Handball Euro 2020: Mannschaft hat bis zum Morgengrauen gefeiert

Sport / 23.01.2020 • 23:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ausgelassene Stimmung bei Österreichs Spielern und Betreuern bei der Handballparty nach dem historischen achten Endrang bei der EURO 2020. Privat

Österreichs Handballer ließen nach dem historischen achten Rang bei der EURO 2020 die Korken knallen.

Wien Die Strapazen des finalen Kraftaktes beim 36:36-Remis gegen Weißrussland zum Abschluss der EURO 2020 wurden aus dem Gedächtnis gestrichen. Daran, wie lange die verdiente Party von Österreichs Handballern nach der besten Platzierung in der Geschichte bei einer EM-Endrunde gedauert hat, wollte Lukas Herburger keine detaillierte Uhrzeit nennen: „Die letzten sind jedenfalls nach Morgengrauen ins Hotel gekommen. Es war einfach genial, was wir geschafft haben. Wir haben ein Kapitel rot-weiß-rote Sportgeschichte geschrieben und diesen Erfolg gebührend gefeiert, um die Anstregungen und Wehwechen vergessen“, erklärte der 27-jährige Harder.

Weber mit überragenden Zahlen

Der Blick auf die Einzelstatistik nach den sieben Partien unterstreicht deutlich, dass die vier Vorarlberger im ÖHB-Aufgebot maßgeblich zum Gesamterfolg beigetragen haben. Robert Weber war mit 5:54:19 Stunden Spielzeit der Dauerbrenner auf dem Parkett und bestätigte seine imponierende Bilanz. Der 34-jährige Harder näherte sich mit nunmehr 183 Länderspielen der 200er-Marke und hält nach seinen 35 Treffern bei der EURO 2020 bei 801 Toren im Nationalteamtrikot. Zusätzlich ist der Deutschland-Legionär der einzige ÖHB-Spieler, der in allen 22 EM-Endrundenspielen zumindest ein Tor erzielte und nach seiner vierten EM-Teilnahme seit 2010 mit insgesamt 95 EM-Toren ganz überlegen die ewige ÖHB-Bestenliste anführt. Erste Verfolger in dieser Wertung sind Nikola Bilyk mit 65 sowie Viktor Szilagyi mit 60 Volltreffern bei einem EHF-Großevent.

Herburger kassierte die einzige Rote Karte

Mit 2:45:16 Stunden Spielzeit oder 40 Prozent, vorwiegend im Abwehrzentrum, wurde auch die Wertigkeit von Lukas Herburger unterstrichen. Der 25-jährige Harder, der noch zumindest bis Saisonende beim Schweizer Serientitelträger Kadetten Schaffhausen unter Vertrag steht, erzielte beim 22:34 gegen Deutschland sein einzige EM-Tor.

„Wir haben ein Kapitel rot-weiß-rote Sportgeschichte geschrieben und diesen Erfolg gebührend gefeiert, und die Anstregungen und Wehwechen vergessen.“

Lukas Herburger

Der 34-fache Teamspieler kassierte beim 26:30 gegen Titelverteidiger Spanien die einzige Rote Karte und führt mit acht Zeitstrafen zudem die ÖHB-Wertung an. Nach seiner zweiten EM-Endrunde hät Herburger bei 34 Länderspielen und 20 Toren.

Zeiner führte Regie und traf in allen sieben sieben Partien

Nun knapp zwei Minuten weniger auf dem Parkett stand Gerald Zeiner. Der 31 Jahre alte Akteur des Alpla HC Hard war so wie Topskorer Bilyk (46 Tore), Weber und Janko Bozovic (34) einer von vier Spielern, die sich bei allen sieben EM-Einsätzen in die Torschützenliste eintragen konnte. Zeiner brachte es auf 20 Treffer, überzeugte als Denker und Lenker und unterstrich seine starke Leistung mit insgesamt 29 Vorlagen, aus denen ein Torerfolg resultierte. In Summe hat Zeiner nun 53 Länderspielen und 113 Toren zu Buche stehen.

Zivkovic überzeugte als Backup

Nicht nur wegen des Gesamterfolges über eine zufriedene Bilanz durfte sich auch Boris Zivkovic freuen. Der 27-jährige Harder erfüllte bei seine Kurzeinsätzen und als Backup von Bozovic im rechten Rückraum die Erwartungen von Teamchef Ales Pajovic. In 1:10:51 Stunden Spielzeit erzielte der Linkshänder fünf Treffer und hält nach seiner EM-Premiere bei 32 Auftritten und 31 Toren im Nationaltrikot.

Minimalchance auf Olympiaqualifikation

Neben der strapaziösen Zeit mit sieben Spielen in 13 Tagen freuen sich alle vier Harder auf einige Tage Erholung. Den Endspurt der EURO 2020 werden sie aber ganz genau verfolgen. Der Grund? Sollte Slowenien den Titel holen, würde Österreich ins Starterfeld bei den Olympia-Qualifikationturnieren im April rücken. Falls nicht, wartet zeitgleich die erste Qualirunde für die WM 2021.