Einhundert

Sport / 24.01.2020 • 20:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Roger Federer stand schon mit dem Rücken zur Wand, siegte dann aber doch noch gegen John Millman. Und ist damit der Erste Mensch, der 100 Siege in Melbourne schaffte.Reuters
Roger Federer stand schon mit dem Rücken zur Wand, siegte dann aber doch noch gegen John Millman. Und ist damit der Erste Mensch, der 100 Siege in Melbourne schaffte.Reuters

Nach heroischem Kampf gegen John Millman schafft Roger Federer Rekord in Melbourne.

Melbourne Roger Federer ist nach hartem Kampf ins Achtelfinale der Australian Open aufgestiegen. Der 38-jährige Schweizer stand in der Night Session in Melbourne gegen den kampfstarken Australier John Millman vor dem Aus, siegte aber nach 4:03 Stunden mit 4:6,7:6(2),6:4,4:6,7:6(10/8). Damit feierte der 20-fache Grand-Slam-Sieger seinen insgesamt 100. Sieg allein beim ersten Jahres-Major. Federer, der 2018 im US-Open-Achtelfinale gegen den „Aussie“ in vier Sätzen schon einmal verloren hatte, lag im Match-Tiebreak bereits mit 4:8 zurück. Dass er dieses längere Tiebreak im fünften Satz (geht bis 10 anstelle bis 7) noch umdrehen konnte, daran hatten auch in der Rod Laver Arena nicht mehr viele der 15.000 Zuschauer geglaubt. Federer trifft nun im Achtelfinale am Sonntag auf den Ungarn Marton Fucscovics. „Oh Gott, das war hart. Zum Glück war es ein Supertiebreak“, sprach Federer danach auch an, dass es im fünften Satz nicht auf zwei Games Unterschied geht. „John hat ein tolles Match gespielt, er könnte auch hier stehen. Er hat alles gut gemacht zu Beginn des Tiebreaks. Ich habe schon überlegt, wie ich das auf der Pressekonferenz erkläre“, scherzte ein erleichterter Federer danach.

Rekordmarke 100 Siege

Dass natürlich rund die Hälfte der Fans ihrem eigenen Spieler die Daumen drückten, und nicht wie sonst wie ein Mann hinter der lebenden Tennislegende standen, nahm Federer dem Publikum nicht krumm. „Ich nehme es nicht persönlich, macht euch keine Sorgen“, meinte er lachend in Richtung Publikum. „John hat es wirklich sehr schwer für mich gemacht.“ Rekordmann Federer hat nun nach Wimbledon, wo er vergangenes Jahr als erster Spieler überhaupt bei einem Major-Turnier den 100. Einzelsieg gefeiert hat, dieses Kunststück auch in Melbourne geschafft.

Tsitsipas vorzeitig raus

Federer vermied damit am Tag des großen Favoritensterbens, dass er in einem Atemzug mit Serena Williams, Naomi Osaka und Stefanos Tsitsipas genannt wurde. Vor allem das Ausscheiden Tsitsipas in drei Sätzen gegen Milos Raonic (CAN) überraschte, da der Grieche letztes Jahr im Halbfinale stand. Seine Aufgabe souverän erledigte Novak Djokovic, der Yoshihito Nishioka (JPN) in drei Sätzen 6:3, 6:2, 6:2 besiegte. Der Serbe trifft in der nächsten Runde auf den Argentnier Diego Schwartzmann. Österreichs Dominic Thiem absolvierte gestern Nacht seine dritte Partie

„Die Dämonen haben gelauert. Ich habe mir schon überlegt, wie ich eine Niederlage erkläre.“

Der Lokalmatador John Millman lieferte gegen Roger Federer eine entfesselte Leistung und brachte die Legende aus der Schweiz in fünf Sätzen an den Rand einer Niederlage.Reuters
Der Lokalmatador John Millman lieferte gegen Roger Federer eine entfesselte Leistung und brachte die Legende aus der Schweiz in fünf Sätzen an den Rand einer Niederlage.Reuters