Österreich zerschellt an Bitter

Sport / 20.01.2020 • 22:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Daniel Dicker und Österreichs Handballer wurden bei der EURO 2020 aus dem Gleichgewicht geworfen. Deutschland fügte dem Gastgeber mit 22:34 die höchste Niederlage in der ewigen EM-Geschichte zu.GEPA
Daniel Dicker und Österreichs Handballer wurden bei der EURO 2020 aus dem Gleichgewicht geworfen. Deutschland fügte dem Gastgeber mit 22:34 die höchste Niederlage in der ewigen EM-Geschichte zu.GEPA

Deutschland stoppt mit 34:22 im Klassiker rot-weiß-rote Euphorie. Letzte EM-Partie gegen Weißrussland.

Wien Österreichs Handballer müssen Platz fünf bei der EURO 2020 abhaken. Nach fünf couragierten Auftritten unterlagen Robert Weber und Co. vor 10.000 Zuschauern in der Wiener Stadthalle im ewig jungen Klassiger gegen Deutschland mit 22:34 (13:16). Nach der höchsten Niederlage bei einer EM-Endrunde ist unabhängig vom Ausgang der abschließenden Partie am Mittwoch (18.30 Uhr) gegen Weißrussland der dritte Rang in der Hauptrundengruppe außer Reichweite.

Bitter mit unglaublicher Quote

Gegen die im bisherigen Turnierverlauf enttäuschenden Deutschen waren 20 Minuten zu wenig, um das Wunder von Wien zu realisieren. Am Ende war es mit Goalie Jogi Bitter der älteste DHB-Akteur, der im Prestigeduell den großen Unterschied machte. Nach einer Viertelstunde beim Stand von 7:7 eingewechselt, bestätigte der 37-jährige Bitter, dass in Handball ein Torhüter die halbe Miete zum Erfolg ist. Mit unglaublichen 15 Paraden oder 54 Prozent an gehaltenen Würfen sorgte er dafür, dass die Partie wesentlich einseitiger verlief, als es sich die Equipe von Ales Pajovic vorgenommen hatte. „Wir sind einserseits an Bitter, aber auch an uns selbst gescheitert. Es haben am Ende der ersten Halbzeit einige unglückliche Entscheidungen und ein paar Minuten Unkonzentriertheit gereicht, um dem Gegner alle Trümpfe in die Hand zu spielen, als sie die Chance gewittert haben und sich mit einfachen Treffern absetzen konnten. Mit jedem Treffer mehr Abstand ist ihr Selbstvertrauen gestiegen, und es war schwer, der Partie noch einmal eine Wende zu geben. Auf diesem Niveau werden solche Leerläufe schonungslos bestraft“, betonte Pajovic.

Ähnlich fiel die erste Analyse von ÖHB-Kapitän und Deutschland-Legionär Nikola Bilyk aus: „Es tut schon weh, da braucht man nicht drumherumreden. Wir haben kurz vor der Pause durch Zeitstrafen den Faden verloren und dann nicht mehr in die Spur gefunden. In der zweiten Halbzeit haben wir zum ersten Mal im Turnier dann die Zügel etwas schleifen lassen und nicht unser Gesicht gezeigt. Das müssen wir in zwei Tagen viel, viel besser machen.“

Nun gilt es, gegen Weißrussland alle Kräfte zu mobilisieren. Mit einem Sieg hätte man eine Top-Acht-Platzierung sicher und würde damit die Chance wahren, im Rennen um eine Olympiaticket zu bleiben.