Saisonende für Rodel-Ass Thomas Steu

Sport / 23.01.2020 • 21:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Bludenzer Thomas Steu - hier mit seinem Partner Lorenz Koller - muss nach einem schweren Trainingssturz die Saison beenden.<span class="copyright">Kristen</span><p class="caption"><p class="caption">
Der Bludenzer Thomas Steu - hier mit seinem Partner Lorenz Koller - muss nach einem schweren Trainingssturz die Saison beenden.Kristen

Der Bludenzer zog sich im Trainingslauf in Sigulda bei Sturz einen Schien -und Wadenbeinbruch zu.

Markus Krautberger

Sigulda Fahrfehler eingangs Kurve 12, danach nahm das Unheil seinen Lauf: Kunstbahnrodler Thomas Steu zog sich im Training von Sigulda (Lettland) einen Schien- und Wadenbeinbruch im linken Fuß zu, fällt damit mehrere Monate und auch für die WM im Februar aus. Für den zuletzt in Topform fahrenden 25-jährigen Bludenzer und seinen Tiroler Doppelsitzer-Partner Lorenz Koller endet die Saison vorzeitig.
Das ÖRV-Duo hatte bei den gerade erst zu Ende gegangenen Europameisterschaften in Lillehammer Silber im Doppelsitzer sowie Gold in der Teamstaffel geholt. „Auch wenn im Rennsport Stürze dazugehören, war es für uns alle ein ziemlicher Schock. Es ist bitter für die beiden und ein Rückschlag für die gesamte Mannschaft“, sagte ÖRV-Cheftrainer und Sportdirektor Rene Friedl. „Wichtig ist, dass wir Thomas so rasch wie möglich nach Hause bekommen, wo er von unserem Ärzteteam in Empfang genommen wird.“

„Es ist unglaublich bitter. Thomas hatte sehr große Schmerzen, hat mir extrem leid getan.“

Lorenz Koller, Rodel-Partner von Steu

Operation in Riga

Steu wurde nach der offenbar herausfordernden Erstversorgung vor Ort ins Spital nach Riga transportiert, wo das Gelenk laut Verbandsinformationen bei einer 90-minütigen Operation in Position gebracht und fixiert wurde. Ob Bänder- und Sehnenverletzungen vorliegen, müsse erst geklärt werden. Der ÖRV bemühte sich vor Ort noch um eine rasche Überstellung nach Innsbruck, wo ÖRV-Teamrazt Dr. Stefan Neuhüttler die weiteren Untersuchungen vornehmen wird. Ob die Überstellung des 25-Jährigen nach Österreich vorgenommen werden konnte, war am Donnerstag noch nicht vollends geklärt.

„Wichtig ist, dass wir Thomas so rasch als möglich nach Hause bekommen.“

Rene Friedl. ÖRV-Cheftrainer
Zumindest konnte Thomas Steu nach der Operation fast schon wieder lächeln.<span class="copyright">ÖRV</span>
Zumindest konnte Thomas Steu nach der Operation fast schon wieder lächeln.ÖRV

Auf dem Weg an die Spitze

Nach großen Problemen zu Beginn der Rodelsaison – Koller hatten im Vorfeld des Winters erst Knochensplitter aus einem Ellbogen entfernt werden müssen – hatte sich das Duo als Weltcup-Dritter (Sieg in Altenberg) kontinuierlich an die Spitze herangearbeitet und bei der EM seine Topform ausgespielt. Dort sorgten sie mit zwei Silbermedaillen für eine aus ÖRV-Sicht sehr zufriedenstellende Europameisterschaft. „Es ist unglaublich bitter. Wir hatten uns nach meiner Verletzung gerade erst zurückgekämpft, waren super am Weg und jetzt passiert das. Thomas hatte sehr große Schmerzen, er hat mir extrem leidgetan“, meinte Koller, der bei dem Sturz im Eiskanal von Sigula wie durch ein Wunder nur mit blauen Flecken davonkam.
Die bevorstehende Rodel-Weltmiesterschaft in der Kunsteisbahn in Sotschi (RUS/14. bis 16. Februar) findet nun ohne die beiden Mitfavoriten auf den Titel statt. „Dass wir jetzt die Weltmeisterschaft verpassen und die Saison vorzeitig beenden müssen, ist extrem hart“, ergänzte Koller.