Triumph der Golden Oldies

Sport / 26.01.2020 • 20:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Grenzenlose Freude bei Abwehrchef Viran Morros nach Übergabe der Siegertrophäe bei der EURO 2020. Mit dem EM-Titel sind die Iberer auch fix bei Olympia 2020 dabei. AFP
Grenzenlose Freude bei Abwehrchef Viran Morros nach Übergabe der Siegertrophäe bei der EURO 2020. Mit dem EM-Titel sind die Iberer auch fix bei Olympia 2020 dabei. AFP

Spaniens Handballer nach 22:20-Finalerfolg über Kroatien wie 2018 Europameister.

Stockholm Spaniens Handballer haben als erste Mannschaft seit Schweden im Jahr 2002 ihren Titel bei der 14. Männer-EM erfolgreich verteidigt. Die Iberer, gestützt auf ihren großartigen Torhüter Rodrigo Perez de Vargas, entschieden die finale Schlacht gegen Kroatien vor 17.800 Zuschauern im Hexenkessel der Stockholmer Arena mit 22:20 (12:11) für sich. Nach 14. Endrundenteilnahmen halten die Golden Oldies nun bei zwei Goldenen, vier Silbernen und zwei Bronzenen und sind in der Anzahl der Medaillen die erfolgreichste Nation bei einem Championat der Europäischen Handballförderation (EHF).

Die mit einem Schnitt von 30,6 Jahren älteste Turniermannschaft blieb mit acht Siegen und einem Remis (22:22 gegen Kroatien zum Abschluss der Hauptrunde) ans einziges Team ohne Niederlage und hat seinen Triumphzug bei der erstmals in drei Ländern (Österreich, Norwegen und Schweden) ausgetragenen EURO 2020 durch Handball-Europa mit dem zweiten Titel in Folge gekrönt.

Die Golden Oldies schaffte mit der Titelverteidigung das, was bisher nur den Schweden in den Jahren 1998, 2000 und 2002 gelungen war. Zum dritten Mal in Folge standen die Iberer im Finale – 2016 hatten sie gegen Deutschland das Endspiel 17:24 verloren und 2018 Schweden 29:23 bezwungen. Zwölf Spieler, die in Stockholm dabei waren, gehörten auch 2018 der erfolgreichen EM-Equipe an.

Gleichzeitig mit dem Titelgewinn hat sich Spanien für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio qualifiziert. Nun können sich Kapitän Raul Entrerrios und Co. in aller Ruhe auf ihr letztes großes gemeinsames Ziel im Zeichen der fünf Ringe vorbereiten.

Den Kroaten um den als wertvollsten Spieler ausgezeichneten Domagoj Duvnjak blieb dagegen zum dritten Mal nach den Finalniederlagen 2008 (20:24 gegen Dänemark) und 2010 (21:25 gegen Frankreich) der Sprung auf den EHF-Thron versagt. Alles hat das Team von Trainerfuchs Lino Cervar bereits gewonnen, wurde 1996 und 2004 Olympiasieger und 2003 Weltmeister, doch auf der europäischen Bühne reichte es bisher nicht zu Gold. Nach 14 Endrunden stehen nun je drei Silberne und Bronzene zu Buche.

Am Tag zuvor hatte Vizeweltmeister Norwegen das Spiel um Bronze gewonnen und damit seine erste Medaille in der bis 1994 zurückreichenden EM-Geschichte gewonnen. 24 Stunden nach der enttäuschenden Niederlage im Halbfinal-Krimi gegen Kroatien setzten sich die Skandinavier mit 28:20 gegen Slowenien durch. Norwegen ist damit für die WM im Januar 2021 in Ägypten qualifiziert, Slowenien muss weiter auf die zweite EM-Medaille nach Silber 2004 warten, ist aber so wie Portugal im April in der Olympiaqualifikation dabei.

Österreich erreichte mit Rang acht die bisher beste EM-Platzierung und ist im April in der WM-Qualifikation unter den gesetzten Mannschaften. VN-JD