Knauth wollte Karriere nicht auf der Couch beenden

Sport / 05.04.2020 • 11:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Knauth wollte Karriere nicht auf der Couch beenden
Einen jubelnden Michael Knauth – dieses Bild hat es 19 Jahre lang in der Handball-Bundesliga gegeben. GEPA

Harder Handballer hadert mit Saisonabbruch und damit verbundenem Ende der aktiven Laufbahn.

Hard, Bregenz Anfang März gab Michael Knauth bekannt, nach Beendigung der laufenden Spielperiode die Handballschuhe an den berühmten Nagel zu hängen. Die vorzeitige Einstellung des Spielbetriebs, bedingt durch die Coronvirus-Pandemie, sorgt nun dafür, dass der seit Jahresbeginn 37-jährige Harder seine aktive Karriere nicht auf dem Spielfeld, sondern zu Hause auf der Couch beenden wird: „Mir war immer wichtig, dass ich den Zeitpunkt meines Rücktritts selbst bestimme und nicht dazu gezwungen werde“, erklärt der mit 19 Spielperioden der dienstälteste Ligaspieler. „Persönlich habe ich mir das Ende meiner aktiven Laufbahn anders vorgestellt. Doch bei nüchterner Betrachtung der Ereignisse in den letzten Tagen und Wochen muss man sein persönliches Los, so schwer es im Moment auch fällt, hinten anstellen.“

Handballsport fehlt mir jetzt schon

Der mit 20 Titeln erfolgreichste rot-weiß-rote Handballer der Gegenwart auf Vereinsebene macht kein Hehl daraus, dass seine Entscheidung anders ausgefallen wäre, hätte er vom vorzeitigen Saisonende gewusst: „Ich zähle mich noch lange nicht zum alten Eisen und habe gerade in den letzten Tagen gespürt, wie sehr mir der Handballsport fehlt. Jetzt hoffe ich, dass in den nächsten Tagen und Wochen wieder Stück für Stück die Normalität in unseren Alltag zurückkehrt“, betont Knauth.

Ab Juli wird der Absolvent des Studiums für Sportmanagement an der Fernuni Düsseldorf seine Tätigkeit in der Geschäftsstelle des Alpla HC Hard in Angriff nehmen und bis dahin hofft Knauth, dass ihn der Wechsel der Fronten die Enttäuschung über das unerwartete Karriereende vergessen lässt. „Auf jeden Fall wird es noch ein Abschiedsspiel mit Pauken und Trompeten geben. Jeder der mich kennt weiß, dass ich nicht still und heimlich von der großen Handballbühne abtreten werde“, verspricht Knauth.

Burger und Hollabrunn auf Ziellinie gestoppt

Nicht das Ende, sondern den Höhepunkt seiner Laufbahn vor Augen hatte Sebastian Burger. Der 24-jährige Sohn von Bregenz-Trainer Markus Burger, seit vier Saisonen beim UHC Hollabrunn, stand vor dem Aufstieg in der Spusu Liga. „In so einer Notsituation hat die Gesundheit aller Beteiligten absolute Priorität, und aus diesen Aspekten kann ich den Abbruch der Meisterschaft nachvollziehen“, erklärt der Student für Lehramt an der Pädagogischen Hochschule Wien.

Knauth wollte Karriere nicht auf der Couch beenden
Sebastian Burger lag mit Hollabrunn auf Meister- und Aufstiegskurs. Verband

Was der Bregenzer aber nicht versteht ist die Regelung, keinen Auf- bzw. Absteiger zu bestimmen und die kommende Saison in gleicher Zusammenstellung wie 2019/20 zu starten. „Wir führen mit fünf Punkten Vorsprung die Tabelle an und wurden auf der Ziellinie gestoppt. Es fühlt sich an, als ob man bei einem Marathon auf dem letzten Kilometer disqualifiziert wird.“

Gleichzeitig weist Burger darauf hin, dass laut den Informationen seines Vereins Hollabrunn und Verfolger Bruck bereit gewesen wären, in die Spusu Liga aufzusteigen. „Nicht nur meiner Meinung nach wäre es aus sportlicher Sicht fairer für alle gewesen, wenn sich der ÖHB zu einer Aufstockung entschieden hätte. Die Chance für eine Zwölferliga wäre noch nie so groß gewesen wie in dieser Meisterschaft.“