Die „Hölle“ war zu nass

Sport / 30.01.2020 • 20:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für ein Skitraining war das Wetter in Rosa Khutor nicht geeignet, da versuchten sich Michaela Heider und Tamara Tippler auf der Bobbahn.gepa
Für ein Skitraining war das Wetter in Rosa Khutor nicht geeignet, da versuchten sich Michaela Heider und Tamara Tippler auf der Bobbahn.gepa

Kein Training in Garmisch trotz schönem Wetter. Nebel und Schnee in Sotschi.

Garmisch, Sotschi Trotz Sonnenschein und blauem Himmel ist am Donnerstag das erste Abfahrtstraining der Herren in Garmisch-Partenkirchen abgesagt worden. Grund war der in den zwei Tagen davor gefallene Neuschnee, der nicht mehr ausreichend aus der Kandahar-Strecke gebracht werden konnte. Obwohl in der Nacht Regen droht, soll der notwendige Trainingslauf nun am Freitag stattfinden.

„Es ist bitter, dass bei bestem Wetter kein Training möglich war“, bedauerte ÖSV-Fahrer Max Franz die Absage. Ihm sei schon bei der Besichtigung klar geworden, dass ein Training aus Sicherheitsgründen wohl nicht möglich sein werde. „Man hat hier wirklich alles probiert. Aber die Schneefälle der vergangenen zwei Tage haben die Piste unfahrbar gemacht“, sagte der Kärntner.“ Besonders die Passage „Hölle“ erwies sich als zu weich und zu nass.

Auch Teamkollege Vincent Kriechmayr sprach von einer zu weichen Piste und hoher Verletzungsgefahr. Der Oberösterreicher ist aber zuversichtlich, dass Training und Rennen trotz nun auch noch erwartetem Regen sowie relativ hohen Temperaturen am Tag stattfinden können. „Das ganze Team hier arbeitet rund um die Uhr. Eine Absage wäre wirklich schade, weil Garmisch zu den Klassikern gehört.“ Durchwegs zufrieden registriert haben die ÖSV-Abfahrer, die auf den erkrankten Kitzbühel-Sieger Matthias Mayer verzichten müssen und deren Ex-Kollege Romed Baumann erstmals im DSV-Dress ein „Heimrennen“ bestreitet, die Absage der Weltcup-Rennen in China wegen des Coronavirus. Saalbach als Ersatz würde praktisch allen Österreichern taugen.

Training vor dem Rennen?

Wie im Vorjahr spielt auch 2020 das Schlechtwetter dem Damen-Skiweltcup in Sotschi übel mit. Die ersten beiden Trainingsläufe mussten bei einem Mix aus Nebel, Schnee und Regen abgesagt werden, auch heute droht ein ähnliches Szenario. Weil die Wetteraussichten für das Wochenende aber gut sind, sollten Abfahrt (Samstag) und Super-G (Sonntag) programmgemäß stattfinden können.

Sollte nach den Absagen am Mittwoch und Donnerstag tatsächlich auch heute kein gezeitetes Training möglich sein, müsste dieser für ein Rennen notwendige Testlauf am Samstag vor dem Rennen über die Bühne gehen. FIS-Renndirektor Peter Gerdol hat zwar die Devise „Safety First“ ausgegeben, die Veranstalter sind aber zuversichtlich, weil der relativ nasse Schnee im Olympiagelände von 2014 gut bearbeitbar ist.

Abfahrt ist Neuland

Der Tross der Skidamen war am Montag von Bansko direkt mit einem Charterflug nach Sotschi geflogen und trainiert seitdem im sehr gut ausgelasteten Skigebiet Rosa Khutor. Die Weltcup-Abfahrt ist für die Damen praktisch Neuland, weil sie einerseits nur einen kleinen Teil des Olympiageländes beinhaltet und andererseits im Vorjahr nur besichtigt werden konnte. Rennen hatte das Schlechtwetter im März 2019 unmöglich gemacht.