Vollstrecker und Dauerbrenner

Sport / 15.01.2020 • 20:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Robert Weber genießt die wenige Freizeit bei der EURO 2020 und ließ sich mit Gattin Lisa und Sohn Lio im Museum der Illusionen inspirieren. Weber
Robert Weber genießt die wenige Freizeit bei der EURO 2020 und ließ sich mit Gattin Lisa und Sohn Lio im Museum der Illusionen inspirieren. Weber

Robert Weber ist aktuell bei der EURO 2020 der effektivste Spieler.

Wien Drei Spiele und sechs Punkte. Österreichs Handballer haben bei der EURO 2020 ihre erste Reifeprüfung in beeindruckender Manier abgeliefert und ohne Punktverlust den Sprung in die Hauptrunde geschafft. Doch der Erfolgshunger ist weiter vorhanden und man will im Konzert der Top-12-Teams mit beherzten Auftritten weiter auf der Euphorie-Welle reiten. „Ich glaube, bei diesem Turnier kann noch viel passieren. Mit den Fans im Rücken ist sehr viel möglich. Schauen wir mal, was noch alles passiert“, betont Robert Weber mit einem breiten Lächeln im Gesicht.

Mit einer Quote von 86 Prozent oder 18 Toren bei 21 Würfen ist Weber aktuell der effektivste Angreifer bei der EM 2020. Dass der Linkshänder Golagetterqualitäten hat, ist längst bekannt. In den zehn Saisonen beim SC Magdeburg katapultierte sich der Harder mit über 2000 Treffern an die Spitze der ewigen Torschützenliste, wird dies noch einige Jahre, wenn nicht Jahrzehnte bleiben und darf sich auch ohne offiziel verliehenen Legendenstatus als Klubikone fühlen.

Seit dieser Saison steht der 34-Jährige bei Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen unter Vertrag und bestätigt Woche für Woche, dass er sein Handwerk immer noch weltmeisterlich beherrscht. Mit 118 Toren in 20 Spielen ist er aktuell Fünfter in der Torschützenliste und in der ewigen Bestenliste der deutschen Bundesliga auf Rang sieben vorgestoßen. „Vielleicht liegt das Geheimnis darin, dass ich niemandem mehr etwas beweisen muss. Ich habe nicht mehr das Ego, Rekorde zu jagen. Ich habe einfach Freude am Handballsport und will diesen Genuss in jedem Spiel, egal ob im Verein oder im Nationalteam, mit dem maximalen Erfolg genießen.“

Kroatien als erster Gradmesser

Den Krachern gegen Topnationen wie Kroatien (Donnerstag) oder Titelverteidiger Spanien (Samstag, jeweils 18.15 Uhr, live ORF 1) blickt der mit 179 Länderspielen dienstälteste und erfolgreichste Spieler im ÖHB-Aufgebot optimistisch entgegen: „Nur wenige Leute haben uns so eine Vorrunde zugetraut. Doch wir sind einfach eine geile Truppe und man merkt, was alles möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen. Wir haben etwas bewegt, wollen uns damit aber nicht zufriedengeben, die Glücksmomente so lange wie möglich auskosten und die magischen Momente, wie ich sie 2014 bereits erleben durfte, übertreffen. Es wird sicher kein Spaziergang im Schloss Schönbrunn werden – doch dafür sind wir auch nicht hergekommen oder haben dazu an den spielfreien Tag Zeit.“ VN-JD