Hallensport: Klare Absage an Geisterspiele

Sport / 12.03.2020 • 09:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Hallensport: Klare Absage an Geisterspiele
Der Spielbetrieb in der Spusu-Liga der Handballer wird bis zum 3. April ausgesetzt. Betroffen davon vier Partien des Alpla HC Hard in Bonusrunde und drei Spiele von Bregenz in der Qualirunde. GEPA

Spielbetrieb im Basket-, Hand- und Volleyball wegen Coronavirus auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Schwarzach Der Erlass der Bundesregierung und des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, wegen des sich ausbreitenden Coronavirus Indoor-Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmern vorerst bis 3. April zu unterlassen, sorgte bei zahlreichen Hallensportarten für viel Gesprächsstoff. Nachdem zunächst eine Fortsetzung der Mannschaftsmeisterschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit als mögliche Alternative ins Auge gefasst wurde, erfolgte nun die Aussetzung des Spielbetriebs. Während im Volleyball vorerst eine Spielsperre bis 25. März vereinbart wurde, geht die Zwangspause im Handball zumindest bis 3. April und jene im Basketball bis 5. April. Über die weitere Vorgangsweise in allen Sparten soll nach einer Neubewertung der Situation bis Anfang April entschieden werden.

Hallensport: Klare Absage an Geisterspiele
Das Halbfinalheimspiel der Dornbirner Basketballer am Samstag wurde nun doch abgesagt.VN/Sams

Basketball Die behördlich angekündigte Kontrolle der Eintrittsregulierung und die dynamische und negative Entwicklung der Coronavirus-Ereignisse sorgten dafür, dass der Österreichische Basketballverband (ÖBV) vom ursprünglichen Plan abkam, die Meisterschaft in sogenannten Geisterspielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortzusetzen. Betroffen davon gewesen wäre auch das erste Duell in der Best-of-three-Halbfinalserie der zweiten Bundesliga am Samstag der Raiffeisen Dornbirn Lions gegen Titelverteidiger Güssing/Jennersdorf. Lions-Manager Markus Mittelberger: „Natürlich ist damit in Frage gestellt, ob wegen des engen Terminplanes die Meisterschaft zu Ende gespielt werden kann. Doch die Gesundheit der Sportler und Beteiligten hat höchste Priorität und im Sinne der Fairness kann ich mit der Entscheidung gut leben und hoffe, die Lage entspannt sich bis zum 5. April und die Saison findet einen sportlichen Abschluss.“

Handball Auch im Handball war zunächst die Rede davon, den Spielbetrieb in den obersten heimischen Ligen ohne Zuschauer fortzusetzen. Das komplette Aussetzen des Spielbetriebs bis mindestens 3. April ist für Geschäftsführer Alexander Kathrein vom Alpla HC Hard die richtige Entscheidung: „Natürlich wäre es mir anders lieber. Doch gerade in solchen Krisensituationen rücken die sportlichen Interessen in den Hintergrund und die Gesundheit steht an erster Stelle. Selbst wenn sich in einigen Tagen die Situation entspannt und die Maßnahmen als überspitzt ausgelegt werden, kann ich mit diesem Vorwurf gut leben. Das aktuell bestehende Risiko ist zu groß. Wir tragen die Verantwortung für Menschen und Familien und haben deshalb von Beginn an dafür plädiert, den Spielbetrieb auszusetzen. Parallel dazu haben wir die Entscheidung getroffen, den Trainings und Spielbetrieb im gesamten Nachwuchsbereich vorläufig auszusetzen und das Jugendtrainingslager über Ostern in Kroatien abzusagen. Gleichzeitig heißt es nun, gemeinsam mit Verband, Ligen und Vereinen mögliche Szenarien zu entwickeln, in welcher Form die Bewerbe nach Ende der verhängten Maßnahmen wieder aufgenommen und zu Ende gespielt werden können.“

Hallensport: Klare Absage an Geisterspiele
Von den Verschiebungen betroffen sind auch die Spiele der SSV Dornbirn-Schoren und der Feldkricher Damen in der Women Handball Austria League. Steurer

Ähnlich die Reaktionen bei Bregenz Handball: „Es hat überhaupt keine Diskussion darüber gegeben, dass wir ohne Wenn und Aber unseren Beitrag zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus leisten. In einem ersten Schritt wurden bereits alle Aktivitäten im Nachwuchs eingestellt“, betont Geschäftsführer Björn Tyrner. „Die Entscheidung, ob und in welcher Form die Meisterschaft fortgesetzt wird, ist im Moment in den Hintergrund gerückt.“ Offen ist aktuell auch, ob das am 28. März in Bregenz geplante EM-Qualifikationsspiel der Frauen ohne Zuschauer durchgeführt wird oder auf Anfang Juni verschoben.

Hallensport: Klare Absage an Geisterspiele
Im Volleyball wurden auf nationaler Ebene alle Spiele, darunter jene der Damen des VC Dornbirn und der Wolfurter Herren, bis 25. März abgesagt. VN/Stiplovsek

Volleyball Einen Tag nach Bekanntgabe, den Spielbetrieb in den höchsten nationalen Ligen unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortzuführen, kam es beim Österreichische Volleyballverband (ÖVV) zu einem Kurswechsel. Aufgrund der Coronavirus-bedingten Beschränkungen wurde der gesamte Meisterschaftsbetrieb vorerst bis 25. März eingestellt. „Die sehr negativ-dynamische Entwicklung der Coronavirus-Krise in Österreich hat uns veranlasst, unseren Beschluss, Geisterspiele zuzulassen, zu revidieren“, sagte ÖVV-Präsident Gernot Leitner. Sollte sich die Lage entspannen, ist mit einem reduzierten Spielmodus geplant, die Ligen zu beenden. Betroffen von der Verschiebung ist der am Wochenende geplante Start des Frühjahrsdurchgangs der zweiten Bundesliga mit den Damen des VC Raiffeisen Dornbirn und Herren des Raiffeisen VC Wolfurt.