Federer vergibt „Drei-Prozent-Chance“

Sport / 30.01.2020 • 20:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Novak Djokovic lässt Roger Federer im Halbfinale keine Chance.

Melbourne Nach seiner vergebenen „Drei-Prozent-Chance“ auf die Wimbledon-Revanche verabschiedete sich Roger Federer mit einem kurzen Winken. Novak Djokovic klopfte sich enthusiastisch mit der Faust aufs Herz. Wie im längsten Endspiel in der Historie des Rasenklassikers entschied Djokovic das Duell der beiden Topstars auch bei den Australian Open für sich, anders als im vergangenen Sommer war der diesmal angeschlagene Federer in Melbourne ohne Chance. Das 7:6 (7:1), 6:4, 6:3 und der damit klarste Grand-Slam-Sieg seit fast acht Jahren gegen seinen Rivalen bietet Djokovic die Chance auf den achten Titel Down Under.

Die diesjährige spektakuläre Federer-Show von Melbourne ist beendet. Seine Leistenprobleme hatten ihm die Hoffnung auf den Finaleinzug praktisch schon vor dem Match genommen. „Es war schrecklich, durch was ich heute gegangen bin. Netter Empfang, netter Abschied – und dazwischen war es zum Vergessen, weil du weißt, du hast eine dreiprozentige Chance, zu gewinnen“, sagte der 38-Jährige. „Du weißt, du musst es versuchen, aber wenn du es kommen siehst, dass es nicht funktioniert, ist es schwer. Es war frustrierend.“

Rückkehr nach Melbourne offen

Ohnehin war der Schweizer nach dem bisherigen Turnierverlauf und dem irren Match mit sieben abgewehrten Matchbällen gegen den Amerikaner Tennys Sandgren als Außenseiter in das 50. Duell mit Djokovic gegangen. „Heute Nachmittag habe ich nicht gedacht, dass Federer spielen wird“, sagte Boris Becker als TV-Experte bei Eurosport. Dass Federer „noch kein Match, das er angefangen hat, aufgegeben hat, finde ich, ist eine bemerkenswerte Statistik.“

„Das war das Maximum, was ich aus diesem Turnier herausholen konnte“, bilanzierte Federer – und ließ sogar offen, ob es sein letzter Auftritt in Melbourne gewesen ist: „Keine Ahnung. Wie im letzten Jahr. Du weißt nie, was die Zukunft bringt. Besonders in meinem Alter weißt du es nicht“, sagte er. Er habe aber momentan keine Pläne zurückzutreten, wiederholte der Schweizer einmal mehr. Djokovic hat, so wie er sich gegen Federer präsentierte, nun alle Chancen, mit seinem 17. Grand-Slam-Titel näher an die Schweizer Tennis-Legende heranzurücken (20).

„Netter Empfang, netter Abschied – und dazwischen war es zum Vergessen.“