Trotz Absage war Lech eine Reise wert

Sport / 19.01.2020 • 18:34 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Im Zielgelände herrschte auch nach der Absage noch emsiges Treiben, bevor endgültig abgebaut wurde.Steurer/5
Im Zielgelände herrschte auch nach der Absage noch emsiges Treiben, bevor endgültig abgebaut wurde.Steurer/5

Lange ist an der Bergstation Rüfikopf diskutiert worden, dann siegte der Sicherheitsgedanke.

Lech Kurz vor acht Uhr in der Früh sind Tourismusdirektor Hermann Fercher und OK-Chef Stefan Jochum noch zuversichtlich. „Es wird schon“, meinte Fercher. „Es klart immer mehr auf. Wir verschieben um eine Stunde. Kein Problem.“

Laune blieb gut

Es wurde nicht. Leider. Tatsächlich lichtete sich der Nebel kurz nach acht Uhr ein wenig. Doch die Hoffnung war trügerisch. Kurze Zeit später zog es wieder zu, und auch der Schneefall wurde stärker. Gegen halb zehn Uhr gab es die nächste Nachricht vom Veranstalter. „Hinauf zum Berg“, lautete die Meldung. Das taten die Hunderten Teilnehmer auch. Oben am Rüfikopf keimte erneut Hoffnung auf. Ganz langsam wurde die Sicht besser. Die Teilnehmer des VN-Teams ließen sich die Laune nicht verderben. „Die Natur entscheidet, nicht wir“, meinte Manuela Albrecht.

Angespannte Titelverteidiger

In leichter Anspannung sah man im Startbereich die Vorjahressieger Alexandra Scheyer und Riccardo Rädler. „Natürlich ist das blöd, und natürlich bin ich auch leicht nervös. Aber es nützt ja nichts. Ich versuche mich zu fokussieren, suche mir ein paar ruhige Ecken“, verriet Scheyer. Deutlich mehr angespannt war Riccardo Rädler. „Für mich ist es wichtig, ein bisschen mit meinen Teamkollegen zu plauschen, um die Nervosität zu reduzieren“, gab der Seriensieger aus Möggers zu Protokoll.

Absage um 10.50 Uhr

Bei Hermann Fercher wuchs indes die Skepsis. Es ist halb elf. „Um zehn vor elf wird uns der Hubschrauberpilot Bescheid geben, ob er fliegen kann. Um 11 Uhr fällt die Entscheidung. So oder so. Wir können aus logistischen Gründen nicht länger zuwarten.“ Klare Sicht für den Hubschrauber ist das alles entscheidende Kriterium für Start bzw. Zusage. Aus Sicherheitsgründen muss der Pilot an jeden Punkt der Strecke hingelangen können. Das kann er letztlich nicht. Um 10.50 Uhr gab es die Durchsage: „Der Weiße Ring 2020 muss aus Sicherheitsgründen leider abgesagt werden.“ Die Veranstalter haben den Wettlauf gegen die Zeit verloren. Petrus hat sich für seine schlechte Laune den denkbar ungünstigsten Tag der letzten Wochen ausgesucht. Was aber die Teilnehmer des VN-Teams nicht verzagen ließ. Sie genossen am verschneiten Arlberg noch einen Skitag und zum Abschluss den Besuch bei der White Winners Night in der Schneggarei. Dort sorgte das Team um Andreas Schneider für das leibliche Wohl seiner Gäste. Klar, dass nach dem Essen auch noch genügend Zeit für Party war. Und die einhellige Meinung bei Manuela und August Albrecht sowie Roswitha und Thomas Böhler, die ihre Teilnahme am Volksskirennen beim Gewinnspiel der Vorarlberger Nachrichten gewonnen hatten: „Ein wunderbares Wochenende. Vielen Dank dafür. Schade nur, dass es kein Rennen gab. Wir versuchen es nächstes Jahr ganz einfach wieder.“ Den Spaß nämlich ließ sich das Quartett trotz der Absage nicht nehmen.

Vielmehr herrschte bei den vielen Diskussionen großes Verständnis für die Entscheidung, die auch VSV-Vizepräsident Stefan Jochum begründete. „Wir haben uns die Sache nicht leicht gemacht.“ Eine Verschiebung auf Sonntag war kein Thema, weil viele der ehrenamtlich arbeitenden Helfer dann nicht mehr greifbar gewesen wären. So gesehen klangen seine Worte – „Wir sehen uns wieder 2021“ – wie Musik in den Ohren so manch enttäuscht abreisender Teilnehmer, die nun die Chance für eine kostengünstigere Anmeldung erhalten sollen. VN-hk-cha

„Für mich ist es wichtig, mit den Teamkollegen zu plaudern, um die Nervosität zu reduzieren.“

Lange harrten August Albrecht, Manuela Albrecht, Roswitha Böhler, Gerhard Wagner, Thomas Böhler und VN-Marketingchef Julian Halder (v. l.), beim Start am Rüfikopf aus.
Lange harrten August Albrecht, Manuela Albrecht, Roswitha Böhler, Gerhard Wagner, Thomas Böhler und VN-Marketingchef Julian Halder (v. l.), beim Start am Rüfikopf aus.
Trotz vorzeitigem Abbau ließen sich die Helfer die gute Laune nicht verderben.
Trotz vorzeitigem Abbau ließen sich die Helfer die gute Laune nicht verderben.
Hofften: OZ-Geschäftsführer Sebastian Manhard und Radmanager Thomas Kofler.
Hofften: OZ-Geschäftsführer Sebastian Manhard und Radmanager Thomas Kofler.
Bei der White Winners Party in der Schneggarei ließen Thomas und Roswitha Böhler, Manuela und August Albrecht schließlich den Tag ausklingen.
Bei der White Winners Party in der Schneggarei ließen Thomas und Roswitha Böhler, Manuela und August Albrecht schließlich den Tag ausklingen.