Im Banne des Footballs

Sport / 27.01.2020 • 21:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Hard Rock Stadium in Miami ist zum sechsten Mal Schauplatz einer Super Bowl.ap
Das Hard Rock Stadium in Miami ist zum sechsten Mal Schauplatz einer Super Bowl.ap

Die Rekord-Super-Bowl-Stadt Miami wird zum sportlichen Fokus der USA.

Miami Keine Stadt hat öfter ein Endspiel der National Football League (NFL) ausgetragen als Miami. Erfahrung bei der Ausrichtung des größten jährlich wiederkehrenden Einzelsportereignisses des Planeten hilft dabei, den umfangreichen Anforderungen der NFL für das Endspiel gerecht zu werden.

Jahr für Jahr spielt sich Ende Jänner/Anfang Februar in den USA ein beeindruckendes Spektakel ab. Eine Stadt wird binnen weniger Tage von einer Sportliga de facto komplett übernommen. Geltendes Recht beugt sich nicht selten der milliardenschweren Sportentität namens NFL, die auch 2020 wieder über Sicherheitszonen, Entertainment-Meilen und – am wichtigsten – die komplette Infrastruktur am und rund um den Endspielort Hard Rock Stadium verfügt.

Temperatur muss stimmen

Ich durfte bereits 2018 in Minneapolis und 2019 in Atlanta die Transformation eines Ballungsraumes in eine gigantische Gelddruckmaschine für die NFL aus nächster Nähe erleben. Omnipräsentes Branding, aggressive Marketing-Aktionen und eine unaufhörliche Flut an Stars und Sternchen sollen jeder interessierten Person klarmachen: Hier wird Großes passieren.

Zum insgesamt elften Mal ist Miami Gastgeber einer Super Bowl, das Hard Rock Stadium stellt das sechste Mal die Bühne für ein TV-Ereignis, das auch 2020 allein in den USA ein Publikum im dreistelligen Millionenbereich in seinen Bann ziehen wird.

Um in den Genuss von Organisation und Austragung des NFL-Endspiels zu kommen, ist eine opportune geografische Lage zwar nicht zwingende, aber zumindest begünstigende Voraussetzung. Die Super Bowl ist in erster Linie eine durchgetaktete Show, deren Wurmfortsatz ein Football-Spiel ist. Und eine wünschenswerte Grundbedingung für ein friktionsfreies Spektakel ist schlicht und ergreifend gutes Wetter. Städte im bevölkerungsreichen Nordosten von Amerika gingen bisher mit wenigen Ausnahmen leer aus. Denn die NFL schreibt den „Host Cities“ eine Tagesdurchschnittstemperatur zum Austragungszeitpunkt von 10 Grad oder mehr vor. Umgangen werden kann dies nur mit einem kompletten Indoor-Stadion (wie in Minneapolis, Detroit oder Indianapolis), oder aber, wenn im größten und wichtigsten Medienmarkt New York ein neues Freiluft-Stadion entsteht. Dort wurde im Februar 2014 die bisher einzige „cold weather city“ Super Bowl abgehalten. Ein schönes Beispiel für die NFL und ihre eigenen Regeln, nicht immer eine Geschichte von Konsistenz und Kontinuität.

Die Stars sind da

Bereits am Sonntag sind die beiden Super-Bowl-Kontrahenten aus Kansas City und San Francisco in Florida gelandet. Damit geht auch eine beeindruckende Serie in die Verlängerung. Noch nie in der 53-jährigen Geschichte der Super Bowl hatte ein Team Heimrecht.

Lesen Sie morgen in den VN: Warum NFL immer häufiger für „Not For Long“ steht.

Die Pausenshow bestreiten Shakira . . .
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. . . und Jennifer Lopez.
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