Schwarz sinnt auf Revanche

Sport / 27.01.2020 • 22:09 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Marco Schwarz fährt zum sechsten Mal den Weltcupslalom in Schladming, im vergangenen Jahr wurde er beim Triumph von Marcel Hirscher Fünfter. gepa
Marco Schwarz fährt zum sechsten Mal den Weltcupslalom in Schladming, im vergangenen Jahr wurde er beim Triumph von Marcel Hirscher Fünfter. gepa

ÖSV-Asse werden beim Flutlicht-Spektakel in Schladming von 45.000 Fans angefeuert.

schladming Wie turbulent es im Slalom-Weltcup derzeit zugeht, hat sich in Kitzbühel wieder gezeigt. Der Sieg ging zwar zum dritten Mal in diesem Ski-Winter an den Schweizer Daniel Yule, die Zahl der Anwärter hat sich aber noch einmal vergrößert. „Vielleicht gibt es dann in Schladming die Revanche“, richtete Marco Schwarz den Blick schon auf Dienstag und das Nightrace.

Beste Atmosphäre

Blutjunge Talente, alte Hasen, diverse Nationalitäten und eine Dichte wie in wenigen anderen Sportarten – die Slalom-Rennen bieten aktuell Spannung und Überraschungsmomente par excellence. Dass auch Österreicher im Kampf um die Spitzenplätze mittendrin sind, liefert einen Grund mehr, warum sich um die Schladminger Planai auch im ersten Jahr nach dem Rücktritt von Marcel Hirscher die Zuschauermassen tummeln sollten. Mit 45.000 Besuchern rechnen die Veranstalter.

„In Schladming ist es eigentlich der ganze Steilhang, wo dich die Fans runterbegleiten und anfeuern. Das ist von der Stimmung noch einmal eine Stufe cooler“, sagte der Kitzbühel-Zweite Schwarz, der elf Monate nach seinem Kreuzbandriss laut eigener Aussage wieder bei seiner Normalform angelangt ist. „Das Skifahren passt“, erzählte er, deswegen sei sein erster Weltcup-Sieg in einem Spezialslalom schon beim Flutlicht-Spektakel möglich. „Warum nicht?“, fragte der 24-Jährige in die Runde.

Yule war bei seinem ersten Kitz-Sieg nur 0,12 Sekunden schneller als der Kärntner. „Allgemein ist es für mein Gefühl schon eine besondere Geschichte mit Kitzbühel“, betonte der Schweizer mit britischen Wurzeln, der in der Gamsstadt 2012 auch sein erstes Weltcup-Rennen bestritten hatte. „Wenn es um etwas geht, kann ich den Knopf noch einmal aufdrehen. Deshalb liebe ich diese Atmosphäre und diesen Druck.“

Auf Platz drei fuhr am Sonntag Clement Noel. Der Franzose hatte im Vorjahr in Schladming als Wengen- und Kitz-Sieger nach sechs Fahrsekunden eingefädelt. „Vielleicht ist Kitzbühel das Wichtigste im Skisport. Aber wenn man in Schlad­ming fährt, realisiert man, dass es etwas wirklich, wirklich Großes ist“, erklärte der 22-Jährige, dass ein Sieg hier zu seinen wichtigsten Zielen gehört. „Die Atmosphäre ist die beste im ganzen Jahr.“ Und diese Atmosphäre soll alle acht Österreicher – Schwarz, Michael Matt, Manuel Feller, Marc Digruber, Fabio Gstrein, Johannes Strolz, Mathias Graf, Adrian Pertl – zu Höchstleistungen anstacheln. Matt brachte in Kitzbühel als Sechster sein erstes Top-Ten-Ergebnis seit Val d‘Isère Mitte Dezember in trockene Tücher. Dort war der Tiroler Fünfter gewesen. „In Schladming werden wir die letzten zehn Tore auch noch gescheit fahren“, meinte er.

Pertl mit Heimvorteil

Der 23-jährige Pertl schaffte dank Laufbestzeit im Finale mit Platz acht sein bestes Weltcup-Resultat. „Der Adi ist in den letzten Trainings schon brutal stark gefahren“, meinte Schwarz über seinen Kärntner Landsmann. In Schladming wolle es dieser genau so anlegen. „Ich werde schauen, dass ich im ersten wieder in die 30 reinfahre“, sagte Pertl, der auch von den Trainern zuletzt viel Lob eingeheimst hatte. „Ich bin in Schladming in die Schule gegangen, von dem her kenne ich das Rundherum ein bissel und freue mich schon. Ich denke auch, dass mir der Hang liegen wird.“

Von der Vorarlberger Garde fehlt heute Christian Hirschbühl, der im letzten Jahr auf Rang zehn gefahren war. Strolz klassierte sich 2019 auf Platz 20, Graf schaffte die Qualifikation für den zweiten Durchgang nicht.

Ski-weltcup

So geht es weiter

Heute

Herrenslalom Schladming 17.45/20.45 Uhr

1. Februar

Damenabfahrt Rosa Chutor 9.30 Uhr

Herrenabfahrt Garmisch 11.30 Uhr

2. Februar

Damen-Super-G Rosa Chutor 9.00 Uhr

Herren-Riesentorlauf Garmisch 10.30/13.30 Uhr

8. Februar

Herrenslalom Chamonix 10.00/13.00 Uhr

Damenabfahrt Garmisch 11.30 Uhr

9. Februar

Parallelslalom Chamonix 9.30/13.15 Uhr

Damen-Super-G Garmisch 11.15 Uhr

15. Februar

Herrenabfahrt Yanging 4.00 Uhr

Damen-Riesentorlauf Maribor 10.30/13.00 Uhr

16. Februar

Herren-Super-G Yanqing 4.00 Uhr

Damenslalom Maribor 10.15/13.45 Uhr

22. Februar

Herren-Riesentorlauf Naeba 2.00/5.00 Uhr

Damenabfahrt Crans Montana 10.30 Uhr

23. Februar

Herrenslalom Naeba 2.00/5.00 Uhr

Damen-Kombination C. Montana 10.30/13.30