Brignone und Vlahova teilen sich Sieg in Sestriere

Sport / 18.01.2020 • 17:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Rennen, zwei Sieger: Petra Vlahova (l.) und Federica Brignone auf dem Siegertreppchen von Sestriere. <span class="copyright">Gep</span><span class="copyright">a</span>
Ein Rennen, zwei Sieger: Petra Vlahova (l.) und Federica Brignone auf dem Siegertreppchen von Sestriere. Gepa

Frederica Brignone und Petra Vlahova kommen zeitgleich ins Ziel, eine Hundertstelsekunde vor Shiffrin. Katharina Liensberger beste Österreicherin.

Markus Krautberger

Sestriere Eine ungemein knappe Entscheidung hat der Damen-Riesentorlauf im Ski-Weltcup in Sestriere gebracht. Federica Brignone und Petra Vlhova teilten sich am Samstag den Sieg, als Dritte lag Mikaela Shiffrin nur eine Hundertstelsekunde hinter dem Duo aus Italien und der Slowakei. Als beste Österreicherin musste sich Katharina Liensberger mit Rang 17 begnügen. Katharina Truppe und Anna Veith landeten auf den Rängen 27 und 28, die junge Julia Scheib schied im Finale aus. Andere hatten es nicht in die Entscheidung geschafft. Es war somit das schlechteste ÖSV-Abschneiden in einem Damen-Riesentorlauf seit fast drei Jahren. Beim Finale in Aspen im März 2017 war Michaela Kirchgasser als ÖSV-Beste auf den 20. Platz gefahren.

Erhoffter Heimsieg für Brignone

Lokalmatadorin Brignone freute sich davon unberührt über ihren 13. Sieg im Weltcup. „Es ist so knapp – drei innerhalb einer Hundertstel. Das ist so unglaublich“, meinte die 29-jährige, die durch das Heimpublikum durchaus Stress hatte, wie sie zugab. „Seit der Früh schreien alle nur ‚Fede, Fede, komm‘ Fede'“, berichtete sie im Interview. Das habe den erhofften Heimsieg nicht einfach gemacht. „Ich habe nur probiert, fokussiert zu bleiben“, hatte Brignone schon nach ihrer Bestzeit im ersten Durchgang zugegeben. Zur Halbzeit hatte die gebürtige Mailänderin 14 Hundertstelsekunden vor Vlhova geführt, Shiffrin lag an vierter Stelle. Liensberger war schon da als nur 17. beste Österreicherin. Für Vlhova war es bereits der zweite Sieg im Riesentorlauf, den sie mit einer Kollegin teilen musste. Im Februar 2019 war sie in Maribor mit Shiffrin ganz oben auf dem Podest gestanden. Diesmal reichte Shiffrin die Laufbestzeit im Finale nicht zum Erfolg – es wäre der 65. Sieg der US-Amerikanerin in Weltcup gewesen. „Es war ein wirklich harter Riesentorlauf, denn ich habe gesehen, dass viele Mädchen sehr schnell gefahren sind“, sagte Vlhova über ihren zweiten Lauf, der nicht perfekt war. „Im Ziel habe ich die 0,01 Sekunden gesehen. Aber ich war so, so glücklich. Endlich bin ich am Podium, und dann auch noch der erste Platz. Es ist toll“, jubelte Vlhova.

Liensberger mit Kampfgeist

Katharina Liensberger war beim Weltcup in Sestriere beste Österreicherin.<span class="copyright">gep</span><span class="copyright">a</span>
Katharina Liensberger war beim Weltcup in Sestriere beste Österreicherin.gepa

„Es war auf jeden Fall mehr Kampfgeist, ich habe versucht, alles herauszuholen

Katharina Liensberger, ÖSV-Skirennläuferin

Shiffrin zeigte sich mit ihren zweiten Lauf zufrieden. „Das war viel besseres Skifahren als im ersten Durchgang. Ich hatte ein wirklich gutes Gefühl, aber ich wusste nicht, ob es reichen würde, um zu gewinnen“, erzählte die 24-Jährige aus Colorado. „Am Ende ist es Skifahren, und ich hatte schon viele Rennen, bei denen ich auf der richtigen Seite der Hundertstel war“, resümierte sie aber letztlich, ohne zu hadern.Liensberger gelang in der Entscheidung keine Verbesserung ihrer Platzierung. „Es war auf jeden Fall mehr Kampfgeist“, erkannte die Vorarlbergerin aber dennoch etwas Positives. „Ich habe versucht, alles herauszuholen“. Das glückte zumindest im untersten Abschnitt. Der Frauen-Weltcup macht heuer zum ersten Mal seit drei Jahren in Sestriere Station. Am Sonntag findet in den piemontesischen Alpen noch ein Parallel-Riesentorlauf (Finale ab 11.45 Uhr/live ORF 1) statt.