Trotz Niederlage alles noch möglich

Sport / 06.02.2020 • 23:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der „fliegende“ Martin Grabher Meier erzielte das zwischenzeitliche 2:2 für den EHC Lustenau bei der 3:4-Heimniederlage gegen RB Juniors aus Salzburg. STIPLOVSEK

EHC Lustenau verliert das Hinspiel um die österreichische Meisterschaft in der Alps Hockey League gegen RB Salzburg 3:4. Starker Auftritt gibt Hoffnung für das Rückspiel.

Markus Krautberger

Lustenau EHC-Stürmer Dominic Haberl hatte es vor dem Hinspiel um die österreichische Meisterschaft in der Alps Hockey League betont, dass „es zwar schön ist, im Finale zu stehen, aber jetzt wollen wir alles geben, um den Titel zu holen“. Und genau so traten die Lustenauer in der Neuauflage des letztjährigen Finalduells gegen die Juniors aus Salzburg auch auf. Ab der ersten Sekunde spürte man, dass die Mannschaft von Headcoach Christian Weber unbedingt mit einem guten Resultat ins Rückspiel am Samstag (19.15 Uhr) in Salzburg gehen wollte. Daran änderte auch der frühe Gegentreffer zum 0:1 durch Max Tjerström (6.) nichts, der einen Rebound nach Feldner-Schuss verwertete. Der EHC ließ sich in seiner Spielweise nicht groß irritieren und versuchte vor allem dizipliniert zu agieren, was auch streckenweise gut gelang.

Nadelstiche

Zwar schaffte man in den zwei darauffolgenden Powerplays keinen Treffer, dennoch setzte man gegen die starken „Jungbullen“, die mit zehn Legionären antraten, immer wieder Nadelstiche. Colin Long scheiterte (12.) mit seinem Schuss aus spitzem Winkel an Juniors-Goalie Nicolas Wieser. Und Frederik Rasmussen (14.) hatte Pech, als sein Versuch abgefälscht wurde und knapp das Gehäuse verfehlte. Der Ausgleich lag in der Luft, und Timo Demuth (17.) ließ die gut besuchte Rheinhalle erstmals laut jubeln, als er den Ausgleichstreffer im dritten Überzahlspiel erzielte. Im Nachsetzen konnte er Juniors-Goalie Nicolas Wieser bezwingen.

„Kein Vorwurf an mein Team. Die Jungs haben gut gespielt und sich eigentlich mehr verdient.“

Christian Weber, Trainer EHC Lustenau
Die Zuschauer in der Rheinhalle in Lustenau sahen viele rassige Szenen auf dem Eis. <span class="copyright">STIPLOVSEK</span>
Die Zuschauer in der Rheinhalle in Lustenau sahen viele rassige Szenen auf dem Eis. STIPLOVSEK

Schlagabtausch

Das zweite Drittel verlief im Vergleich zum ersten um einiges hitziger. Beide Teams suchten ihr Heil in der Offensive, und es entwickelte sich ein abwechslungsreicher Schlagabtausch. Und abermals mussten die heimischen Cracks einen Verlusttreffer verdauen. Daniel Carlquist (26.), der aus dem Slot abzog und den Puck im Kreuzeck unhaltbar für EHC-Goalie Rene Swette versenkte, ließ den Titelverteidiger jubeln. Doch der EHC hatte in Form von Martin Grabher Meier (27.) prompt die Antwort. Keine Minute später verwertete der Routinier nach Pass von Mark Hurtubise zum 2:2. Kurz danach hätten die Cracks aus Lustenau durch Chris D‘Alvise (30.) in Führung gehen müssen, doch der Kanadier scheiterte alleine vor Wieser. Mit einem gerechten 2:2 ging es zum zweiten Mal in die Kabinen.
Im dritten Drittel legten die Gäste aus der Mozartstadt einen Zahn zu und zwangen die Hausherren zu unnötigen Fouls. Die „Jungbullen“ setzten sich im Drittel des EHC fest, und im zweiten Powerplay, Stefan Hrdina musste auf die Strafbank, war Filip Varejcka (49.) zur Stelle und erzielte die erneute Führung. In der Folge versuchten sich die Lustenauer aus der Umklammerung der Salzburger zu lösen, was aber die Gäste geschickt vereitelten. Nur noch einmal machten die Juniors die Türe auf, als Paul Stapelfeldt auf die Strafbank musste. Doch Samuel Witting machte in Unterzahl nach Pass von Predan den Lustenauern einen Strich durch die Rechnung und schoss im Konter zur 4:2-Führung für die Gäste ein. Die Messe schien gelesen, doch Ramussen schaffte es nur 64 Sekunden später mit seinem Anschlusstreffer zum 3:4, die Partie nochmals spannend zu gestalten. Aber die Gäste hatten etwas dagegen, ließen danach nichts mehr zu und gingen als Sieger vom Eis. Trotz der Niederlage war EHC-Coach Christian Weber vom Auftritt seiner Truppe angetan. „Wir haben ein tolles Spiel gemacht und gezeigt, dass wir in der Lage sind, den Salzburgern das Leben schwer zu machen. Der Unterschied war, dass die Juniors die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht haben und wir unsere großen Chancen eben liegen lassen haben“, so Weber, der zudem mit dem Gegentor in Überzahl zum 2:4 haderte. Dennoch blies der 55-Jährige zum Generalangriff in Salzburg. „Wir sind durchaus in der Lage, in Salzburg mit zwei Toren Unterschied zu gewinnen. Und ich glaube auch felsenfest daran.“

Eishockey

Finale um die österreichische Meisterschaft in der Alps Hockey League

Hinspiel

EHC Lustenau – RB Salzburg Juniors 3:4 (1:1, 1:1, 1:2)

Rheinhalle, 945 Zuschauer, SR Berneker, Huber, Schauer, Tschreppitsch

Torfolge: 0:1 Tjerström, 17. 1:1 Demuth (5:4), 26. 1:2 Carlquist, 27. 2:2 Grabher-Meier, 49. 2:3 Varejcka (5:4), 53. 2:4 Witting (4:5), 54. 3:4 Rasmussen (5:4)

Strafen: 8 bzw. 7 plus 10 (Disziplinarstrafe)