Giger fordert Umdenken

Sport / 11.02.2020 • 21:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Veränderte Kurssetzung soll Verletzungen vermeiden.

Wien Angesichts der in diesem Weltcup-Winter zahlreichen Verletzungen im alpinen Skisport plädiert ÖSV-Sportdirektor Toni Giger für ein grundsätzliches Umdenken. Laut dem Salzburger sollten Kurse so gesteckt werden, dass es keine Anreize gebe, das Material immer aggressiver und damit riskanter abzustimmen. Denn: „Du bist nicht immer mit einem aggressiven Material schneller“, meinte Giger.

Der 56-Jährige erklärte, dass man sich im Österreichischen Skiverband systematisch Gedanken zu der Problematik mache. Die verschiedenen Muster und Ursachen von Verletzungen würden laufend analysiert, aus den Erkenntnissen könnte man mögliche Gegenstrategien ableiten. Momentan werde sehr stark das LACE-Konzept diskutiert, sagte Giger. Die Abkürzung steht für „Less Aggressive Competition Equipment“. „Der Ansatz in den letzten Jahren war eigentlich immer der, dass man versucht hat, über Regeländerungen Material zu kontrollieren“, erklärte Giger. So wurde der Radius der Riesentorlauf-Ski geändert oder Parameter wie die erlaubte Standhöhe. „Der neue Ansatz wird sich damit beschäftigten, dass man sagt: Wie müssen Aufgaben gestellt werden, wie müssen Kurse gesteckt werden, dass eine Athletin mit weniger aggressivem Material schneller ist? Wenn es uns gelingt, da genügend Beispiele zu finden, dann werden sich die Athletinnen inklusive Trainer und Firmen auf das einstellen.“

Zwar sind die Verletzungen von Topathleten nicht immer auf den gleichen Faktor zurückzuführen, einer der wichtigsten Punkte neben der Pistenbeschaffenheit ist jedoch das Material. Denn harte Pisten erfordern eine aggressive Materialabstimmung mit extrem scharfen Kanten, um in den Kurven beschleunigen können. Dadurch erhöhen sich die Fliehkräfte, denen vor allem die Knie ausgesetzt sind.

„Das Material ist über das drehender und drehender Setzen immer aggressiver geworden.“