Noel hielt dem Druck stand

Sport / 19.01.2020 • 18:09 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Clement Noel legte am Lauberhorn im ersten Durchgang den Grundstein für seinen fünften Erfolg im Weltcup.gepa
Clement Noel legte am Lauberhorn im ersten Durchgang den Grundstein für seinen fünften Erfolg im Weltcup.gepa

Franzose wiederholte im Wengen-Slalom den Vorjahressieg, Schwarz mit Hundertstelpech.

Wengen Um acht Hundertstel­sekunden hat Marco Schwarz in Wengen einen erneuten Podestrang verpasst. Damit war der Kärntner im Slalom zum Abschluss der Lauberhornrennen aber auch gleich Siebenter. Vorneweg rasten Clement Noel, der seinen Vorjahreserfolg am Männlichen verteidigte, und Henrik Kristoffersen (+0,40), Alexander Choroschilow gab sein Podest-Comeback.

Für Noel war es der zweite Saisonsieg nach Zagreb und der insgesamt fünfte Slalomerfolg im Weltcup. Zuletzt hatte in diesem Winter mit Madonna und Adelboden zweimal der Schweizer Daniel Yule gewonnen, der am Sonntag vor Heimpublikum Fünfter wurde. In der Disziplinwertung liegt Kristoffersen als Führender 62 Punkte vor Noel und 67 vor Yule. Kristoffersen übernahm damit auch wieder die Leaderposition im Gesamtweltcup vom Franzosen Alexis Pinturault, der am Sonntag im zweiten Durchgang ausschied.

Ein guter Tag für Frankreich

„Es ist immer schwierig, den Druck zu managen. Ich bin glücklich, es geschafft zu haben“, sagte Noel, der zuletzt in Adelboden als Halbzeitzweiter im Finale ausgeschieden war. „Ich habe gesehen, dass Clara gewonnen hat. Ein guter Tag für das französische Team“, meinte er mit Blick auf den Parallel-Riesentorlauf der Damen in Sestriere und den Sieg seiner Landsfrau Clara Direz. Im Vorjahr gewann Noel nach Wengen auch in Kitzbühel, das wollen nicht nur die Österreicher heuer verhindern.

Schwarz haderte ein wenig mit den 8/100 Sekunden, die ihn bei am Ende leichtem Schneefall in dem engen Rennen auf den Positionen drei bis sieben auf das Stockerl gebracht hätten. „Brutal ärgerlich! Das ist sehr, sehr knapp. Für ganz an die Spitze hätte es aber nicht gereicht, da ist er zu gut gefahren“, sagte er über Noel, der laut Schwarz schon im ersten Durchgang „über die Wellen relativ gerade gefahren ist und da seinen Vorsprung rausgeholt“ hat. „Er war außer Reichweite.“

Richtung stimmt

Die Richtung stimme, jetzt gehe es zu den Heimrennen in Kitzbühel und Schladming. „Das Skifahren passt, ein, zwei Fehler weniger, dann bin ich wieder ganz vorne.“ Er hoffe, dass man vor eigenem Publikum zurückschlagen könne. „Vom Gefühl her, wie ich den Ski unter mir spüre, ist es so wie im letzten Jahr, das taugt mir.“ Erst im Februar 2019 war er ja von einem Kreuzbandriss gebremst worden, in Adelboden stand er als Dritter erstmals wieder auf dem Podest.

Fabio Gstrein verbesserte sich dank Laufbestzeit im zweiten Durchgang von 26 auf zwölf und punktete zum dritten Mal im Weltcup nach Platz 17 in Zagreb und sieben zuletzt in Adelboden. „Mit dem ersten Lauf war ich nicht so zufrieden, aber der zweite war recht gut. Auf der guten Piste habe ich gut Gas geben können“, sagte der 22-Jährige. Er habe ein Rezept gefunden, wie er fahren müsse, das funktioniere gut. Das Finale verpasste Mathias Graf als 37. Johannes Strolz fiel im ersten Durchgang aus.

„Das ist sehr, sehr knapp. Für ganz an die Spitze hätte es aber nicht gereicht.“

SKI-weltcup

Herrenslalom Wengen

1. Clement Noel (FRA)   1:46,43 Min. 50,72 55,71

2. Henrik Kristoffersen (NOR)   1:46,83 +00,40 51,39 55,44

3. Alexander Choroschilow (RUS)   1:47,26 +00,83 52,15 55,11

4. Sebastian Foss-Solevaag (NOR)  1:47,28 +00,85 51,90 55,38

5. Daniel Yule (SUI)  1:47,33 +00,90 52,20 55,13

Ramon Zenhäusern (SUI)  1:47,33 +00,90 51,71 55,62

7. Marco Schwarz (AUT)  1:47,34 +00,91 51,45 55,89

8. Tanguy Nef (SUI)  1:47,48 +01,05 51,93 55,55

9. Jean-Baptiste Grange (FRA)  1:47,66 +01,23 52,74 54,92

10. Loic Meillard (SUI)  1:47,75 +01,32 51,90 55,85

11. Giuliano Razzoli (ITA)  1:47,85 +01,42 52,19 55,66

12. Fabio Gstrein (AUT)  1:47,87 +01,44 53,00 54,87

13. Jonathan Nordbotten (NOR)   1:47,94 +01,51 52,48 55,46

14. Victor Muffat-Jeandet (FRA)  1:47,96 +01,53 52,18 55,78

15. Leif K. Nestvold-Haugen (NOR)  1:48,06 +01,63 53,04 55,02

16. David Ryding (GBR)   1:48,13 +01,70 52,46 55,67

17. Linus Straßer (GER)   1:48,15 +01,72 52,69 55,46

18. Filip Zubcic (CRO)   1:48,18 +01,75 52,67 55,51

19. Marc Digruber (AUT)  1:48,39 +01,96 53,09 55,30

20. Manuel Feller (AUT)  1:48,40 +01,97 52,39 56,01

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Michael Matt (AUT), Johannes Strolz (AUT), Adrian Pertl (AUT), Zan Kranjec (SLO), Andre Myhrer (SWE), Luca Aerni (SUI) 2. Durchgang: Alexis Pinturault (FRA), Alex Vinatzer (ITA), Albert Popow (BUL), Trevor Philp (CAN)

Nicht für 2. Durchgang qualifiziert: Mathias Graf (AUT)