Petrus mochte Weißen Ring heuer nicht

Sport / 18.01.2020 • 14:41 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lange wurde an der Bergstation Rüfikopf diskutiert, um 10.50 Uhr stand die Absage fest. STEURER

Nebel und daraus resultierend schlechte Sicht zwangen Veranstalter zur Absage des Volksskirennens

Lech Kurz vor acht Uhr in der Früh sindTourismusdirektor Hermann Fercher und OK-Chef Stefan Jochum noch zuversichtlich. „Es wird schon“, meinte Fercher. „Es klart immer mehr auf. Wir verschieben um eine Stunde. Kein Problem.“

Laune bleibt gut

Es wird nicht. Leider. Tatsächlich lichtet sich der Nebel kurz nach acht Uhr ein wenig. Doch die Hoffnung ist trügerisch. Kurze Zeit später zieht es wieder zu, und auch der Schneefall wird stärker. Gegen halb zehn Uhr gibt es die nächste Nachricht vom Veranstalter. „Hinauf zum Berg“, lautet die Meldung. Das tun die hunderten Teilnehmer auch. Oben am Rüfikopf keimt erneut Hoffnung auf. Ganz langsam wird die Sicht besser. Die Teilnehmer des VN-Teams lassen sich die Laune nicht verderben. „Die Natur entscheidet, nicht wir“, meint Manuela Albrecht.

Angespannte Titelverteidiger

In leichter Anspannung sieht man im Startbereich die Vorjahressieger Alexandra Scheyer und Riccardo Rädler. „Natürlich ist das blöd, und natürlich bin ich auch leicht nervös. Aber es nützt ja nichts. Ich versuche mich zu fokussieren, suche mir ein paar ruhige Ecken“, verrät Scheyer. Deutlich mehr angespannt ist Riccardo Rädler. „Für mich ist es wichtig, ein bisschen mit meinen Teamkollegen zu plauschen, um die Nervosität zu reduzieren“, gibt der Seriensieger aus Möggers zu Protokoll.

Absage um 10.50 Uhr

Bei Hermann Fercher wächst indes die Skepsis. Es ist halb elf. „Um zehn vor elf wird uns der Hubschrauberpilot Bescheid geben, ob er fliegen kann. Um 11 Uhr fällt die Entscheidung. So oder so. Wir können aus logistischen Gründen nicht länger zuwarten.“

Klare Sicht für den Hubschrauber ist das alles entscheidende Kriterium für Start bzw. Zusage. Aus Sicherheitsgründen muss der Pilot an jeden Punkt der Strecke hingelangen können.“ Das kann er letztlich nicht. Um 10.50 Uhr gibt es die Durchsage: „Der Weiße Ring 2020 muss aus Sicherheitsgründen leider abgesagt werden.“ Die Veranstalter haben den Wettlauf gegen die Zeit verloren. Petrus hat sich für seine schlechte Laune den denkbar ungünstigsten Tag der letzten Wochen ausgesucht. Was aber die Teilnehmer des VN-Teams nicht verzagen ließ. Sie genossen am verschneiten Arlberg noch einen Skitag und zum Abschluss den Besuch bei der White Winners Night in der Schneggarei. Und die einhellige Meinung bei Manuela und August Albrecht sowie Roswitha und Thomas Böhler, die ihre Teilnahme am Volksskirennen beim Gewinnspiel der Vorarlberger Nachrichten gewonnen hatten: „Wir versuchen es wieder.“ Den Spaß nämlich konnte die Absage niemanden nehmen. Vielmehr herrschte Verständnis für die Entscheidung, die auch VSV-Vizepräsident Stefan Jochum begründete. „Wir haben uns die Sache nicht leicht gemacht.“ Eine Verschiebung auf Sonntag war kein Thema, weil viele der ehrenamtlich arbeitenden Helfer dann nicht mehr greifbar gewesen wären. So gesehen klangen seine Worte – „Wir sehen uns wieder 2021“ – wie Musik in den Ohren so manch enttäuschend abreisender Teilnehmer. VN-hk-cha