Mayer kombinierte perfekt

Sport / 17.01.2020 • 19:02 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Matthias Mayer jubelte in Wengen über seinen ersten Weltcuperfolg in einem Kombinationsbewerb.apa
Matthias Mayer jubelte in Wengen über seinen ersten Weltcuperfolg in einem Kombinationsbewerb.apa

Sieg des Kärntners in Wengen vor Pinturault, heute ist das Double möglich.

Wengen Skirennläufer Matthias Mayer hat für eine Sensation zum Auftakt der Lauberhornrennen in Wengen gesorgt und sein Glück selbst nicht fassen können. „Unglaublich! Das freut mich wirklich, dass ich wieder mal einen Slalom runtergebracht habe“, sagte der Kärntner nach dem Triumph in der Alpinen Kombination vor Alexis Pinturault (+0,07 Sek.) und Victor Muffat-Jeandet (0,67).

Mit einem bravourösen Abfahrtssieg und 1,68 Sekunden Vorsprung auf Pinturault startete Mayer am Nachmittag laut neuer Regel als Erster in den Torlauf. Er nutzte Piste und Startnummer optimal aus, am Ende glänzte er sogar mit der viertbesten Slalomzeit. Für Mayer ist heute als einer der Topfavoriten das Abfahrt-Kombi-Double möglich, das gelang zuletzt 1999 Lasse Kjus. Im Gesamtweltcup übernahm Pinturault mit 613 Zählern die Führung vor Henrik Kristoffersen (611) und dem Kombi-Achten Aleksander Aamodt Kilde (551), Mayer ist Fünfter mit 462 hinter Dominik Paris (476/Kombi-Zwölfter).

Nicht fehlerfrei

Für Mayer war es der siebte Weltcupsieg, der erste in der Kombination nach Platz vier als zuvor bestem Karriereergebnis vor fünf Jahren ebenfalls in Wengen. Er hatte nach dem „perfekten Abfahrtslauf“ einen „Großangriff“ für den Slalom angekündigt, mit Nummer eins wäre er in dieser Disziplin zum letzten Mal vor vielleicht 15 Jahren in einem FIS-Rennen gefahren. „Im Steilhang habe ich ein bisserl einen Hakler gehabt und dann den Stecken einmal zwischen die Füße gekriegt. Ganz fehlerfrei war der Slalom nicht. Aber ich habe probiert, richtig zu attackieren, und für meine Verhältnisse ist mir das sehr gut aufgegangen“, erklärte der 29-Jährige, der zahlreiche Glückwünsche von den anderen Speedfahrern entgegennahm.

Verwirrend indes sei für ihn gewesen, erzählte Mayer, am Podium zwischen zwei Technikspezialisten zu stehen. „Ich bin einen sehr guten Slalom gefahren, vielleicht in der Abfahrt ein bisschen zu wenig gut. Großer Applaus an Matthias“, sagte Weltmeister Pinturault, der in der Disziplinwertung vor Kilde führt.

Kriechmayr hadert mit der Abfahrt

Mayer beendete damit erfolgreich eine Negativ-Serie: Mit der Kombination bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang und den Weltcups 2019 in Wengen, Bansko und Bormio hatte er zuletzt viermal in Folge den Slalom nicht beendet. Er kam gestern nicht nur durch, sondern war auch noch schnell. In der Leader-Box musste er aber noch lange warten, hatte sich der Rückstand aussichtsreicher Techniker nach der Abfahrt doch in Grenzen gehalten, und so blieb das Rennen bis Pinturault und dem Schweizer Loic Meillard, der schließlich Vierter wurde, spannend.

Zweitbester Österreicher wurde Vincent Kriechmayr als Zehnter, als Abfahrtsachter hatte er 1,10 Rückstand auf Mayer gehabt. „Die Abfahrt war schlechter als mein Slalom. Wenn morgen ein Torlauf wäre, wäre das eine gute Vorbereitung gewesen“, resümierte der Speed-Spezialist. „Ich habe die Abfahrt vergeigt, das muss ich morgen besser machen.“ Johannes Strolz schied in der Abfahrt aus. Der Warther wurde im Ziel-S von einer Welle ausgehoben und verpasste ein Tor.

„Das freut mich wirklich, dass ich wieder einmal einen Slalom runtergebracht habe.“

SKI-weltcup

Herren-Kombination Wengen

1. Matthias Mayer (AUT)  2:32,45 1:41,40 51,05

2. Alexis Pinturault (FRA) 2:32,52 +00,07 1:43,08 49,44

3. Victor Muffat-Jeandet (FRA) 2:33,12 +00,67 1:42,73 50,39

4. Loic Meillard (SUI) 2:33,47 +01,02 1:43,19 50,28

5. Riccardo Tonetti (ITA) 2:33,69 +01,24 1:42,49 51,20

6. Martin Cater (SLO) 2:33,79 +01,34 1:42,45 51,34

7. Kjetil Jansrud (NOR) 2:33,97 +01,52 1:42,76 51,21

8. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 2:34,01 +01,56 1:42,52 51,49

9. Niels Hintermann (SUI) 2:34,13 +01,68 1:42,20 51,93

10. Vincent Kriechmayr (AUT) 2:34,32 +01,87 1:42,50 51,82

11. Justin Murisier (SUI) 2:34,37 +01,92 1:43,29 51,08

12. Dominik Paris (ITA)  2:34,48 +02,03 1:42,19 52,29

13. Luca Aerni (SUI) 2:35,03 +02,58 1:43,67 51,36

14. Bryce Bennett (USA) 2:35,24 +02,79 1:42,88 52,36

15. Gilles Roulin (SUI) 2:35,25 +02,80 1:41,93 53,32

22. Daniel Danklmaier (AUT)  2:36,72 +04,27 1:42,07 54,65

23. Stefan Babinsky (AUT) 2:36,91 +04,46 1:44,14 52,77

26. Alexander Köll (SWE)  2:37,07 +04,62 1:43,67 53,40

29. Marco Pfiffner (LIE)  2:39,11 +06,66 1:45,51 53,60

Ausgeschieden in der Abfahrt u.a.: Johannes Strolz (AUT), Romed Baumann, Thomas Dreßen (beide GER), Mauro Caviezel (SUI), Adrian Smiseth Sejersted (NOR)

Ausgeschieden im Slalom u.a.: Jeffrey Read (CAN), Bostjan Kline, Stefan Hadalin (beide SLO), Maxence Muzaton, Sam Alphand (beide FRA) Disqualifiziert nach Slalom: Olle Sundin (SWE)