ÖSV-Stars wollen es Feuz schwer machen

Sport / 12.02.2020 • 22:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Christian Walder überraschte im Training mit Rang zwei. Am schnellsten unterwegs war der Schweizer Ralph Weber, der wegen seiner Freundin viel Zeit in Vorarlberg verbringt. gepa
Christian Walder überraschte im Training mit Rang zwei. Am schnellsten unterwegs war der Schweizer Ralph Weber, der wegen seiner Freundin viel Zeit in Vorarlberg verbringt. gepa

Schweizer kann sich in Saalbach Abfahrtskugel sichern.

Saalbach-Hinterglemm Nach dem Gesetz der Serie kann der Sieger der Weltcup-Abfahrt in Saalbach-Hinterglemm eigentlich nur Matthias Mayer heißen. So einfach ist das aber freilich nicht zu bewerkstelligen, auch wenn der Kärntner 2015 die bisher letzten Speedrennen im WM-Kandidaten-Ort für 2025 gewonnen hat. Der Schweizer Beat Feuz könnte den Gewinn der kleinen Kugel bereits fix machen, es folgen danach nur noch zwei Abfahrten.

Drittes Kristall in Folge

Sieben Abfahrten sind geschlagen, zweimal siegte Feuz, zweimal der mittlerweile nach Kreuzbandriss fehlende Dominik Paris und zweimal Thomas Dreßen. In Kitzbühel schlug Mayer zu, der bei einem neuerlichen Erfolg vor Heimkulisse der vierte Doppelsieger in diesem Winter werden könnte. Bei den nachweihnachtlichen Rennen in Bormio starteten die Speedpiloten zudem eine Heimserie, hatten Pisten und Konkurrenz vor Heimpublikum jeweils im Griff. Zuletzt Dreßen in Garmisch, als Mayer wegen Grippe fehlte.

Der Kärntner ist wieder fit und will zumindest Rang zwei im Abfahrtsweltcup anpeilen. „Ich habe nicht nachgezählt. Aber Beat könnte in den nächsten Wochen sehr viel fix machen und das wird er auch, glaube ich“, meinte Mayer. Feuz führt mit 520 Zählern, bei einem Sieg ist er – zum dritten Mal in Folge – vorzeitig Kugelgewinner, hinter ihm rittern Aleksander Aamodt Kilde (307), Dreßen (306), Vincent Kriechmayr (304) und Mayer (300) um das Disziplinen-Podest.

Im ersten und einzigen Training war die Geschwindigkeit nach dem Schneefall noch niedrig, zudem wechselten die Bedingungen stark, sodass die höheren Startnummern bei Sonnenschein noch vorne reinfuhren. Im Gegensatz zur Abfahrt 2015, als Mayer siegte, ist wegen neuer Liftstützen auch die Kurssetzung etwas anders. „Und damals war es eine sehr schnelle Abfahrt.“

Die Serie brechen

Kriechmayr fährt eine gute Abfahrts-Saison, neben einem Ausfall stehen durchwegs Top-Ten-Plätze zu Buche, zweimal war er Zweiter und zuletzt in Garmisch Vierter. Die Videos von der 2015er-Abfahrt am Zwölferkogel hat er sich angeschaut. „Das war ein cooles Rennen, eine schwierige Abfahrt mit hohem Tempo, eine der schwierigsten in den letzten fünf, sechs Jahren“, erinnerte er sich. Den Abfahrtsweltcup will Kriechmayr noch gerne weiter offenhalten. „In erster Linie wollen wir Athleten natürlich immer den Beat schlagen, aber es gibt noch sechzig andere. Er hat eine Wahnsinnssaison geliefert, aber auf alle Fälle wollen wir ihn nicht morgen schon mit der Kugel herumspazieren sehen.“

Feuz will die Serie der Heimrennen brechen, das werde aber schwierig, er schiebt Mayer die Topfavoritenrolle zu. „Vielleicht ist man daheim eine Portion extramotiviert oder extrakonzentriert. Es hat sich bis jetzt lustig ergeben. Vielleicht geht die Serie weiter, aber alle anderen Nationen werden etwas dagegen unternehmen“, sagte der Schweizer.

Ski-weltcup

Training Herrenabfahrt Saalbach

1. Ralph Weber (SUI) 1:26,43 Min.; 2. Christian Walder (AUT) +0,39 Sek; 3. Christoph Krenn (AUT) 0,43; 4. James Crawford (CAN) 0,52; 5. Johannes Kröll (AUT) 0,60, 6. Nicolas Raffort (FRA) 0,63, 7. Sam Morse (USA) 0,78 , 8. Roy Piccard (FRA) 0,90, 9. Maxence Muzaton (FRA) 0,95, 10. Marco Odermatt (SUI) 0,96, 17. Beat Feuz (SUI) 1,35, 18. Ryan Cochran Siegle (USA) 1,38, 21. ex aequo Aleksander Aamodt Kilde (NOR) und Thomas Dreßen (GER) 1,60, 31. Daniel Danklmaier 1,84, 33. Vincent Kriechmayr 1,86, 37. Matthias Mayer 2,04, 38. Otmar Striedinger 2,13, 51. Max Franz (alle AUT) 2,77