Jansrud siegte mit Ansage

Sport / 24.01.2020 • 22:34 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Kjetil Jansrud gehört mit dem Triumph im Super-G dem elitären Kreis jener Läufer an, die am Hahnenkamm bereits in beiden schnellen Disziplinen Erfolge feiern konnten. gepa
Kjetil Jansrud gehört mit dem Triumph im Super-G dem elitären Kreis jener Läufer an, die am Hahnenkamm bereits in beiden schnellen Disziplinen Erfolge feiern konnten. gepa

Mayer im Super-G in Kitzbühel mit Kilde ex aequo Zweiter, Kriechmayr auf Rang sechs.

Kitzbühel Matthias Mayer hat sich im Weltcup-Super-G von Kitzbühel das Podest mit zwei Norwegern geteilt. Nach den vermeintlichen Siegesfahrten des Kärntners und von Aleksander Aamodt Kilde, die sich ex aequo den Platz an der Sonne gesichert hatten, schlug Kjetil Jansrud aus dem Hinterhalt zu. Um 16/100 Sekunden fing er das Duo noch ab, es war sein erster Sieg seit November 2018.

„Es tut mir leid für Österreich“

Für Jansrud war es der 23. Weltcuperfolg, der zweite in Kitzbühel, wo er bereits 2015 einmal die Abfahrt gewonnen hat. Mayer übernahm die Führung im Disziplinweltcup von Kriechmayr, der 28 Zähler dahinter ex aequo mit Jansrud und Kilde nun Zweiter ist. „Ich habe es richtig genossen. Es ist unglaublich. Es erwartet irgendwie jeder ein Podest, es erhofft sich jeder den Sieg, es ist einfach cool, wenn man da mit einem grünen Licht im Ziel abschwingen kann“, sagte Olympiasieger Mayer. Jansrud habe eine extrem starke Fahrt gehabt. „Kilde hat mir gesagt, dass Jansrud jetzt im Super-G-Training extrem gut gefahren ist. Vielleicht war es eher über den Hausberg drüber, wo ich doch ein bissel zu spitz war, wo noch was drinnen gewesen wäre. Aber im Großen und Ganzen war es eine super Fahrt.“

Auch wenn es mit dem zweiten Kitz-Sieg nach 2017 nichts wurde, so steht er dort nun bereits zum fünften Mal in Super-G auf dem Podest. Damit untermauerte er auch seine Mitfavoritenrolle für die Abfahrt.

Jansrud wusste schon vor seinem Start, wie er erklärte, dass es einen norwegischen Sieg geben wird, er hatte mit Kilde nach dessen Bestzeit mitgejubelt. „Das tut mir ein bisschen leid, Österreich“, sagte Jansrud im Ziel, war aber natürlich mit dem Sieg überglücklich, war es in dieser Saison doch noch nicht optimal gelaufen. Für den Super-G-Erfolg gab es das Rekord-Preisgeld von 68.500, in der Abfahrt warten 100.000 auf den Triumphator.

Kilde freute sich über sein erstes Podest in der Gamsstadt. „Einmal war ich in Kitzbühel schon Vierter, das ist sehr schön jetzt. Das war von oben bis unten eine stabile Fahrt. Kjetil ist im Training so schnell, ich habe gespürt, dass er heute gefährlich ist.“

Eröffnet wurde das Rennen bei Traumwetter von Vorjahressieger Josef Ferstl, der schon nach Nummer zwei, dem Österreicher Christian Walder entthront war. Die erste eindrucksvolle Richtzeit legte der Italiener Mattia Casse mit Nummer sechs hin, die allerdings gleich vom Schweizer Mauro Caviezel unterboten wurde, Vincent Kriechmayr reihte sich dahinter ein. Dem Trio blieben am Ende die Ränge vier, fünf und sechs, der Schweizer Beat Feuz wurde Siebenter.

Kriechmayr hatte nach dem Sturz im Abfahrttraining am Vortag wegen der lädierten Hand Probleme beim Starten, aber keine Schmerzen. „Aber dafür war die Zeit eh ganz okay. Ich habe zwei Fehler gemacht, das erklärt den Rückstand.“ Als Zwölfter errang Daniel Danklmaier das überhaupt erst dritte und zugleich beste Super-G-Ergebnis seiner Karriere. „Heute hatte ich ein richtig gutes Rennen, ich bin voll zufrieden“, sagte der Steirer. „Der liegt mir, der Hügel.“

„Ich habe es richtig genossen. Es erwartet sich irgendwie jeder ein Podest.“

Norwegischer Jubel bei der Siegerehrung mit Kjetil Jansrud und Aleksander Aamodt Kilde.gepa
Norwegischer Jubel bei der Siegerehrung mit Kjetil Jansrud und Aleksander Aamodt Kilde.gepa
Jubel über die Führung bei Matthias Mayer, am Ende landete der Kärntner im Kitzbühel-Super-G gemeinsam mit Aleksander Aamodt Kilde auf dem zweiten Rang.gepa
Jubel über die Führung bei Matthias Mayer, am Ende landete der Kärntner im Kitzbühel-Super-G gemeinsam mit Aleksander Aamodt Kilde auf dem zweiten Rang.gepa

SKI-weltcup

Herren-Super-G Kitzbühel

1. Kjetil Jansrud (NOR)  1:14,61

2. Matthias Mayer (AUT) 1:14,77 +0,16

A. Aamodt Kilde (NOR)  1:14,77 +0,16

4. Mauro Caviezel (SUI)  1:15,10 +0,49

5. Mattia Casse (ITA)  1:15,14 +0,53

6. Vincent Kriechmayr (AUT) 1:15,40 +0,79

7. Beat Feuz (SUI)  1:15,47 +0,86

8. Andreas Sander (GER) 1:15,60 +0,99

9. Alexis Pinturault (FRA)  1:15,75 +1,14

10. Travis Ganong (USA)  1:15,76 +1,15

11. Johan Clarey (FRA) 1:15,81 +1,20

12. Daniel Danklmaier (AUT) 1:15,83 +1,22

13. Marco Odermatt (SUI) 1:15,95 +1,34

14. Nils Allegre (FRA) 1:15,96 +1,35

15. Christof Innerhofer (ITA) 1:16,01 +1,40

16. Blaise Giezendanner (FRA) 1:16,09 +1,48

17. Thomas Dreßen (GER) 1:16,12 +1,51

18. Christian Walder (AUT) 1:16,16 +1,55

19. Miha Hrobat (SLO) 1:16,19 +1,58

20. Emanuele Buzzi (ITA) 1:16,20 +1,59

Peter Fill (ITA) 1:16,20 +1,59

22. Romed Baumann (GER) 1:16,26 +1,65

24. Max Franz (AUT)   1:16,34 +1,73

38. Stefan Babinsky (AUT)  1:16,78 +2,17

Ausgeschieden u.a.: Johannes Kröll (AUT), Otmar Striedinger (AUT), Carlo Janka (SUI)