„Sam“-Faktor verhilft Altach zu neuen Höhenflügen

Mit dem 32-jährigen Deutschen blieb Cashpoint SCR Altach in zehn Spielen sieben Mal ungeschlagen, ohne ihn gab es nur zwei Siege.
Altach „Er weiß, was er an Altach hat“, sagt Altachs Sportchef Christian Möckel. Die Frage nach der Chance auf einen Verbleib von Sidney Sam über die Saison hinaus wird er in den kommenden Wochen bzw. Monaten noch öfters gestelllt bekommen. Deshalb geht der 46-jährige Deutsche damit offen und locker um, wohlwissend, dass die finanziellen Möglichkeiten beim Cashpoint SCR Altach begrenzt sind und dass in den Verhandlungen mit anderen Argumenten gepunktet werden muss.
„Wir wollten den Fans eine klasse Partie liefern. Das haben wir auch gemacht.“
Sidney Sam, Cashpoint SCR Altach
Einzelkönner als Teamplayer
Nicht so die sportlichen, wie es sich an jenem denkwürdigen Montagabend in der Cashpoint Arena einmal mehr zeigte. Es war das erste von bislang 305 Bundesligaspielen an einem Montag, und das 3:2 bedeutete den 96. Sieg des SCRA im österreichischen Fußball-Oberhaus. Mit einem mehr und mehr in Hochform agierenden Sam (32) sollte der 100er nur noch eine Frage der Zeit sein. Indes sorgt der Deutsche für Liga-Bestwerte. So hat er seit seinem Debüt in der Bundesliga (19. Oktober 2019, bei der 1:4-Heimniederlage gegen die Admira) in zehn Spielen fünf Treffer und fünf Assists beigesteuert. Gegen Salzburg gelang Sam der erste Doppelpack in Österreich. Dass die Mannschaft mit Sam am Platz fünf der zehn Spiele gewann und insgesamt sieben ungeschlagen überstand, zeigt den Quantensprung in spielerischer aber auch in mentaler Hinsicht. Allzugroße Euphorie zeigte der Spieler selbst nicht, zumindest nach außen. „Ja, ich bin gut drauf und genieße es jetzt momentan. Ich freue mich einfach, dass es läuft.“ Vielmehr verwies Sam auf das Teamwork. „Wir haben super verteidigt und haben immer wieder Nadelstiche gesetzt. Außerdem wollten wir den Fans eine klasse Partie liefern. Das haben wir auch gemacht“, analysierte Sam, der am Ende von einem verdienten Sieg sprach.
Das musste sich auch Serienmeister Salzburg eingestehen. Ausgerechnet vor dem Cup-Halbfinalschlager gegen den LASK hat Altach mit dem Sieg damit die sportliche Krise endgültig in die Mozartstadt gebracht. Bei näherer Betrachtung hat diese aber ihren Ausgangspunkt im alten Jahr. So haben die Bullen jahresübergreifend von den letzten sieben Spielen gerade einmal eines (5:1 gegen WSG Tirol) gewonnen und dabei sieben Punkte erobert. Altach hat im selben Zeitraum nur ein Match (1:2 in Hartberg) verloren und deren vier gewonnen. Mit 14 Zählern holten die Rheindörfler gleich doppelt so viele Punkte wie Salzburg. Zudem ist die Mannschaft von Chefcoach Alex Pastoor im neuen Jahr noch ungeschlagen. Das schaffte ansonsten nur noch das Trio LASK, Rapid und Austria Wien. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Stabilität in der Defensive. Das ist auch ein Verdienst von Jan Zwischenbrugger, der in seiner neuen Rolle im Mittelfeld aufblüht. Sichtbares Zeichen dafür sind seine bereits vier Saisontore. Damit hat der 29-Jährige 2019/20 schon doppelt so oft getroffen wie in seinen sechs vorangegangenen Saisonen.
LASK mit Ausfall
Die Linzer müssen für den Rest der Saison ohne Marvin Potzmann auskommen. Der 26-jährige Verteidiger hat sich im Spiel gegen Hartberg einen Kreuzbandriss zugezogen.



