Clarey jagt Cuche

Sport / 31.01.2020 • 21:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Johan Clarey möchte sich in Garmisch als ältester Sieger einer Weltcupabfahrt in die Rekordbücher eintragen.gepa
Johan Clarey möchte sich in Garmisch als ältester Sieger einer Weltcupabfahrt in die Rekordbücher eintragen.gepa

Abfahrtsspektakel in Garmisch auf verkürzter Strecke.

Garmisch Nach der Absage vom Donnerstag hat es gestern mit dem Training der Abfahrtsherren in Garmisch-Partenkirchen geklappt. Bester Österreicher auf allerdings verkürzter Kandahar-Strecke war Max Franz als Sechster. Bestzeit auf der Klassiker-Strecke in Oberbayern erzielte der französische Veteran Johan Clarey, der am Samstag Geschichte schreiben könnte.

Griffige Piste

Denn Clarey ist da 39 Jahre und 24 Tage alt und könnte damit – wieder einmal – den Schweizer Didier Cuche als ältesten Sieger im Weltcup ablösen. Cuche war am 24. Februar 2012 bei seinem Sieg im Super-G von Crans Montana 37 Jahre und 192 Tage alt gewesen. Clarey profitierte nach vorangegangenen Schneefällen sowie Regen auf der im Vergleich zu den sonst eher eisigen Bedingungen diesmal griffigen Piste allerdings auch von seiner niedrigen Nummer eins.

Gleich hinter Clarey platzierten sich in Abwesenheit von Dominik Paris (verletzt) und dem an Grippe erkrankten Kitzbühel-Sieger Matthias Mayer mit Aleksander Aamodt Kilde und Kjetil Jansrud zwei norwegische Mitfavoriten. Topfavorit Beat Feuz ließ es als 17. hingegen ruhiger angehen.

Garmisch ist nach Wengen und Kitzbühel der Abschluss des Klassiker-Triples in der Abfahrt. „Nur weil die Strecke verkürzt ist, heißt das aber nicht, dass es einfacher wird“, sagte der unmittelbar nach Clarey mit der Nummer zwei gestartete Franz nach seiner Fahrt auf Platz sechs. „Die Piste ist schon viel besser als gestern. Man merkt schon, dass viel gearbeitet wurde. Aber wir müssen abwarten, wie die Strecke Samstag aussieht.“

Vincent Kriechmayr musste sich nach Fehlern gar mit der 27. Trainingszeit begnügen. „Natürlich hätte ich lieber noch ein Training gehabt. Aber so ist es für jeden gleich, wieder eine Herausforderung mehr“, meinte der Oberösterreicher. Bisher letzter österreichischer Kandahar-Sieger war 2017 der ebenfalls verletzt fehlende Hannes Reichelt. Kriechmayr war vor zwei Jahren hinter Feuz und gemeinsam mit Paris Zweiter und hatte seine Form damals mit Bestzeit im Training angedeutet. „Es war damals eine andere Strecke als dieses Jahr. Ich habe aber immer den Anspruch, dass ich vorne mitfahre.“

Ski-weltcup

Training Herrenabfahrt Garmisch

1. Johan Clarey (FRA) 1:41,29 Min., 2. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) +0,02 Sek., 3. Kjetil Jansrud (NOR) 0,39, 4. Josef Ferstl (GER) 0,42, 5. Ryan Cochran-Siegle (USA) 0,48, 6. Max Franz (AUT) 0,55, 7. Christof Innerhofer (ITA) und Travis Ganong (USA) je 0,58, 9. Carlo Janka (SUI) 0,69, 10. Mattia Casse (ITA) 0,85, 18. Otmar Striedinger (AUT) 1,15, 19. Christian Walder (GER) 1,22, 27. Vincent Kriechmayr (AUT) 1,82, 29. Daniel Danklmaier 2,04, 35. Johannes Kröll (AUT) 2,27, 50. Niklas Köck (AUT) 3,08, 56. Stefan Babinsky (AUT) 3,58