Kraftakt mit Happy End

Sport / 22.01.2020 • 22:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach dem Abpffif feierten die Spieler unter dem frenetischen Beifall der 6900 Fans den größten Erfolg in der EM-Historie ausgelassen.AFP
Nach dem Abpffif feierten die Spieler unter dem frenetischen Beifall der 6900 Fans den größten Erfolg in der EM-Historie ausgelassen.AFP

Österreich belohnt sich mit 36:36 gegen Weißrussen als Achter mit bester EM-Platzierung.

Wien Österreichs Handball-Männer haben in sprichwörtlich letzter Sekunde bei der EURO 2020 das beste Endrundenergebnis der Geschichte fixiert. Drei Sekunden vor Ende traf Kapitän Nikola Bilyk zum 36:36-Endstand im abschließenden Spiel in der Hauptrunde gegen Weißrussland und sicherte den achten Endrang.

Während die Spieler nach dem Abpfiff mit dem ÖHB-Offiziellen unter den frenetischen Beifall der 6900 Fans in der Wiener Stadthalle den größten Erfolg in der EM-Historie ausgelassen feierten, frohlockte Teamchef Ales Pajovic: „Ich bin extrem stolz auf meine Jungs. Sie haben in der letzten Partie viel Charakter gezeigt und wurden für ihren unbändigen Willen und Kampfgeist belohnt. Ob es am Ende ein glückliches Remis war, ist völlig egal. Es war meiner Meinung nach eine super Endrunde von uns. Mit dem achten Platz wäre ich vor dem Turnier zufrieden gewesen. Das ist ein großer Erfolg für Österreich.“

Mit Herz und Wille Remis erkämpft

Das siebte Spiel innerhalb von 13 Tagen wurde zum angekündigten Abnützungskampf, beiden Teams war der kräftezehrende Turnierverlauf anzumerken. Österreich fand in der Offensive nicht zur Form der ersten fünf Partien und leistete sich viele technische Fehler und Fehlwürfe. So kam es, dass man nach dem 9:8 (15.) zeitweise einem Vier-Tor-Rückstand nachlief. Als Weißrussland acht Minuten vor Ende mit 34:30 vorne lag, glaubte kaum mehr jemand in der Halle an ein rot-weiß-rotes Happy End. Doch die Pajovic-Truppe ließ sich auch durch einen vergebenen Siebenmeter an die Innenstange von Robert Weber (57./33:34) nicht aus der Fassung bringen. Nach einer Parade von Goalie Thomas Bauer, in der 17. Minute (9:12) für Thomas Eichberger eingewechselt, nahm Pajovic 27 Sekunden vor Ende die finale Auszeit und entschied, dass Bilyk den finalen Wurf nehmen soll. Auf Zuspiel von Regisseur Gerald Zeiner übernahm der Kapitän die Verantwortung, machte den Ausgleich perfekt und heizte die rot-weiß-rote Handballparty auf dem Parkett und den Rängen an. „Ich kann mich nicht erinnern, jemals über ein Remis so gejubelt zu haben. Wir sind stolz, was wir geleistet haben, wie wir uns präsentiert haben, welche Euphorie wir entfacht haben. Wir wollten den neunten Rang von 2010 übertreffen und haben mit viel Herz und dem notwendigen Quäntchen Glück alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben“, erklärte Robert Weber mit stolzer Brust. VN-JD

Gerald Zeiner leistete die Vorarbeit zum 36:36-Endstand.GEPA
Gerald Zeiner leistete die Vorarbeit zum 36:36-Endstand.GEPA
Lukas Herburger stemmt sich gegen Kulesh.GEPA
Lukas Herburger stemmt sich gegen Kulesh.GEPA