Eishockey: Kein Pokal, dafür viele Schmerzen

Sport / 09.02.2020 • 22:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der EHC Lustenau und Salzburg gingen im Finale wenig zimperlich miteinander um. gepa

Lustenau verlor auch Finalspiel Nummer zwei in Salzburg und ärgert sich über Unsportlichkeiten.

Lustenau Der Pokal für den österreichischen Meistertitel in der Alps Hockey League bleibt in Salzburg. Wie im Vorjahr setzten sich die Red Bull Juniors in der Finalserie mit 2:0-Siegen gegen den EHC Lustenau durch. Nach dem 4:3-Erfolg in der Rheinhalle behielten die Salzburger im Heimspiel mit 5:1 die Oberhand.

Der Respekt fehlte


Es war wieder ein Duell, das die Geister schied und in dem die Härte Trumpf war. Salzburg verbuchte 28 Strafminuten, 19 und eine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Dominic Haberl standen auf Seiten der Sticker. „Es kommt mir vor, als ob Salzburg die Niederlage im letztjährigen AHL-Viertelfinale nicht verkraftet hat“, merkte EHC-Trainer Christian Weber an und verwies auf dementsprechende Bemerkungen auf der RB-Homepage. „Salzburg hat eine läuferisch und technisch unglaublich gute Mannschaft, aber so muss man nicht spielen, das ist unterste Schublade“, mokierte sich der Lustenauer Coach auch noch am Tag danach. „Ein bisschen Respekt muss man haben.“
Dicke Luft herrschte bereits vor dem zweiten finalen Spiel in der Mozartstadt. Der EHC musste auf die gesperrten Verteidiger Stefan Hrdina (zwei Spiele) und Albert Krammer (eines) verzichten. „Extrem unsportlich und beschämend“, war Lustenaus Präsident Herbert Oberscheider über Salzburg verärgert. Seinen Informationen zufolge hatte der Kontrahent Videos vom ersten Aufeinandertreffen beim Eishockeyverband eingebracht, die beiden EHC-Cracks wurden daraufhin gesperrt. „Das würde mir nie einfallen, auch habe ich die Manpower nicht dazu“, ergänzt Oberscheider. Für Weber waren die Videoreklamationen eine „Sauerei. Das kann man machen, wenn sich Spieler verletzten, sonst nicht.“
Womit man beim Thema ist und Sportliches Nebensache wird. Lustenau kommt aus Salzburg mit drei verletzten Akteuren zurück. Colin Long musste wegen eines Kniechecks im zweiten Drittel in die Kabine, Chris D‘Alvise konnte nach seinem Ehrentor (24.) in einer 5:3-Überzahl zum 1:2 nach einer Attacke gegen den Hals nicht mehr weitermachen. Martin Grabher Meier musste ebenfalls passen, er wurde im Krankenhaus im Gesicht genäht. „Wir klären noch ab, ob nichts gebrochen ist“, sagt Weber, der sich über die Schiedsrichter ärgert: „Die Verletzung passierte in einem Überzahlspiel von uns. Der Schiedsrichter steht drei Meter daneben und behauptet, ein eigener Spieler hätte Martin mit dem Schläger getroffen.“ Auch Dominic Haberl, selbst für wenig Kompromisse im Körperspiel bekannt, habe einiges abbekommen. Weber: „Ein Salzburger verpasste ihm von hinten ein üblen Crosscheck, seine Knie hätten kaputt sein können. Für mich ein Riesenfoul, damit habe ich Mühe.“ Am Ende musste Weber die Partie mit vier Verteidigern und acht Stürmern über die Runden bringen. „Ich weiß noch nicht, wer am Dienstag in der ersten Qualifikationsrunde für das AHL-Play-off gegen Gröden zur Verfügung stehen wird. Long dürfte auf jeden Fall fehlen.“
Die Presseaussendung der Salzburger sah Vorarlberger, die „über viel Härte und versteckte Fouls das Spiel der Juniors gleich ab der ersten Minute zu zerstören versuchten.“ Am Ende stemmte mit Marcel Zitz ein Dornbirner für die Juniors den Meisterpokal in die Höhe. „Wir haben unser erstes Ziel erreicht und ein super Spiel gespielt“, freute sich der Kapitän. „Wir haben uns von ihnen nicht aus der Ruhe bringen lassen und schlussendlich den Titel gut verteidigt und verdient gewonnen. Nach der vergangenen Saison haben wir und die Lustenauer eine besondere Rivalität, da halfen uns die Spieler, die letztes Jahr dabei waren.“