Wettskandal erschüttert Basketballliga

Sport / 28.01.2020 • 21:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Fünf Spieler des UBSC Graz sollen Partien verschoben haben. Bei den Verdächtigen soll es um zwei US-Amerikaner und drei Spieler aus Ex-Jugoslawien handeln.GEPA
Fünf Spieler des UBSC Graz sollen Partien verschoben haben. Bei den Verdächtigen soll es um zwei US-Amerikaner und drei Spieler aus Ex-Jugoslawien handeln.GEPA

Betrugsverdacht bei fünf Grazer Spielern. Klubführung er­stattete Anzeige.

Graz Zwei US-Amerikaner und drei Spieler aus dem ehemaligen Jugoslawien des Basketballklubs UBSC Graz sind wegen des Verdachts des Wettbetrugs wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr festgenommen worden. Laut Staatsanwaltschaft Graz sollen sie ihre eigenen Spiele manipuliert haben. Der Klubvorstand hatte bereits vor rund drei Wochen nach einem Hinweis aus dem Umfeld der Mannschaft Anzeige wegen Betrugsverdacht erstattet.

„Man macht so eine Anzeige nicht leichtfertig und ist sich bewusst, welche Tragweite das für den Verein, das Umfeld und die betroffenen Personen hat. Wenn der Verdacht besteht, gibt es aber eine Nulltoleranz“, betonte Michael Fuchs, General Manager der in der Basketball Superliga (BSL) Murstädter. Der Langzeitfunktionär und weitere UBSC-Vorstände distanzieren sich schärfstens von den im Raum stehenden Anschuldigungen. Besonders Fuchs, seit 14 Jahren Klubmanager, zeigte sich bei der Bekanntgabe erschüttert. „Es ist ein schwarzer Tag für den UBSC Graz. Der Schaden ist derzeit weder personell noch finanziell annähernd absehbar.“

Die Namen der Beschuldigten sowie Details zum Sachverhalt wurden aufgrund des laufenden Verfahrens nicht bekannt.

Erste Infos am 6. Jänner

Die Information, dass bei Spielen nicht alles ordnungsgemäß abgelaufen sein könnte, gab es laut Fuchs nach dem Ligaspiel am 6. Jänner bei Wels. Nach der Anzeige habe man sich auf Bitten der Exekutive vorerst der Verschwiegenheit verschrieben, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. „Das ist ein absolutes Horrorszenario. Man sitzt bei einem Spiel, ärgert sich trotzdem, vergisst dabei komplett, wie der Sachverhalt ist“, sagte Fuchs und nannte als Beispiel die 60:64-Auswärtsniederlage beim BC Vienna: „Wir sind zur Halbzeit mit 42:25 in Führung gewesen und haben den Gegner klar dominiert. Doch dann geht plötzlich überhaupt nichts mehr und wir verlieren.“

Die Staatsanwaltschaft Graz erklärte in einer Aussendung, dass der Manipulationsverdacht durch fünf Spieler bei mehreren Partien der laufenden Saison bestehe: „Im Konkreten sollen die Beschuldigten, für die vorerst die Unschuldsvermutung gilt, den Ausgang der Spiele durch schwache Leistungen, spielentscheidende Fehler, vorgetäuschte Verletzungen und dergleichen gezielt zum Nachteil des Vereins beeinflusst haben. Im Hintergrund wurde zudem auf Niederlagen des UBSC Graz mit einer gewissen Punktedifferenz Geldsummen gewettet“, hieß es weiter.

Neben den zu Wochenbeginn vorgenommenen Festnahmen wurden über Anordnung der Staatsanwaltschaft auch Hausdurchsuchungen durchgeführt. „Die Ergebnisse der Hausdurchsuchungen sowie der Einvernahmen der Beschuldigten und Zeugen durch die Kriminalpolizei sind noch ausständig. Auch von welchen Personen und in welcher Höhe die Wetten platziert wurden, ist noch Gegenstand der erst am Anfang stehenden Ermittlungen“, ist der Aussendung weiter zu entnehmen. Der Tatverdacht laute derzeit auf schweren gewerbsmäßigen Betrug.

„Seit ich davon erfahren habe, habe ich keine Nacht vor zwei Uhr ein Auge zugedrückt.“

Fünf Spieler des UBSC Graz sollen Partien verschoben haben. Bei den Verdächtigen soll es um zwei US-Amerikaner und drei Spieler aus Ex-Jugoslawien handeln.GEPA
Fünf Spieler des UBSC Graz sollen Partien verschoben haben. Bei den Verdächtigen soll es um zwei US-Amerikaner und drei Spieler aus Ex-Jugoslawien handeln.GEPA