Verlierer im Wartespiel

Sport / 14.02.2020 • 18:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Aleksander Aamodt Kilde katapultierte sich mit dem Sieg im Super-G von Saalbach im Gesamtweltcup an die Spitze.apa
Aleksander Aamodt Kilde katapultierte sich mit dem Sieg im Super-G von Saalbach im Gesamtweltcup an die Spitze.apa

Für die ÖSV-Stars war Saalbach keine Reise wert, Kilde gewann Super-G.

Saalbach Matthias Mayer mit einem Ausfall und Vincent Kriechmayr als Zehnter haben bei grenzwertigen Bedingungen die Doppelführung im Super-G-Weltcup verloren. Aleksander Aamodt Kilde gewann in Saalbach-Hinterglemm vor Mauro Caviezel (+0,15 Sek.) und Abfahrtssieger Thomas Dreßen (0,31), Christian Walder landete als bester Österreicher an vierter Stelle (0,52).

Mit 2:20 Stunden Verspätung wurde das Ersatzrennen für Yanqing (China) auf verkürzter Strecke gestartet, nachdem es wegen starken Windes im oberen Abschnitt viermal im Halbstundentakt verschoben worden war. Bis zuletzt schaufelten die Trainer im Dutzend an der Piste, die dann im Rennen rasch nachließ. Kilde gelang mit Nummer sieben die schnellste Fahrt, er übernahm damit auch die Führung im Disziplin- und Gesamtweltcup.

Der mit 19 gestartete Dreßen sorgte dafür, dass Österreich an den beiden Renntagen auf dem Zwölferkogel ohne Podestrang blieb. Nach kurzem Frust überwog bei Walder aber die Freude über das beste Karriereergebnis. „Kurz hat es mich angezipft, aber ich muss den Hut ziehen, Thomas hatte eine super Fahrt. Er kam eh gleich her und sagte, er hätte nichts dagegen gehabt, wenn wir ex aequo Dritter gewesen wären. Ich habe gesagt, ich auch nicht“, meinte der 28-Jährige, der „extrem erleichtert“ über das Resultat war.

Ausfall ärgert Mayer

Rennverschiebungen sei man gewohnt, das sei kein Problem gewesen. Freilich war er froh über die Austragung, keiner der letztlich vorne ist, würde sich aufregen, dass das Rennen gestartet worden ist. „Es tut mir leid für Vinz und Mothl, der einen Nuller gemacht hat. Um die Kugel gesehen ist das sehr bitter, aber es ist noch nicht vorbei“, motivierte Walder die Kollegen.

Mayer machte über eine Welle zu wenig Richtung und verpasste ein Tor. Damit war die Führung im Super-G-Weltcup weg, er liegt drei Rennen vor Schluss mit 264 Zählern an vierter Stelle hinter Kilde (336), Caviezel (285) und Kjetil Jansrud (265). Kriechmayr ist nun Fünfter (262). „Es sind noch drei Rennen, man gibt auf keinen Fall auf, es ist noch alles drinnen“, sagte Mayer.

Der Ausfall war im ersten Moment für Mayer nur schwer zu verdauen. „Das zipft mich schon fest. Es ärgert mich schon fest.“ Man habe lange zugewartet, die Verhältnisse seien „ganz okay“ gewesen, aber die Piste mit Fortdauer „ziemlich hin geworden“.

Kriechmayr erklärte, dass er auf seiner Fahrt immer wieder zu direkt geworden ist. „Normalerweise ist das kein Problem, wenn die Piste was hergibt. Aber die Piste war halt einfach nicht gut, das muss man leider so sagen. Zum Stand im Super-G-Weltcup meinte er: „Wir werden schon zurückschlagen.“

Beat Feuz schied aus (nur 38 Läufer kamen in die Wertung), der Schweizer fand das Rennen „schwer am Limit“. Auch Dreßen äußerte sich kritisch: „Verschneiden will man da nicht, sonst wird es gefährlich. Man muss sich überlegen, ob man immer so ein Rennen durchboxen muss, bei mir ist es gut ausgegangen.“

Für Kilde war es der erste Saisonsieg sowie sein vierter in der Karriere (zwei Abfahrten, zwei Super-G). „Es war ein schwieriges Rennen, ein langer Tag, aber ich bin sehr zufrieden“, sagte Kilde, der überglücklich war, dass ihm endlich dieser Sieg gelungen ist. „Ich wollte ihn unbedingt. Ich war heuer viermal Zweiter. Wenn du immer Zweiter wirst, wirst du immer gefragt, warum gewinnst du nicht.“

„Es war ein schwieriges Rennen, ein langer Tag, aber ich bin sehr zufrieden.“