Vlhova ist wieder „Prinzessin“

Sport / 14.01.2020 • 23:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Petra Vlhova gelang in Flachau der zweite Streich in Serie, die Slowakin setzte sich wie im Vorjahr im Nachtslalom durch. ???
Petra Vlhova gelang in Flachau der zweite Streich in Serie, die Slowakin setzte sich wie im Vorjahr im Nachtslalom durch. ???

Shiffrin beim Nachtslalon in Flachau hinter Swenn Larsson Dritte, Liensberger auf Platz fünf.

Flachau Nach ihrer ersten Krone als Zagreber „Schneekönigin“ hat sich Petra Vlhova zum zweiten Mal auch die Schärpe der „Ski-Prinzessin“ von Flachau gesichert. Wie schon 2019 gewann die Slowakin auch Dienstagabend das Salzburger Flutlicht-Spektakel, diesmal aber vor der Schwedin Anna Swenn Larsson. Seriensiegerin Mikaela Shiffrin wurde Dritte, die Halbzeit-Dritte Katharina Liensberger Fünfte.

Mit Katharina Truppe auf Rang sechs und Chiara Mair, die als Achte ihr bestes Weltcup-Resultat erreichte, landeten noch zwei weitere ÖSV-Damen in den Top Ten. Liensberger war nach dem ersten Lauf noch Dritte hinter Zagreb-Siegerin Vlhova und Shiffrin gewesen. Im Finale der Top 30 kam die Göfnerin nicht auf Zug. „Das hat schon am Start angefangen. Ich bin nicht sauber auf Zug gekommen, das hat sich dann durchgezogen bis unten. Nichtsdestotrotz heißt es jetzt, so weiterzumachen. Man überlegt, an was es gelegen ist und was man das nächste Mal besser machen kann. Es war heute nicht der Zug dahinter, den ich gerne gespürt hätte.“ Die Stimmung sei aber ein „Megaerlebnis“ gewesen, betonte Liensberger.

Ruhig geblieben

Denn neben den heimischen sorgten auch viele Fans aus der Slowakei für eine großartige Atmosphäre beim Flutlicht-Rennen in der Heimatgemeinde von Österreichs Skigigant Hermann Maier. „Ich habe versucht, ruhig und fokussiert zu bleiben“, war auch Vlhova von der Lautstärke des Publikums beeindruckt und nach ihrem zweiten Slalom-Sieg en suite entsprechend „überglücklich“. Shiffrin hatte dagegen Tränen in den Augen. „Ich bin froh, dass ich wieder auf dem Podium bin, aber enttäuscht von meiner Leistung“, sprach die 24-Jährige im ORF-Interview von gemischten Gefühlen, nachdem sie sich zuletzt in Zagreb einzig ihrer Dauerrivalin Vlhova hatte beugen müssen. „Der Eindruck täuscht nicht“, gab die dreifache Weltcup-Gesamtsiegeirn offen zu. „Ich habe zuletzt versucht, im Training Dinge zu ändern. Offenbar ist es nicht gelungen. Das ist jetzt die Realität.“ Dass man den Kurs „gegen“ Vlhova gesetzt habe, bestritt sie aber bei einer emotionalen Pressekonferenz vehement, kämpfte dabei mit Tränen. „Solche Spiele spielen wir nicht.“

Flachau wurde bei der zehnten Auflage des Flutlicht-Spektakels in Salzburg damit zu einer Art Wende. Denn zehn Tage nach Zagreb setzte sich wieder Vlhova in einem Slalom durch, während eine verunsichert wirkende Shiffrin diesmal sogar Platz zwei verpasste. Erstmals seit 2017, als Vlhova beim Finale in Aspen und danach beim Saisonstart in Levi gewonnen hatte, musste Shiffrin zwei sieglose Slaloms zur Kenntnis nehmen. Vlhova hingegen bejubelte ihren 12. Weltcupsieg, den siebenten im Slalom. Dafür erhielt sie einen Rekord-Siegerscheck über 70.466 Euro. Shiffrin verteidigte aber ihre Führungen im Weltcup erfolgreich. Im Slalom liegt sie nunmehr 80 Zähler vor Vlhova, im Gesamtweltcup beträgt ihr Vorsprung auf die Slowakin noch stolze 273 Punkte.

Drei in den Top Ten

Flachau hatte für die zehnte Auflage des höchstdotierten Damenrennens im Weltcup sechs gewaltige Wellen in die Piste gebaut. Den flüssig gesetzten ersten Durchgang nutzte neben Liensberger auch die vom ehemaligen ÖSV-Herrenchef Dieter Bartsch gecoachte Chiara Mair als Halbzeit-Siebte. Als insgesamt Achte komplettierte sie das finale ÖSV-Trio in den Top Ten mit den Plätzen fünf (Liensberger), sechs (Truppe) und acht (Mair). „Zuletzt bin ich hier mehrmals 31. geworden. Da habe ich mir gesagt, diesmal nicht“, freute sich Mair.

„Ich habe viele Fehler gemacht. Deshalb fühlt sich der Sieg echt fantastisch an.“

Katharina Liensberger war mit Platz fünf nicht restlos zufrieden, Magdalena Egger verpasste Lauf zwei.gepa
Katharina Liensberger war mit Platz fünf nicht restlos zufrieden, Magdalena Egger verpasste Lauf zwei.gepa