Deshalb wird das Madloch beim Weißen Ring neutralisiert

Sport / 15.01.2020 • 10:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Am Samstag erfolgt der Startschuss zur 15. Auflage des legendären Skirennens Der Weiße Ring. STEURER

Trotz perfekter Pisten und schnellem Schnee: Sicherheitsgründe machten die Entscheidung notwendig.

Lech Er weiß, wovon er spricht und betont, dass die Sicherheit der Teilnehmer oberstes Gebot ist. Werner Plangg ist ein Mann der ersten Stunde bei der legendären Skirunde Der Weiße Ring, ein Mann des Ehrenamts. Bei allen Austragungen war er mit von der Partie, anfangs als Abschnittsleiter, seit nunmehr vier Jahr als Rennleiter. In dieser Funktion gab er gestern Abend nach der OK-Sitzung grünes Licht für den Weißen Ring am Samstag (Start um 9 Uhr), allerdings mit einem neutralisierten Madloch. „Von der Bergstation der Madlochbahn bis zur Talstation in Zug werden wir das Rennen neutralisieren. Das heißt, dass alle mit einer Zeit von 22 Minuten, 22 Sekunden und 22 Hundertstel belegt werden.“ Ansonsten laufe alles planmäßig, erzählt Plangg, der seit dem 1. September des Vorjahres seine Pension genießt. „Aber mir ist noch keinen Tag langweilig gewesen“, sagt er und lacht. So wie die Sonne, die seit Tagen den Schnee am Arlberg glitzern lässt. Auch die Pisten seien in einem absoluten Topzustand, schwärmt er nach der gestrigen Besichtigungsfahrt. Weil der Schnee aber derzeit extrem aggressiv und schnell ist, sei die Entscheidung der Neutralisierung des Abschnitts durch das Madloch gefallen. Auch exponierte Stellen und Ziehwege werden für das Rennen von der Rennleitung mittels kluger Torsetzung etwas entschärft werden.

Rennleiter Werner Plangg (rechts) mit Sicherheitschef Leo Ratz während der Besichtigungsfahrt am Dienstag. <span class="copyright">privat</span>
Rennleiter Werner Plangg (rechts) mit Sicherheitschef Leo Ratz während der Besichtigungsfahrt am Dienstag. privat

Eingesprungen und geblieben

Diesbezüglich verfügt der passionierte Jäger Plangg über viel Erfahrung, hat er als Abschnittsleiter doch über viele Jahre akribisch darauf geschaut, dass die Sicherheitsvorgaben der Rennleitung ausgeführt werden. Das Team sei über all die Jahre eingespielt, rund 220 ehrenamtliche Helfer sind am Renntag im Einsatz. Dabei sei er einst „nur eingesprungen“, als Hugo Bertsch für einmal als Rennleiter ausgefallen war. „Der Job ist mir geblieben. Wie es eben ist, wenn man ehrenamtlich arbeitet.“ Der Ton seiner Worte aber verrät, dass er die Arbeit gerne erledigt. Weil er es mit Leidenschaft macht. „Ein normaler Skitag.“ Dieser Satz aus dem Mund eines Rot-Kreuz-Helfers nach dem Rennen sei für ihn schließlich das schönste Geschenk. Immerhin ist er als Mitglied des SC Arlberg seit den 1990er-Jahren stets zur Stelle, wenn seine Hilfe benötigt wurde. „Durch meinen Vater bin ich reingewachsen, denn auch er hat schon bei Rennen am Arlberg mitgewirkt.“
Jetzt, da das Wochenende naht, werden die Tage lang und länger, um den mehr als 1000 Startern am Samstag eine perfekte Strecke zu bieten. Mit dem Speed­race in Zürs am Donnerstag (10 Uhr) beginnt das Skispektakel am Arlberg. 500 haben dafür genannt. Schon jetzt fixiert ist der Termin für 2021. Da steigt Der Weiße Ring am 16. Jänner.