Deshalb glaubt Chefcoach Suikkanen fest an seine Bulldogs

Sport / 07.02.2020 • 22:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
DEC-Chefcoach Kai Suikkanen hat in der Spielpause in seiner Heimat  Kraft getankt. <span class="copyright">VN/Stiplovsek</span>
DEC-Chefcoach Kai Suikkanen hat in der Spielpause in seiner Heimat Kraft getankt. VN/Stiplovsek

Der Finne Kai Suikkanen (60) kann sich gut vorstellen, weiter den Dornbirner EC zu trainieren.

Dornbirn Nach einigen freien Tagen begann gestern für die Bulldogs die Vorbereitung für die heiße Phase der Play-off-Qualifikation. Am 11. Feber geht es mit dem Westderby in Innsbruck weiter. DEC-Trainer Kai Suikkanen könnte das Kunststück gelingen, den Grunddurchgangsletzten doch noch ins Viertelfinale zu bringen. Über die Chancen darüber, seine Zukunftspläne und den Abgang von Jyri Aho bei Villach, sprach Suikkanen mit den VN.

Sie waren ein paar Tage bei Ihrer Familie in Finnland. Hatten Sie Zeit darüber nachzudenken, wo Sie in der nächsten Saison arbeiten werden?

Ich habe keine Eile.

Ist eine Vertragsverlängerung bei den Bulldogs möglich?

Alles ist möglich. Mir gefällt es hier, ich fühle mich wohl. Aber wenn es zu einer Vertragsverlängerungen kommen sollte, dann muss sich einiges verbessern. Niemand will ein Team sehen, dass am Tabellenende steht.

Was müsste sich ändern?

Die Mannschaft muss die Chance haben, zwischen Platz fünf und acht mitzuspielen. Um das zu erreichen, bräuchte es Veränderungen im Kader, in der Betreuung und auch in anderen Bereichen des Vereins.

Ist für Sie dieses Mitspracherecht ein zentraler Punkt bei den Vertragsverhandlungen?

Sie dürfen mich nicht falsch verstehen. Ich werde nicht ins Bulldogs-Büro stürmen und sagen, du machst und du das. Mir geht’s darum, dass ich unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten ein Team nach meinen Vorstellungen formen kann und dass die Rahmenbedingungen dabei passen.

Haben Sie sich eine Deadline gesetzt?

Es gibt keine. Ich mache diesen Job nicht wegen des Geldes, sondern weil es mir Spaß macht. Ich sehe keine Gründe, die gegen ein weiteres Jahr in Dornbirn sprechen. Sollte es nicht funktionieren, dann komme ich auch ganz gut ohne Eishockey zurecht.

War die Verpflichtung von Matias Sointu eine Idee von Ihnen?

Der Hauptgrund war natürlich, dass wir nicht genügend Spieler zur Verfügung haben. Außerdem kenne ich ihn von meiner Zeit in Bozen. Es bringt doch nichts jemanden aus Nordamerika zu verpflichten, den man nie spielen gesehen hat. Bei Matias weiß ich, was er kann.

Wie groß ist die Chance, dass William Rapuzzi nach seiner Knöchelverletzung doch noch zum Einsatz kommt?

Glauben Sie mir, wir hoffen Tag und Nacht. Die Chance besteht, aber ich kann nicht sagen, wie lange es noch dauert. Der Gips ist weg, er arbeitet täglich mit dem Physiotherapeuten. Fakt ist, wenn Rapuzzi wirklich nicht mehr spielen kann, dann brauchen wir noch einen Scorer. 

Bei der ersten Trainingseinheit nach den freien Tagen war auch Rasmus Rinne wieder mit dabei. Kehrt er als Nummer Eins zurück ins Tor?

Er ist fast zu 100 Prozent fit. Aber jedes der ausstehenden acht Spiele ist ein „Do-or-Die“-Spiel. Juha Järvenpää hat seine Sache in der Qualifikation gut gemacht. Ich sehe deshalb noch keine Notwendigkeit zu tauschen.

Wie groß schätzen Sie die Möglichkeiten ein, dass sich Dornbirn für das Play-off qualifiziert?

Wir haben den sechsten und achten des Grunddurchgangs geschlagen. Wir sind drei Punkte hinter einem Viertelfinalticket. Wir haben es selbst in der Hand.

Vor allem der Sieg in Villach war doch sehr überraschend, nach den vier Niederlagen im Grunddurchgang.

Nein, für mich nicht. Wir haben keine Tore zugelassen und waren so bis zum Spielende im Rennen. Ich bin kein Träumer, ich weiß, dass wir fünf Gegentreffer nicht so schnell aufholen können. Wenn wir aber defensiv gut spielen und Järvenpää keine Fehler macht, dann ist alles möglich.

In nicht so guter Erinnerung wird diese Niederlage Jyri Aho behalten. Nachdem die Adler auch noch gegen Innsbruck verloren hatten, musste er vor wenigen Tagen beim VSV seinen Trainerposten räumen.

Ich habe vor zwei Tagen mit ihm gesprochen und er war auch selbst überrascht über das abrupte Ende. Das war das Ergebnis einer Panikreaktion. Es ist schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass die Kärntner nur um einen Punkt einen Top-Fünf-Platz verpassten und in der Zwischenrunde die besten Karten für ein Viertelfinalticket haben. ABR