM-Endrunde 2014 gab es ein 21:22 und bei der WM 2015 ein 31:36. „Ich war ja selbst bei allen Partien dabei und eigentlich wäre jetzt der perfekte Zeitpunkt gekommen, diesem Fluch eine Ende zu setzen“, betonte Robert Weber und verweist gleichzeitig auf die hohe Qualität und große Routine des Gegners: „Kiril Lazarov ist trotz seiner 39 Jahre ein Mann, der Spiele im Alleingang entscheiden kann. Wenn wir ihn und das Zusammenspiel mit Kreisläufer Stojanche Stoilov in Griff bekommen, bin ich zuversichtlich, dass wir mit zwei Punkten in die Hauptrunde einziehen.“

Dass eine Endrunde speziell im eigenen Land für zusätzlichen Druck sorgt, bestätigte der 34-Jährige: „Ich bin nach beiden Spielen erst weit nach Mitternacht eingeschlafen. Die phänomenale Stimmung in der Halle sorgt dafür, dass wir emotional sprichwörtlich durch die Decke gehen und auch Stunden nach dem Spiel noch mit Adrenalin vollgepumpt sind. Da ist man dann froh, wenn man sich nach zwei Stunden Schlaf am Ruhetag den Rost von den Gelenken laufen und sich gedanklich auf die neue Aufgabe vorbereiten kann.“

Dankbar für Ruhepausen

Nicht zuletzt wegen dem Rummel und der gesteigerten Erwartungshaltung ist Weber froh, dass er zwischen den Trainingseinheiten am Ruhetag Zeit findet, seine Frau und seinen Sohn Lio zu treffen. „Da schätzt man dann die Möglichkeit, für einige Stunden gedanklich etwas abschalten zu können und nicht pausenlos mit dem Thema Handball konfrontiert zu sein.“

Selbes gilt für den Harder Lukas Herburger, der sich bei der EM-Endrunde ein Zimmer mit Gerald Zeiner teilt. Boris Zivkovic hat Kapitän Bauer als Zimmerkollege. Lediglich Weber kam in den Genuss eines Einzelzimmers, da der erkrankte Brandfellner ausquartiert wurde und Wöss erst seit Samstag beim Aufgebot ist.

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