Der Erste

Sport / 31.01.2020 • 22:35 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der 26-jährige Niederösterreicher Dominic Thiem greift in Melbourne nach seinem ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere.Afp
Der 26-jährige Niederösterreicher Dominic Thiem greift in Melbourne nach seinem ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere.Afp

Dominic Thiem zieht als erster Österreicher ins Finale der Australian Open ein.

Melbourne Dominic Thiem hat seinen großartigen Lauf fortgesetzt und wieder ein Stück Tennis-Geschichte geschrieben. Als erster Österreicher steht Thiem im Einzel-Finale der Australian Open in Melbourne. Thiem besiegte den Deutschen Alexander Zverev nach 3:42 Stunden mit 3:6, 6:4,7:6(3), 7:6(4) und spielt am Sonntag gegen Titelverteidiger Novak Djokovic (SRB-2) um seinen ersten Grand-Slam-Titel.

Für Thiem ist es nach den French Open 2018 und 2019 sein drittes Endspiel bei einem der vier Major-Turniere. Er klopft nun schon an die Top 3 an, im „Live-Ranking“ liegt er nur noch 85 Punkte hinter dem drittplatzierten Roger Federer (SUI). Sollte er den Titel am Sonntag holen, knackt Thiem als Dritter erstmals die Top 3. Thiem hat nun ein Preisgeld von 1,27 Mill. Euro (brutto) sowie 1.200 ATP-Punkte sicher.

Immer gegen die Könige

Der Niederösterreicher wäre bei einem Sieg über Djokovic erst der zweite Österreicher nach Thomas Muster (French Open 1995), der bei einem der vier Grand-Slam-Turniere im Einzel triumphiert. Er hat gegen Djokovic eine 4:6-Bilanz im Head-to-Head, hat aber zuletzt zweimal (French-Open-Halbfinale und ATP Finals jeweils 2019) knapp gewonnen. Der nunmehr dreifache Major-Finalist, der auch bei den ATP Finals in London im vergangenen November ins Endspiel vorgedrungen war, freute sich sehr. „Ich bin überglücklich natürlich. Die Partie war von Anfang an auf Messers Schneide. Ich denke, wir haben beide ein bisserl nervös begonnen – eh klar beide im ersten Halbfinale hier“, erklärte Thiem. Nun geht es am Sonntag gegen den zweiten der „big three“. Djokovic ist Titelverteidiger und siebenfacher Champion „down under“. „Ich hab bis jetzt meine zwei Grand-Slam-Finali in Paris gegen Nadal gespielt, der zum damaligen Zeitpunkt zehn- bzw. elfmal das Turnier gewonnen hat. Am Sonntag gegen Djokovic, der hat das Turnier sieben Mal gewonnen. Ich spiele immer gegen die Könige von demjenigen Grand-Slam-Turnier, aber es ist die ultimative Herausforderung“, sagte Thiem zur nächsten Riesenhürde.

Aus Outdoor wurde Indoor

Das Halbfinale gegen Zverev hatte überhaupt nicht nach dem Geschmack von Thiem begonnen. Der Niederösterreicher musste gleich zum Auftakt seinen Aufschlag abgeben. Thiem fand nicht das richtige Mittel gegen den Deutschen. Die Partie wurde noch im vierten Game zum Hallen-Match, weil wegen einsetzenden Regens das Dach der Rod Laver Arena geschlossen wurde. Mit Aufschlagverlusten zum 3:4 und 3:6 mit vielen unerzwungenen Fehlern musste Thiem Satz eins nach 40 Minuten 3:6 abgeben. Den zweiten Satz holte sich ein sichtlich nervöser Thiem mit 6:4.

Nach dem ersten Spiel in Satz drei kam es zur zweiten unvorhergesehenen Unterbrechung: Ein Scheinwerfer im Stadion fiel aus, Zverev monierte dies, und die Folge war eine gut zehnminütige Pause. Thiem startete besser in die Fortsetzung – mit einem souveränen Aufschlag und dann dem Break zum 2:1 mit geduldiger Spielweise. Thiem zog nach abgewehrtem Breakball auf 3:1 davon, musste aber sein Service zum 3:3 wieder abgeben. Bei 4:4 geriet Zverev mit 0:30 in Rückstand, drehte den Satz dennoch in unnachahmlicher Manier und mentaler Stärke auf 5:4. Thiem wehrte in der Folge sogar zwei Satzbälle ab, ehe es ins Tiebreak ging.

Starke Nerven in den Tiebreaks

Der letztlich entscheidende Satz ging ohne Break erneut ins Tiebreak, beide Protagonisten mit großartiger Aufschlagleistung. Ausgerechnet zu Beginn des Tiebreaks beging Zverev einen Doppelfehler zum 0:2, Thiem stellte in Folge auf 4:2, nachdem Zverev einen Smash völlig verpatzt hatte. Bei 6:3 fand Thiem drei Matchbälle vor, den ersten konnte Zverev noch abwehren. Den zweiten nutzte Thiem aber zum viel umjubelten Sieg und Einzug ins Finale in Australien.

„Ich spiele immer gegen die Könige im Finale. Aber es ist die ultimative Herausforderung.“

„Ich bin natürlich überglücklich. Das Spiel stand von Beginn an auf Messers Schneide.“