Erstmals Favorit

Sport / 30.01.2020 • 20:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Dominic Thiem geht gegen Alexander Zverev in sein bereits fünftes Grand-Slam-Halbfinale.

Melbourne Zum fünften Mal geht es für Dominic Thiem heute (9.30 Uhr) in ein Grand-Slam-Halbfinale, erstmals abseits der French Open. In Anbetracht seiner Leistung beim Vier-Satz-Sieg über Rafael Nadal und auch einer 6:2-Bilanz ist Thiem gegen den Deutschen Alexander Zverev zu favorisieren. Letzterer spielt bei den Australian Open sein erstes Major-Halbfinale, hat auf dem Weg dorthin aber nur einen Satz abgegeben.

Thiem bereitete sich gestern bei brütender Hitze in Melbourne mit einer intensiven einstündigen Einheit vor. „Sicher war ich müde nach dem Match gegen Nadal, aber es ist wichtig, dass ich mich gescheit eine Stunde körperlich betätigt habe, weil die Spannung muss ja aufrecht bleiben“, konstatierte Thiem nach dem Training. Er trainierte absichtlich spät, da er neuerlich in der Night Session angesetzt ist.

Freude weicht dem Fokus

Die Freude über seinen ersten Halbfinaleinzug ist mittlerweile in den Hintergrund getreten, schließlich liegt der Fokus nun auf dem nächsten Schritt. „Es ist eine Supergeschichte natürlich, aber im Endeffekt bin ich noch immer mitten im Turnier drinnen. Es ist jetzt die entscheidende Phase des Turniers“, erklärte der Weltranglisten-Fünfte, der am Montag zumindest wieder Vierter sein wird. „Gestern war ein unglaublich schöner Erfolg und ich habe wieder einen Meilenstein erreicht. Aber es war hoffentlich ein Etappenziel in dem ganzen Turnier und es geht voll weiter. Will ich eine Chance haben, muss ich morgen von Beginn an voll da sein“, weiß der 26-Jährige. Mit Zverev verbindet Thiem durchaus eine Art Freundschaft. Thiem postete nach der dritten Runde ein Selfie mit dem Deutschen nach einem Eisbad zur Regeneration. „Wir haben ein gutes Verhältnis, er ist ein netter Kerl. Wir sind eigentlich gleichzeitig raufgekommen“, sprach er den Karriereverlauf an.

Für Thiem wird es gegen Zverev „wieder auf kleine Details“ ankommen. Dessen Match gegen Stan Wawrinka habe er nicht gesehen. „Aber er scheint wieder in absoluter Topform zu sein. Er serviert unglaublich gut, das heißt, ich werde versuchen, seinen Aufschlag so gut wie möglich zu entschärfen.“ Ein weiteres Rezept wird es sein, Zverev in längere Rallyes zu verwickeln. Immerhin hatte Thiem selbst gegen Nadal bei längeren Ballwechseln (über fünf Schläge) mit 65:48 Punkten die Nase vorne. Österreichs Tennisstar freut sich jedenfalls auf das neunte Duell mit Zverev: „Wir haben schon einige große Matches gespielt und hoffentlich kommt ein weiteres dazu.“ Und was meint sein Kontrahent? „Dieses Jahr bin ich mit absolut keinen Erwartungen zu den Australian Open gekommen, weil ich so schrecklich gespielt habe“, sagte der 22-jährige Hamburger, der erste deutsche Halbfinalist in Melbourne seit Tommy Haas 2007. „Vielleicht ist das das Sprungbrett. Vielleicht sollte es so passieren.“ Der bisher letzte deutsche Finalist war Rainer Schüttler 2003, den bisher letzten deutschen Triumph bei den Australian Open gab es 1996 durch Legende Boris Becker.

„Will ich eine Chance auf das Finale haben, muss ich von Beginn an voll da sein.“