Aus nach Zwischenbestzeit

Sport / 24.01.2020 • 20:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nina Ortlieb zeigte eine tolle Fahrt, wurde schließlich aber nicht für ihr Risiko belohnt.gepa
Nina Ortlieb zeigte eine tolle Fahrt, wurde schließlich aber nicht für ihr Risiko belohnt.gepa

Nina Ortlieb war auf dem Weg zum Sieg, Mikaela Shiffrin gewann die Abfahrt in Bansko.

Bansko Die Italienerin Elena Curtoni (Startnummer 23) nutzte als Vierte den Sonnenschein, die Lecherin Nina Ortlieb leider nicht ganz. Denn die 22-jährige Vorarlbergerin schied bei ihrer Bansko-Premiere mit Zwischenbestzeit aus. „Total ärgerlich!“, sagte Ortlieb. Sie wollte im extrem steilen Gelände zu viel Risiko genommen haben. „Das Positive ist: Wir haben gleich die nächste Chance und ich werde das Gute von heute mitnehmen.“ Die Götznerin Christine Scheyer verlor auf dem sehr drehenden Kurs, mit dem nicht alle Fahrerinnen einverstanden waren, mehr als drei Sekunden auf Siegerin Mikaela Shiffrin und holte als 24. Weltcuppunkte.

Weltcupsieg Nummer 65

Shiffrin hat ihre fast einmonatige Sieglos-Zeit mit dem zweiten Abfahrtssieg ihrer Karriere beendet. Die Gesamtweltcup-Führende aus den USA feierte in der ersten von zwei Abfahrten in Bansko (Bulgarien) ihren 65. Weltcupsieg vor Riesentorlauf-Star Federica Brignone (+0,18 Sek.) und der Trainingsschnellsten Joana Hählen aus der Schweiz (0,23). Hählen untermauerte damit ihre besondere Freundschaft mit Bansko, dem auf einem Hochplateau liegenden Skigebiet von Eigentümer Marc Girardelli, nach dem auch die Strecke benannt ist. Die Schweizerin war in dieser Saison bisher nie besser als
16. (Altenmarkt-Zauchensee) gewesen und stand im 76. Weltcuprennen das erste Mal überhaupt auf dem Podest.

Siebenhofer war nicht zufrieden

Shiffrin siegte erstmals seit dem Slalom von Lienz am 29. Dezember. „Ich war heute sehr aggressiv“, sagte die Langzeit-Dominatorin. Sie wollte aus dem Training viel gelernt haben. „Ich will nicht sagen, dass ich selbstbewusst war, aber ich hatte einen richtig guten Plan.“ Shiffrin traute ihrem Triumph, der sie bis auf zwei Siege an den Bestenlisten-Dritten Marcel Hirscher (67) heranbrachte, zunächst noch nicht recht. Denn mit Fortdauer des Rennens kam Sonne in den unteren Teil der Piste. Das Streckenprofil begünstigte zudem starke Technikerinnen, die noch kommen sollten.

Ramona Siebenhofer, als Neunte beste ÖSV-Läuferin, bezeichnete die Abfahrt im Anschluss als speziell. „Die Charakteristik eignet sich überhaupt nicht für eine Abfahrt. Es ist irgendwie hineingepflanzt.“ Auf die Frage, ob das Rennen einer Abfahrt würdig sei, antwortete Siebenhofer: „Ich finde nicht. Aber es soll sich jeder selbst ein Bild machen.“ Die Steirerin hatte im Ziel als zwischenzeitliche Dritte abgeschwungen und danach die Faust geballt. „Ich finde, wenn man da gut und gesund runterkommt, ist man schon ein kleiner Sieger. Es ist irrsinnig zäh zu fahren.

„Wir haben gleich die nächste Chance und ich werde das Gute von heute mitnehmen.“

Ski Weltcup

Damen-Abfahrt, Bansko

 1. Mikaela Shiffrin (USA) 1:29,79

 2. Federica Brignone (ITA) 1:29,97 +0,18

 3. Joana Hählen (SUI) 1:30,02 +0,23

 4. Elena Curtoni (ITA) 1:30,11 +0,32

 5. Marta Bassino (ITA) 1:30,15 +0,36

 6. Petra Vlhova (SVK) 1:30,82 +1,03

 7. Romane Miradoli (FRA) 1:31,20 +1,41

 8. Kira Weidle (GER) 1:31,40 +1,61

 9. Ramona Siebenhofer (AUT) 1:31,49 +1,70

10. Breezy Johnson (USA) 1:31,56 +1,77

11. Laura Pirovano (ITA) 1:31,58 +1,79

12. Francesca Marsaglia (ITA) 1:31,77 +1,98

13. Marie-Michele Gagnon (CAN) 1:31,85 +2,06

14. Corinne Suter (SUI) 1:31,94 +2,15

15. Anna Veith (AUT) 1:32,04 +2,25

17. Stephanie Venier (AUT) 1:32,08 +2,29

19. Mirjam Puchner (AUT) 1:32,31 +2,52

21. Michaela Heider (AUT) 1:32,37 +2,58

24. Christine Scheyer (AUT) 1:32,82 +3,03

Ausgeschieden u. a.: Sofia Goggia (ITA), Nina Ortlieb (AUT), Tamara Tippler (AUT), Lara Gut-Behrami (SUI), Elisabeth Reisinger (AUT), Michelle Gisin (SUI), Jasmine Flury (SUI)

Nicht am Start: Nicole Schmidhofer (AUT/krank)