Die Paarläufer hoffen auf Rückenwind

Sport / 21.01.2020 • 20:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Mikutina und Zandron geben für Rot-Weiß-Rot EM-Debüt.

Graz Erstmals ist die Steiermark Schauplatz von Eiskunstlauf-Europameisterschaften, von heute bis Sonntag dient die Steiermarkhalle am Schwarzlsee in Premstätten bei Graz als Schauplatz für das jährlich ausgetragene Event. Anders als vor 20 Jahren bei der bisher letzten EM-Ausrichtung in Wien sollte es für das Veranstalterland wieder zu einem Top-Ten-Platz reichen.

Im Jahr 2000 in der Wiener Stadthalle kam die gebürtige Russin Julia Lautowa im Damen-Bewerb auf Rang zwölf, der Feldkircher Christian Horvath wurde bei den Herren 25. Die Eistänzer Angelika Führing/Bruno Ellinger hatten kurz vor EM-Beginn ihre Teilnahme verletzungsbedingt absagen müssen, rot-weiß-rote Paarläufer waren nicht dabei. Dafür ist diesmal die Hoffnung auf einen Paar-Topplatz weitaus am größten, Miriam Ziegler/Severin Kiefer haben Top-5-Potenzial.

Intensive Vorbereitung

Das haben sie im vergangenen März in Saitama mit dem ersten österreichischen WM-Ergebnis in den Top-Ten seit 21 Jahren als fünftbestes europäisches Paar unter Beweis gestellt. Seitdem haben sich die beiden auch privat gekoppelten Sportler gefestigt, liebäugeln ein wenig sogar mit der ersten EM-Medaille für Österreich seit dem 1982 in Lyon von Claudia Kristofics-Binder errungenen Gold. Die EM 2019 hatten Ziegler/Kiefer nach Rang sieben im Kurzprogramm nicht beendet.

Die aktuell erfolgreichsten österreichischen Eiskunstläufer sind von Salzburg aus zur Eingewöhnung besonders früh in die Steiermark gereist. „Wir sind schon seit einer Woche da“, sagte Kiefer. Die Lokalmatadore haben in den Hallen in Liebenau und Hart trainiert, zuletzt auch in der Wettkampfhalle.

Erstmals für Österreich

Die anderen beiden für das Veranstalterland antretenden Sportler geben für Österreich ihr EM-Debüt. Maurizio Zandron war allerdings 2017 schon einmal auf einer EM-Bühne, für Italien reichte es da zu Platz 19. Für den 27-Jährigen geht es wie für Ziegler/Kiefer (19.15 Uhr) schon heute mit dem Kurzprogramm los, und zwar um 11.30 Uhr. Die erst 16-jährige Olga Mikutina vom FEV Feldkirch ist mit ihrem ersten Programmteil am Freitag (10.30) an der Reihe. Zandron wie Mikutina haben sich den EM-Startplatz in einer verbandsinternen Ausscheidung gesichert. Im Eistanz hat Rot-Weiß-Rot kein für internationale Titelkämpfe der allgemeinen Klasse selektierbares Duo.

Aus internationaler Sicht interessiert vor allem, wer Javier Fernandez nachfolgt. Der Spanier hat die jüngsten sieben EM-Bewerbe gewonnen, danach aber seinen Rücktritt erklärt. Die in Minsk 2019 nächstplatzierten Alexander Samarin (RUS) und Matteo Rizzo (ITA) sind erste Nachfolgekandidaten, dazu kommen Kevin Aymoz (FRA) und Dmitri Alijew (RUS). 35 Aktive haben für den Herren-Bewerb genannt.

Titelverteidigerin fehlt

Bei den Damen hat es Titelverteidigerin Sofia Samodurowa nicht ins starke russische Team geschafft. Ihre mit Vierfachen glänzenden Landsfrauen Alena Kostornaja (16 Jahre), Anna Tscherbakowa und Alexandra Trusowa (jeweils 15) sind damit erste Podestkandidatinnen. Alle geben sie ihr EM-Debüt. Die Paarlauf-Titelverteidiger Vanessa James/Morgan Cipres (FRA) legen derzeit eine Pause ein, einzige Titelverteidiger am Start sind die Eistänzer Gabriella Papadakis/Guillaume Cizeron (FRA).