Wirbel um Canadi-Transfer

Sport / 06.02.2020 • 20:57 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Roman Mählich war ob der Abwicklung des Transfers von Marcel Canadi nach Amstetten extrem erbost.Steurer
Roman Mählich war ob der Abwicklung des Transfers von Marcel Canadi nach Amstetten extrem erbost.Steurer

Der 22-Jährige wechselte ohne Wissen von Trainer Mählich nach Amstetten.

Lustenau Eigentlich hätte sich auf der Pressekonferenz vor dem Spiel des Jahres für die Austria Lustenau im ÖFB-Cup-Viertelfinale gegen WSG Tirol alles um das Sportliche drehen sollen. Eigentlich, wäre da nicht der kurzfristige Transfer von Marcel Canadi von der Austria zu Ligakonkurrent SKU Amstetten passiert. Und das, ohne dass Austria-Trainer Roman Mählich etwas davon wusste. Denn der 48-Jährige wurde beim Training am Mittwoch vor vollendete Tatsachen gestellt. Was Mählich dazu veranlasste, auf der Pressekonferenz seinen Unmut kund zu tun.

Große Enttäuschung

Grund dafür ist laut Mählich, dass dem Spieler Canadi und auch dessen Berater vom Sportvorstand der Austria nahegelegt wurde, „den Klub zu verlassen, weil Trainer Mählich nicht mehr mit ihm plane.“ Dagegen wehrt sich der ehemalige Nationalspieler vehement. „Ich war total vor den Kopf gestoßen, als man mir den Wechsel von Marcel mitteilte. Mit mir hat vom Klub niemand darüber gesprochen, ich wusste nichts. Und: Ich hätte Marcel auch nicht abgeben wollen,“ so Mählich. In einem abschließenden Gespräch mit Canadi erfuhr Mählich dann von der Vorgangsweise des Vereins. „Ich bin mir bewusst, dass ich als Angestellter des Vereins diverse Handlungen auch zu akzeptieren habe. Aber dass mir im Zusammenhang mit dem Wechsel von Canadi Worte in den Mund gelegt wurden, dagegen wehre ich mich. Ich bin extrem enttäuscht von den handelnden Personen,“ ließ Mählich wissen und fügte noch hinzu, „dass es eigentlich unfassbar ist. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Wenn ich mit einem Spieler nicht mehr zusammenarbeiten will, dann sage ich ihm das persönlich. So geschehen bei Matthias Morys.“

Transfer länger geplant

Der ebenfalls auf der Pressekonferenz vertretene Sportkoordinator Alexander Schneider wusste zu der Causa nur so viel zu berichten, „dass der Transfer von Vereinsseite so gewollt war. Im Laufe des Jänners hat sich ein Wechsel nach Altach zerschlagen, daher lag beiden Seiten – Austria und Canadi – ein kurzfristiger Wechsel am Herzen.“

Sportvorstand Valentin Drexel war zu einer Stellungnahme nicht erreichbar. Dafür wollte sein Kollege Stephan Muxel im Telefonat mit den VN in der Causa etwas Wind aus den Segeln nehmen: „Die Sache ist jetzt vielleicht nicht ganz ideal gelaufen. Ich bin der Meinung, dass man das auch intern hätte klären können und Mählich nicht öffentlich dazu hätte Stellung nehmen müssen. Die Entscheidung, sich von Canadi zu trennen, haben wir schon länger gefällt. Am Ende müssen wir als Sportvorstände auch finanzielle Entscheidungen treffen. Fakt: Wir haben die Sache mit Mählich jetzt besprochen und für mich ist das schon wieder vom Tisch. Jetzt konzentrieren wir uns auf den Cup, hauen WSG Tirol aus dem Bewerb und dann redet keiner mehr über dieses Thema.“ Genau, ein Fußballspiel gäbe es da ja auch noch.

„Ich bin extrem enttäuscht. Eigentlich ist es unfassbar. Das habe ich noch nicht erlebt.“

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Die Auslosung der Semifinalspiele finden in der Halbzeitpause der Partie in Amstetten statt. Spieltermine sind der 3./4. März. Das Endspiel wird am 1. Mai im Wörtherseestadion in Klagenfurt gespielt.