Thiem musste sich plagen

Sport / 23.01.2020 • 21:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dominic Thiem musste in seinem Zweitrundenmatch bei den Australian Open über fünf Sätze gehen.afp
Dominic Thiem musste in seinem Zweitrundenmatch bei den Australian Open über fünf Sätze gehen.afp

Fünfsatzsieg des Österreichers nach 1:2-Satzrückstand. Am Samstag gegen US-Boy Fritz.

Melbourne Viel hätte nicht gefehlt und Dominic Thiem hätte sich wie im Vorjahr schon in der zweiten Runde der Australian Open verabschieden müssen. Am Ende freute sich der Weltranglisten-Fünfte aber nach 1:2-Satzrückstand über einen 6:2, 5:7, 6:7(5), 6:1, 6:2-Erfolg über Außenseiter Alex Bolt aus Australien. Er trifft nun auf Taylor Fritz (ATP-29) aus den USA.

3:22 Stunden und damit weit länger als erwartet musste sich Thiem mit dem Lokalmatador plagen, ehe er sich zum vierten Mal in seiner Karriere für die Runde der letzten 32 in Melbourne qualifiziert hatte.

Perfekter Start mit einem Break

„Ich habe gut begonnen und dann eigentlich im zweiten Satz auch alles unter Kontrolle gehabt bei 5:4. Dann habe ich ein grottenschlechtes Game gespielt und die Dinge haben sich komplett gewendet“, gestand Thiem. „Ich habe heute ein bisserl mit ein paar Dämonen gekämpft, aber das gehört dazu, so ein Grand Slam ist lang. Manche Matches laufen nicht so rund wie sie sein sollten, aber Hauptsache ich bin durch.“ Auch im zweiten Duell mit einem Linkshänder übernahm der Lichtenwörther zunächst das Kommando. Thiem gelang im Eröffnungsgame gleich das Break in der nicht vom Dach verschlossenen Melbourne Arena. Während es auf den Nebenplätzen wegen Regens zu einigen Verzögerungen kam, konnte Thiem mit der Gewissheit einlaufen, dass sein Match auf jeden Fall fertiggespielt werden kann. Gegen die Nummer 140 im ATP-Ranking holte Thiem nach einem weiteren Break zum 5:2 nach 30 Minuten den ersten Satz.

Schwächephase

In Durchgang zwei gelang dem Schützling von Nicolas Massu und Thomas Muster im siebenten Game nach einer starken Returnleistung ein Break zu Null zum 4:3. Doch als Thiem bei 5:4 auf die 2:0-Satzführung servierte, schwächelte er und das kostete ihn den ersten Satz im Turnierverlauf. Bolt schaffte das Rebreak und in der Folge gelang es dem Australier, einen 3:5-Rückstand in ein 7:5 zu verwandeln.

Die vergebene klare Führung wurmte Thiem sehr, wie er danach auch gestand. „Ich habe mich geärgert, weil ich nicht ausserviert habe im zweiten, weil dann ist es eine 2:0-Satzführung und das Ding ist schon halb gegessen“, sagte Thiem. Bolt habe mit dem Publikum im Rücken Aufwind bekommen. „Das habe ich schwer akzeptieren können und mich ein bisschen in eine Negativspirale reingejammert, aber zum Glück bin ich wieder rausgekommen. Es ist nicht einfach, wenn man so eine starke Favoritenrolle hat gegen einen Heimspieler, der das Publikum im Rücken hat. Trotzdem muss ich mich in der nächsten Runde viel besser präsentieren.“

Steigerungspotenzial

„Dann habe ich im vierten und fünften meine Chancen wieder besser genutzt. Eigentlich war es, wenn man die Statistiken sieht, ziemlich eindeutig, nur halt mit den Aussetzern in Satz zwei und drei“, meinte Thiem. Im fünften Satz gelang ihm das schnelle Break zum 2:1 und beim unberechenbaren „shotmaker“ Bolt schlichen sich nun auch mehr Fehler ein. Nach rund 3:10 Stunden nutzte Thiem den sechsten Breakball im fünften Spiel zum Doppel-Break auf 4:1. Zwölf Minuten später hatte er den zweiten Sieg beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres in der Tasche.

„Positiv ist der Sieg, auch die Winner-Fehler-Statistik (56:31) war sehr positiv. Was ich verbessern muss, ist die Körpersprache“, wusste Thiem.

„Positiv ist die Winner-Fehler-Statistik. Was ich verbessern muss, ist die Körpersprache.“

Dominic Thiem musste in seinem Zweitrundenmatch bei den Australian Open über fünf Sätze gehen.afp
Dominic Thiem musste in seinem Zweitrundenmatch bei den Australian Open über fünf Sätze gehen.afp